ich habe mich hier angemeldet, weil ich - wie so viele - für mein eines Pferd die Diagnose Cushing bekommen habe. Erstmal zur Vorgeschichte:
Bessie, Haflingerstute *1996, 1,42 m Stockmaß
Ich kenne sie von Geburt an und habe schon ihre Mutter beim Züchter geritten. Nachdem sie 4- und 5 jährig jeweils einen Reheschub hatte (O-Ton des Züchters "Alle meine Pferde haben Hufrehe, wenn sie kein Fohlen haben. Das ist ganz normal.") habe ich meine Eltern überredet (ich war damals erst 17), dass wir sie kaufen. Sie ist dann in einen Reitstall umgezogen, hat mit deutlicher Futterreduktion, begrenzter Weide im Sommer und täglicher Bewegung sehr abgenommen und seitdem gab es auch nie wieder Rehe. Ich hatte sogar zu unseren sportlichsten Zeiten immer eher das Problem, dass sie fast zu dünn wurde.
Nachdem ich mit Ausbildung und Studium fertig war bin ich zu meinem Freund gezogen, wodurch für Bessie und auch ihren 2009 geborenen Sohn ein Stallwechsel anstand. Leider war der eigentlich tolle, neue Stall für Bessie nicht wirklich optimal und sie hat sich dort durch starke Staubbelastung eine chronische Bronchitis geholt. Vor knapp 5 Jahren habe ich daher nochmal den Stall gewechselt, wo meine alte Dame nochmal wieder richtig aufgeblüht ist.
Leider hat sie vor ca. 3 Jahren von einem Tag auf den anderen stark gelahmt, so dass ich eigentlich an ein Hufgeschwür gedacht habe. Der Tierarzt hatte aber einen anderen Verdacht, der sich dann beim Röntgen bestätigt hat: Krongelenksschale, also starke Knochenzubildungen direkt am Gelenkspalt. Ca. 1 Jahr lang konnten wir den Zustand mit Cortison-/Hyaluronsäure-Injektionen ins Gelenk halten bzw. verbessern, seit zwei Jahren ist sie jetzt aber in Rente, weil sie leider dauerhaft etwas humpelt. Im Februar 2020 stand sie nur noch auf drei Beinen auf dem Paddock, da hab ich schon gedacht, dass es das jetzt gewesen ist. Gemeinsam mit dem Tierarzt haben wir dann aber nochmal den Huf/das Bein komplett auf den Kopf gestellt, wobei sich herausgestellt hat, dass es ausnahmsweise mal nicht die Arthrose, sondern eine Läsion im Fesselträger ist. Auch hier wurde wieder angespritzt und zwei Tage später hüpfte sie beim Vortraben wieder wie ein Jungpferd neben mir her... Totgeglaubte leben länger
Durch die fehlende Arbeit ist sie leider im letzten Sommer ziemlich dick geworden, dazu hat sie ihr Fell kaum verloren bzw. schon viel verloren, aber gefühlt genauso viel wieder nachgeschoben, so dass ich sie übern Sommer mehrmals komplett scheren musste. Auch nach der Weidesaison wurde ihre Figur nicht wieder besser und das Winterfell sieht aus wie bei einem Mammut. Außerdem trinkt sie wirklich viel - sie hat keine Selbsttränke in der Box, sondern zwei 40 l Eimer, im Sommer waren die nach 24 Stunden meistens komplett leer, übern Winter zumindest einer davon, dazu hat sie seit einigen Monaten quasi dauertränende Augen, ohne dass die Bindehaut gereizt ist. Daraufhin habe ich angefangen mehr zu recherchieren, so dass ich ziemlich sicher wurde, dass sie wohl an Cushing erkrankt ist. "Meine" Tierarztpraxis war dann am Donnerstag da und hat Blut abgenommen, gestern kam dann das Ergebnis:
ACTH-Wert liegt bei 135 pg/ml, Referenzwert soll wohl so 7-8 pg/ml sein. Die Tierärztin meinte jetzt, dass wir bei dem hohen Wert direkt mit 1 Tablette Prascend anfangen sollten, dann nach 3 Monaten kontrollieren und dann ggf. wieder reduzieren könnten. Da das aber so ziemlich allem widerspricht, was ich hier (als stiller Leser) so gesehen habe, habe ich noch eine befreundete andere Tierärztin dazu befragt. Sie meinte, dass sie immer empfehlen mit 1/4 Tablette anzufangen. Den Wert von 135 fand sie zwar auch zu hoch, aber jetzt nicht wahnsinnig. Sie meinte, sie hätten schon oft Werte von 3000 gehabt.
Jetzt zu meinen Fragen:
- Das Antherapieren mit 1/4 Tablette macht vermutlich deutlich mehr Sinn, oder?
- Meine Stute bekommt täglich 1 Tablette Previcox (eigentlich ein Arthrosemittel für große Hunde), 4 ml Cactus Compositum (weil sie vor gut 1 Jahr plötzlich starke Unterbauchödeme hatte, wurde mir von der Tierärztin, die auch viel homöopathisch arbeitet, empfohlen) das Seniormineral von Agrobs, dazu Goldleinsamen für den Magen und etwas getrocknete Brennesseln. Kann es mit etwas davon Wechselwirkungen geben?
- Heu wiege ich ihr inzwischen ab, so dass sie täglich bei ca. 520 kg Gewicht (Pferdewaage war vor zwei Jahren zuletzt da, daher nur geschätztes Gewicht, auf jeden Fall zu viel, auf ca. 7-7,5 kg Heu pro Tag kommt. Das füttere ich aus einem Slowfeeder, so dass sie lange was davon hat. Das liegt ja unter den eigentlich empfohlenen 1,5 kg Heu/100 kg Gewicht, aber sie muss ja dringend abnehmen und mangels Arbeit geht das ja leider nur übers Futter. Ist das ok oder sollte ich doch lieber etwas mehr Heu geben?
- Damit sie nicht ganz leer ausgeht, wenn die anderen Pferde ihr Kraftfutter bekommen, bekommt sie täglich (im Moment drei Mahlzeiten) insgesamt ca. 100 g Revital Cubes von Eggersmann, also Reiskleiepellets. Ist das ok? Reiskleie an sich soll bei Cushing ja gar nicht schlecht sein
- Eine Bekannte ausm Stall hat mir fürs Abspeckprgramm ein Zusatzfuttermittel namens Horse Fit von Vet-genial (irgendwie wohl ein Spinatextrakt) empfohlen, was bei ihrer Stute sehr gut geholfen haben soll. Hat jemand von euch damit Erfahrung?
Das war jetzt ein sehr lange Text, aber ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.
Viele Grüße, Besann

