Ich hatte kürzlich aufgrund immer wiederkehrender Leistungseinbrüche meiner Stute den Tierarzt da. Dieser ist sehr erfahren, auch Turnier-Tierarzt (Distanz) und prinzipiell traue ich ihm sehr. Nun hat er neben einigen Dingen im Bewegungsapperat (nach denen ich ja gesucht hatte) auch sofort vom Tastbefund her von Fetteinlagerungen im Muskelgewebe gesprochen. Da war ich bereits etwas skeptisch aber wie gesagt - ich traue ihm da und kenne gute Beispiele von ihm. In der Thermografie waren auch alle 4 Füße zu warm. Dann ein Blutbild nach dem er eine Vorstufe des EMS als bestätigt sah. Insulin ist nicht getestet worden, aber Glukose und einmal vor der Sedierung und einmal mit Sedierung (= Stress für den Stoffwechsel) und war eben auch zu hoch.
Nun das Problem:
1. keine prädestinierte Rasse sondern ein Ottonormal Warmblöd
2. nie fett gewesen, neigt eher zum untergewichtig sein
3. nie lange Stehzeiten aufgrund eines alten Befundes
Also ich vertraue an sich seiner Diagnose, bin nur etwas ratlos aufgrund der anders gelagerten Gewichtsproblematik bei uns. Also die Stute kam aus einer Mangelaufzucht und hat mit Sicherheit ein Ding weg am Stoffwechsel. Das scheint sie bis diesen Sommer aber ganz gut kompensieren zu können, dann stand sie mehr (also wir reden jetzt immer von Bewegt-werden aber dann eben kein Reiten mit Leistungsgedanken, sondern nur nicht-stehen, und sie hatte halt mal 3 Tage frei was sonst auch nie vorkommt) und wie es scheint hats den Stoffwechsel da von den Füßen geholt. Sie steht auf Heu satt weil sie das eben auch braucht, sonst hab ich die nie durch den Winter bekommen zb. Nun gibt es bei uns ein eher mittelmäßiges Weidemamagement. Das bedeutet die Weiden werden sehr kurz gefressen und bleiben immer auch 10 Monate offen. Zudem im Sommer 12h täglich, jetzt im winter 10h. Gestern habe ich erfahren, dass unsere Weide dieses Jahr sogar ganz auf bleibt weil "ist ja nichts drauf". Da schießt das Fructan natürlich bereits aus allen Poren. Naheliegende Dinge wie Fressbremse gehen bei uns leider nicht weil der Stall sich überfordert sieht die morgens anzuziehen und abends aus.
Auch Alternativställe haben nie gar keine Wiese, höchstens kürzer und eben typischere Weidesaison. Zudem wäre da vielleicht Fressbremse möglich, aber was bringt das wenn das Heu dann schon so zuckerhaltig ist? Sie bekommt am Tag nur 2 Hände voll Agrobs Alpen Grün Müsli (ohne Melasse und Getreide) und mehr nicht. Dazu natürlich MiFu und bissl Medikamente aktuell. Ich bin gerade ratlos wo zum Teufel ich bei diesem Pferd ansetzen soll.
Aktuell muss sie leider nochmal stehen, danach werde ich aber zumindest wieder voll belasten (=7 Tage die Woche etwa 1h) und sie bekommt eben Zeug für Leber, Herz und Muskulatur. Hat jemand noch Ideen die man gerne vergisst? Ich bin echt ratlos wie ich das bewerkstelligen soll.
Eigentlich hoffe ich ja, dass der Stoffwechsel so wie er im Sommer gekippt ist sich so auch fängt. Aber mit der aktuellen Weidesituation natürlich grenzwertig. Rehe haben wir Gott sei Dank bisher keinerlei Anzeichen.


