Diskussion zu Zytka

Hier werden die Diskussionen zu den Tagebüchern geführt
Antworten
zytka
Beiträge: 9
Registriert: 17.06.2025, 10:02

Diskussion zu Zytka

Beitrag von zytka »

Hier entsteht jetzt die Diskussion zu Zytka, dem Reitponywallach mit Hufrehe.
Benutzeravatar
eff-eins
Administrator
Beiträge: 12050
Registriert: 24.02.2012, 15:47

Re: Diskussion zu Zytka

Beitrag von eff-eins »

Hallo und herzlich Willkommen im Forum :hallo:

Der "Werdegang" zur Hufrehe wie du ihn beschreibst ist leider typisch.

Robustrassen, und dazu zählen eben auch Ponys, sind genetisch nicht auf Weidehaltung eingestellt da ihnen als Überlebensstrategie eine Insulinresistenz bzw. Dysregulation in die Wiege gelegt ist.

Stehen sie im Training, werden moderat gearbeitet kann Weidegang funktionieren. Problematisch wird es dann wenn es zu Stehzeiten wegen Krankheit, Urlaub oder Verhinderung durch den Besitzer kommt.
Bei euch war es der Nachwuchs der seine volle Aufmerksamkeit forderte in Verbindung mit einem Überangebot an Futter das eine positive Energiebilanz zur Folge hatte und das Stoffwechselfass überlaufen ließ und letztlich zur Hufrehe führte.

Das Nimmersatte ist ein typisches Symptom, sie leiden tatsächlich permanent Hunger.

Runter von der Weide und alles Unnötige weglassen ist die erste und richtige Maßnahme, ebenso das Heu einstündig zu waschen um es um gut 30% Zucker zu reduzieren.
Aber:
Ponys, insbesondere moppelige, neigen dazu in Hungerzeiten eine Hyperlipämie zu entwickeln die mit Pech lebensbedrohlich werden kann.
Heu muss also in moderater Menge auch unter Diät angeboten werden um dem entgegen zu wirken..
Das Heu auf den Bedarf in der Menge angepasst und vor allem abgewogen ( Wäschewanne und Kofferwaage) anbieten. Als Faustregel gilt das 1,5% des aktuellen Körpergewichts oder 2% des Idealgewichts gefüttert wird je nachdem welcher Wert größer ist.

Unter einer Hufrehe muss das Pferd nicht zwingend in Sägebockstellung stehen.
Latente Lahmheiten, Trachtenfußung, besonderes auf und abnicken im Schritt, Vermeidung unkomfortabler Böden, Schwierigkeiten in enger Wendung, Laufunwille uvm. sind Symptome die zumindest immer hinterfragt werden sollten.

* Ist im Rahmen der Hufrehediagnostik Ursachenforschung betrieben worden, idealer Weise mit einem EMS/ECS Profil?
* Wurden Röntgenbilder angefertigt um mögliche Lageveränderungen zu erkennen und auch die aktuelle Hufzubereitung danach auszurichten um Erleichterung zu verschaffen bzw. dem Huf ein gesundes Herunterwachsen in Anbindung zu ermöglichen?
* Welche Maßnahmen wurden dauerhaft angewendet um die Hufe gesunden zu lassen, Polster, Bekleb, Beschläge, engmaschige Hufzubereitung?
* Welches Schmerzmittel hatte dein Pferd bekommen, wie war dein Eindruck bzgl. der Wirkung?
* Welche Futtermittel außer Heu und Gras hat dein Pferd noch bekommen, z.B. Mineral usw. und was erhält er aktuell genau?
* Wie geht es deinem Pferd jetzt?

Sowohl das Blutprofil als auch Röntgenbilder sind nicht nur für das sofortige Management wichtig sondern dienen bei Wiederholung auch zu Vergleichszwecken nach therapeutischem Ansatz.
LG Kathi
Bitte geht über Aktive Themen in das Forum um keine Neuigkeiten oder Bekanntmachungen zu versäumen.



Antons ECS-Tagebuch---------Hermines ECS-Tagebuch
Antons Diskussion-------------Hermines Diskussion
Antons
ACTH Verlauf----------Hermines ACTH Verlauf


HERMINES REGENBOGENBRÜCKE BildBild



klicke hier zum EMS ECS Hufrehe ABC
Benutzeravatar
eff-eins
Administrator
Beiträge: 12050
Registriert: 24.02.2012, 15:47

Re: Diskussion zu Zytka

Beitrag von eff-eins »

Du erwähntest im Tagebuch das du Stroh zugefüttert hast.
Dazu hatte ich in der Vergangenheit mal Anmerkungen gemacht die ich hier nicht vorenthalten möchte.
Ein Rehelein sollte angepasst ernährt werden was im Umkehrschluss nicht heißen darf das man weniger füttert sondern das Richtige in angemessener Menge.

Auch ist ein Rehepferd auf Mineralien angewiesen die im Heu höher und vielfältiger vertreten sind als in Stroh weshalb ich persönlich dem Heu immer Vorrang geben würde.

eff-eins hat geschrieben: Wenn man bei nicht Stoffwechselgeschädigten Pferden Futterstroh zusätzlich zur Fresspausenverringerung und Beschäftigung gibt finde ich das gut und es hat m.E. seine absolute Berechtigung und wertet die Ration auf.

Spekuliert man allerdings auf Zuckereinsparungen geht die Rechnung mitunter nicht auf.
Außerdem riskiert man mit Pech Darmdysbiosen durch ein im Prinzip unverdauliches Futter (Stroh) das die guten Darmbakterien die auf fermentierbares Futter angewiesen sind verhungern lässt.
Dasselbe Phänomen hat man ja auch mit relativ spät geerntetem Heu leicht das ein hohen Ligninanteil hat was nicht selten zu andauerndem Kotwasser führt.

Stroh hat, je nachdem welches man benutzt, gar nicht unbedingt so wesentlich weniger Zucker als Heu.
Haferstroh hat den größten Anteil an XS (Stärke) und XZ (Zucker) von 14g/1000g TM (Trockenmasse) , den geringsten Anteil mit 7g/ 1000g TM hat Gerste, gefolgt von Roggen und Weizen mit jeweils 8g/ 1000g TM

Ein klarer Vorteil von gutem Futterstroh ist hingegen eine Fresszeitverlängerung durch wegen des Lignins erforderlich gründlicherem kauen, vermehrtes einspeicheln und damit wertvolle Enzymfreisetzung durch vermehrte Kauschläge.
LG Kathi
Bitte geht über Aktive Themen in das Forum um keine Neuigkeiten oder Bekanntmachungen zu versäumen.



Antons ECS-Tagebuch---------Hermines ECS-Tagebuch
Antons Diskussion-------------Hermines Diskussion
Antons
ACTH Verlauf----------Hermines ACTH Verlauf


HERMINES REGENBOGENBRÜCKE BildBild



klicke hier zum EMS ECS Hufrehe ABC
Benutzeravatar
eff-eins
Administrator
Beiträge: 12050
Registriert: 24.02.2012, 15:47

Re: Diskussion zu Zytka

Beitrag von eff-eins »

Magst du nochmal berichten wie es deinem Pferd aktuell geht, welche Maßnahmen du letztlich getroffen hast um die Situation für ihn zu optimieren?
LG Kathi
Bitte geht über Aktive Themen in das Forum um keine Neuigkeiten oder Bekanntmachungen zu versäumen.



Antons ECS-Tagebuch---------Hermines ECS-Tagebuch
Antons Diskussion-------------Hermines Diskussion
Antons
ACTH Verlauf----------Hermines ACTH Verlauf


HERMINES REGENBOGENBRÜCKE BildBild



klicke hier zum EMS ECS Hufrehe ABC
zytka
Beiträge: 9
Registriert: 17.06.2025, 10:02

Re: Diskussion zu Zytka

Beitrag von zytka »

Stroh Fütterung von 0,5kg haben wir beibehalten die ganze Zeit, der Vorteil des hinauszögern von Fresspausen überwiegt für uns einfach die von dir aufgeführten Nachteile.
Nicht im Tagebuch, weil ich das gerne genauer und als Erinnerungsrückblick führen möchte aber grade keine Zeit dafür habe.
Zytka hatte keinen weiteren Hufreheschub. Bis Mitte diesen Sommers hatten wir dann endlich alle gefährlichen Fettpolster eingeschmolzen. Sie gingen leider als letztes und er ist ziemlich dünn geworden. Bewegung 2 mal die Woche 50 min Spaziergang 3 mal 15 min eine Runde um die Weiden geführt. Mehr schaff ich grade zeitlich nicht
Jetzt kommt meine Frage. Er sollte jetzt wo das böse Fett weg ist eigentlich etwas zunehmen, die Rippen stehen doch ordentlich raus. Also hab ich das Heu langsam erhöht erst ausgetüftelt ab wo keine Abnahme mehr erfolgt und jetzt die um etwas erhöht, damit er langsam etwas zunimmt. Leider beginnt er bei der Zunahme aber mit einem Fettpolster an der Schulter an statt das die Rippen etwas weniger sichtbar werden an denen konnte ich keinen unterschied feststellen. Das möchte ich natürlich nicht, kann man das irgendwie beeinflussen? ist das normal? Muss ich damit leben das er wenn die Rippen nicht so zu sehen sein sollen sondern nur leicht er etwas Schulterspeckt hat?
Ich bin jetzt erstmal wieder auf die Gewichtserhaltungsmenge gegangen beim Füttern, das verunsichert mich schon sehr ich dachte EMS bleibt bei schlanken Pferden im griff aber er ist nicht schlank sondern dünn und baut erst ein EMS Polster auf.
Ich wäre dankbar über einen Rat oder Erfarungswerte.
Benutzeravatar
eff-eins
Administrator
Beiträge: 12050
Registriert: 24.02.2012, 15:47

Re: Diskussion zu Zytka

Beitrag von eff-eins »

Die Erhaltungsmenge ist bei dir was genau?
Man sagt:
Als Faustregel gilt das 1,5% des aktuellen Körpergewichts oder 2% des Idealgewichts gefüttert wird je nachdem welcher Wert größer ist.
Was wiegt denn dein Pferd? Fütterst du der Empfehlung folgend?

Nochmal tut sich für mich die Frage nach einem möglichen Cushing auf.
Ist dad zwischenzeitlich getestet worden?

Cushis " verhungern" quasi vor dem vollen Trog, können das Dargebotene nicht richtig verstoffwechseln und erschlanken.
Die Muskulatur baut ab, insbesondere der Rücken wirkt in Folge oft wie eine Hängebrücke.
Das täuscht das Gesamtbild und man meint das andere Bereiche fett sind ohne das auch tatsächlich zu sein.

Depotfett kann Hinweis auf EMS/ IR sein, muss aber nicht.
Es gibt rappeldürre Pferde die hochgradig IR sind, und schneckenfette mit tollen Werten.
Wir kennen das von Diabetikern, da gibt es auch sonne und solche...

Weißt du wieviel Gesamtzucker euer Heu hat? Das lässt sich relativ gut mit einem Refraktometer selbst bestimmen.
Liegt es ü 10% kommt man um das einstündige waschen oftmals nicht umhin.
Alternativ kann man einzelne Rationen gegen Grassamenheu oder Timothee tauschen.

Ein gesundes, EMS konformes Futtermittel sind unmel. Rübenschnitzel wie z.B. Speedy beets.
Durch ihr immenses Quellvermögen ergeben sie bei wenig Ausgangsmasse eine sehr ordentliche Portion, sind wegen der Pektine dem Magen freundlich und haben etwa den 1,2 fachen Energiegehalt von Grasheu.

Raufutter ist aber grundsätzlich Schlabberfutter vorzuziehen weil es besser gekaut werden muss, mehr Speichel durch die Kauschläge produziert wird, und der Beschäftigung und durch den Verdauungsprozess als innere Heizung dient.
LG Kathi
Bitte geht über Aktive Themen in das Forum um keine Neuigkeiten oder Bekanntmachungen zu versäumen.



Antons ECS-Tagebuch---------Hermines ECS-Tagebuch
Antons Diskussion-------------Hermines Diskussion
Antons
ACTH Verlauf----------Hermines ACTH Verlauf


HERMINES REGENBOGENBRÜCKE BildBild



klicke hier zum EMS ECS Hufrehe ABC
Antworten

Zurück zu „Diskussionen zu den Tagebüchern“