Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Pferdefutter kritisch beurteilt bzgl. Vor- und Nachteilen:
Hufrehefutter aus der Sichtweise Endverbraucher/Hersteller bezüglich der Zusammensetzung und Bewerbung.
Wonnie
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Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von Wonnie »

Hallo zusammen,

ich hoffe das Forum ist noch relativ aktiv :helpb: Nun habe ich hier schon fleißig gelesen und traue mich an den Beitrag, bitte zerreißt mich nicht in der Luft :|

Leider ist es passiert, meine Stute hatte ihren ersten Reheschub. Sie ist jetzt 17 Jahre wurde von mir bereits sehr natürlich gefüttert, da ich immer schon das Gefühl hatte, dass sie mit dem Stoffwechsel Probleme hat, sie waren bis kurz vor dem Schub voll im Training (L-M Dressur).
Die Ursache wurde leider noch nicht gefunden, wir sind dran. Habe aber die Vermutung das mehrere Faktoren der letzten 2-3 Monate der Auslöser waren (Kolik, Lahmheit mit Leitungsanästesie, Medikamente und fehlende Bewegung, Impfung, Herbstgras).
Sie ist eher dünn (Rippen sind zu sehen) hat aber typische Fetteinlagerungen am Mähnenkamm, über den Augen und der Kruppe. EMS und Cushing wird nochmal getestet.

Aktuell steht sie noch unter Schmerzmittel in der Box und ab morgen werden diese langsam runter reduziert. Der Schub war vor 3 Wochen.
Die Röntgenbilder von vorletzter Woche zeigen vorne rechts keine Veränderung und vorne links (Hufgelenk war bereits entzündet deswegen die Lahmheit, Cortison wurde nicht gespritzt) eine minimale Rotation von ca. 0,5... Grad.
Die Bilder von dieser Woche Mo., zeigen keine weiteren Veränderungen.
Seit gestern hat sie einen Duplo Rehebeschlag drauf und kommt, bis jetzt, ganz gut damit klar. Bis dahin ohne Eisen und mit Polsterverbänden. Bis sie von den Schmerzmittel runter ist verbleibt sie in der Box.

Nun muss ich doch einiges neu managen bzw. überdenken. Aktuell bekommt sie als MiFu das Laurel Nature mit etwas Alpengrün Mash wegen der Medikamente und einem guten Schuss Paraffinöl. Sie steht auf Stroh und bekommt Heu (Analyse muss auch noch gemacht werden bzw. sinnvoll bei unterschiedlichen Ballen/Wiesen?)

Was kann/sollte ich zusätzlich zur Unterstützung füttern?
Meine Idee war, kleine Menge Speedy Beets (auch wegen der Medikamente) Heu und ggf. wenn Bedarf besteht, die Heucobs von Semhof zuckerarm. Zusätzlich für die Fettpolster das GlucoseCare von Equibalance.

Sind Kräuter sinnvoll z.b...Brennnessel, Artischocke, Ginko, Curcuma, Weißdorn, Hanfsamen? Alles natürlich nur kurweise.

Was haltet ihr von KPU Untersuchungen?

Fütterung bis zum Schub:
Täglich Wiese
2x tgl Heu morgens/abends
2x tgl eine kl. Hand Hafer (damit sie ruhig ist wenn die anderen was bekommen) morgens/abends
1x von mir nach dem reiten etc. 1-2 Hand Glyx Wiesen Müsli, MiFu Laurel Nature, kurweise immer unterschiedliche Kräuter, Mönchpfeffer flüssig und Hanfsamen.

"Belastung" damit meine ich etwas Boden/Kopfarbeit definitiv nicht vor Jan./Feb. würde dann irgendwann mit etwas leichter Equikenetic beginnen. Zum Thema Wiese mache ich mir wenn erst nächstes Jahr Gedanken :roll:

Übersehe ich sonst noch was? Man wird bei dem Thema ja etwas blind weil man ja eigentlich alles richtig machen möchte :kinn:

Für jeden Tipp und Ratschlag bin ich euch sehr dankbar!

Liebe Grüße
Yvonne
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eff-eins
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

Hallo Yvonne, herzlich willkommen im Forum :hallo:
Man merkt das du hier schon mitgelesen hast und nicht ganz uninformiert bist.

Das kombinierte EMS/ ECS Profil ist jetzt das Erste was du veranlassen solltest um die Stoffwechsellage zu kennen, eine IR bzw. Insulindysregulation, EMS oder Cushing zu enttarnen als Ursache für den Schub.

Aus deiner Beschreibung der Situation sehe ich durchaus Hinweise Richtung Cushing.
Wenn das jetzt unentdeckt und somit unbehandelt bleibt gehst du ein sehr großes Risiko ein das der Schub nicht wirklich endet.

ACTH ist zwar ein "Stresshormon" , steigt bei Aufregung oder Stress wie unter Schmerzen etwas an aber niemals in pathologische Bereiche die ei Cushing vorgaukeln wo eigentlich keines ist.
Lasse deshalb bitte sehr sehr zeitnah das Profil machen damit man Fakten in der Hand hält und daran sein Management ausrichten kann.

Warum gibst du Mönchspfeffer??
Dem stehe ich mehr als skeptisch gegenüber denn wenn ein Cushing vorliegt hilft es nicht weil es therapeutisch nichts ausrichten kann.
Das obliegt einzig dem Goldstandard Prascend das ACTH in den physiologischen Bereich zu senken und das ECS damit zu beherrschen.
Es ist sogar trotz gegenteiliger Bewerbung, kontraproduktiv.


Mein persönliches Vorgehen wäre jetzt alles außer Heu in angepasster Menge und ein ausgewogenes Mineral zu geben und alles andere konsequent weg zu lassen.
Der Stoffwechsel braucht jetzt Entlastung und keine zusätzliche Belastung was ja alleine durch das Schmerzmittel schon der Fall ist.
Schmerzmittel machen nur die ersten Tage Sinn und sollten auch nicht längerfristig verabreicht werden.
Das Ziel sollte auch gar nicht sein das Pferd schmerzfrei zu bekommen, denn das ist nicht nur schwierig, sondern auch zweischneidig weil das oft zu vermehrter Bewegung führt obwohl die Füße lieber still gehalten werden sollten.
Von der Belastung für den Magen mal abgesehen.

Dann würde ich sofort das o.g. Profil beauftragen und sehen das die Hufe Rehegerecht zubereitet und dann mittels Polster, Bekleb, Beschlag oder Hufschuhen unterstützt werden.
Das habt ihr ja schon gemacht :2daumenhoch:
Die Einstrru sollte eine verformbare sein sodass sich das Rehelein komfortabel stellen kann.
Das ist bei ebenmäßiger Druckbeaufschlagung fädurch Strohmatratze oder Gummimatte eher nicht gegeben

Das sind Maßnahmen die i.d.R. sofort Verbesserung schaffen.

Ursachenforschung ist alles, sonst bleibt es ein Puschkin an den Symptomen.

Eine Heuanalyse kannst du bzgl. Zuckergehalt selbst mit einem Refraktometer
durchführen, schau mal über die Suchfunktion im Forum.

Soweit eben erstmal von mir.

Die angegebenen Futtermittel schaue ich mir noch in Ruhe an.
Speedy beets sind eine gute Wahl und auch als Träger für das Mineral.
Den Rest würde ich weglassen.
LG Kathi
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

Das Laurel Nature hat ein ungünstiges Calcium/ Phosphor Verhältnis und ossst eher zu einer Getreidebasierten Fütterung. Bei Heu sollte es enger sein.
Hier ist Calcium, wenn man es mal böse ausdrücken mag, billiger Füllstoff.

Das Glyx Müsli hat 10,1% Gesamtzucker.
LG Kathi
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Wonnie
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von Wonnie »

Danke schon mal für eure Antworten :2daumenhoch:

Der Mönchpfeffer wurde mir von einer Tierheilpraktikerin aufgrund des Verdachts auf Cushing empfohlen :weißnich: da scheiden sich ja die Geister bzgl. der Wirksamkeit im Bezug auf den ACTH. Diesen habe ich übrigens dieses Jahr, zuletzt im Juni, bestimmen lassen...da lag sie in der Grauzone, müsste den genauen Wert nochmal nachschauen. Wir werden aber definitiv in den nächsten 1-2 Wochen nochmal Blut abnehmen.

Das Glyx Wiese Müsli wollte ich eh durch die SpeedyBeets ersetzen und das Mash gibt es aktuell nur weil sie noch steht und damit alles etwas besser flutscht :grin: wird dann auch abgesetzt. Sonst bekommt sie aktuell nichts anderes außer Mash + MiFu und Heu und Medi's

Was wäre denn die bessere MiFu Alternative??

Werde mich mal mit dem Refraktometer auseinandersetzen setzen :daumenhoch: das wäre ja super wenn ich das machen kann.

Bzgl. dem Einstreu mache ich mir auch nochmal Gedanken und spreche mit meinem Stallbesitzer, zum Glück ist er seeehr kooperativ :2daumenhoch:

Habt ihr Erfahrungen mit KPU - Kryptopyrrolurie, Harnuntersuchung für das Pferd ? Der Hinweis wurde mir durch das Team von Pernaturam gegeben. Allerdings soll das auch sehr umstritten sein :weißnich:
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eff-eins
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

Es ist keine Frage ob sich die Geister scheiden sondern Fakt der bisherigen Studienlage das Mönchspfeffer nicht befähigt ist das ACTH zu senken.

Im Juni, ab Sommersonnenwende, steigt das ACTH naturgemäß bei allen Pferden an und erreicht im September sein jahreszeitliches Hoch.
Bei Cushis steigt dies allerdings ungleich höher an als bei Gesunden.
Darum ist Ende August, Anfang September der optimale Testzeitpunkt.

Hat dir niemand den Rat gegeben das ACTH weil es im Graubereich angesiedelt war nochmals zeitnah nachzutesten?

Verstehe ich dss richtig das der Verdacht im Raum stand, der Wert nicht erneut überprüft wurde und es dann im September zur Hufrehe kam?
Dann ist die Nichtwirksamkeit des MP selbsterklärend.
eff-eins hat geschrieben: 24.07.2025, 11:18 Nochmal: XYZ ist allenfalls ein Ergänzungsfutter aber nachweislich keineswegs als Therapeutikum beim ECS einsetzbar, ACTH zu senken und damit das ECS therapiert zu wissen obliegt derzeit einzig dem Goldstandart Prascend.

Mönchspfeffer ist zudem ein sehr starkes "Phytohormon" (es enthält selber keine Phytohormone, dessen Inhaltstoffe Testosteron, Aucubin, und Agnuside üben aber Einfluss auf das hormonelle Geschehen aus, brauchst du das bei deinem Pferd??

In USA wird MP allerdings in Reinform ( EquiLife Vitex 4Equids) bei hochdosierten Cushis gegeben wo das Prascend auch über 5 mg keine weitere Verbesserung erreichen kann.

Auszug aus der Studie:

Bei einem Vergleich mit Pergolid konnte jedoch keine Verbesserung der ACTH-Werte, des Dexamethason-Suppressionstests oder der klinischen Symptome erzielt werden (Beech et al. 2002). Für das Pferd ist in Deutschland derzeit das Ergänzungsfuttermittel XYZ®, Hersteller ABC, Deutschland, auf dem Markt erhältlich, das neben verschiedenen anderen Bestandteilen Mönchspfeffer enthält und zur unterstützenden Behandlung beim PPID ( Pituitary Pars Intermedia Dysfunction= ECS) eingesetzt wird.
QUELLE DER STUDIE
--------------------------------------------------------------------------
Mönchspfeffer:

Gegenanzeigen
In welchen Fällen darf das Arzneimittel Mönchspfeffer nicht angewendet werden?
•Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden ◦bei Patienten mit östrogenabhängigen Tumoren und Tumoren der Hypophyse (Hirnanhangdrüse).
QUELLE


Da Mönchspfeffer einen Einfluss auf die dopaminsensiblen Rezeptoren haben können, kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen (Östrogene, Antiöstrogene, Dopaminagonisten, Dopaminantagonisten).
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

eff-eins hat geschrieben: 24.07.2025, 11:51 Vorsicht bei der Kombination von Mönchspfeffer mit Pergolid bei Cushing-Pferden

Mönchspfeffer (Chastetree Berries, auch Chasteberry oder Vitex agnus-castus) ist ein pflanzliches Mittel, das ich erstmals im Jahr 2000 bei Pferden mit PPID (Cushing-Syndrom) eingesetzt habe. Man hatte herausgefunden, dass Mönchspfeffer den Prolaktinspiegel normalisieren kann, indem er an Dopamin-Rezeptoren im Gehirn bindet. Da ein Dopaminmangel im Gehirn die Hauptursache von PPID ist, habe ich beschlossen, es auszuprobieren.

Die erste Untersuchung war eine Beobachtungsstudie. Alle Pferde waren korrekt diagnostiziert, aber die Nachkontrollen durch Blutuntersuchungen waren nicht standardisiert. Der Schwerpunkt lag auf den sichtbaren Symptomen. Die Reaktionen waren sehr positiv, besonders was Fellbeschaffenheit und Hufkomfort betraf. Schon in dieser kurzen Vorstudie zeigte sich jedoch, dass Mönchspfeffer nicht für fortgeschrittene Fälle geeignet sein könnte. Zudem bestand von Anfang an die Sorge, dass es Wechselwirkungen mit Pergolid geben könnte, da beide Substanzen an dieselben Dopamin-Rezeptoren binden.

Seitdem ergab eine Studie der New Bolton Klinik keinen Nutzen von Mönchspfeffer – allerdings bei fortgeschrittenen Fällen und mit variabler Pergolid-Dosierung, während die Dosis von Mönchspfeffer konstant blieb. Eine andere Langzeitstudie der Laminitis Trust in Großbritannien fand hingegen deutliche Symptomverbesserungen bei den Pferden, jedoch keine konsistente Wirkung auf Hormonwerte wie ACTH.

Die neueste Studie untersuchte Pferde mit bestätigtem PPID unter drei Bedingungen:

nur Mönchspfeffer

nur Pergolid

Kombination aus beiden

Pferde mit der Kombination zeigten ein besseres Fellbild,
ABER: die ACTH-Werte waren deutlich höher als bei den Pferden, die nur Pergolid erhielten – besonders beim saisonalen Anstieg der ACTH-Werte im Herbst. Das deutet darauf hin, dass Mönchspfeffer die Wirkung von Pergolid abschwächen kann, wahrscheinlich weil es mit dem Medikament um die Rezeptorbindung konkurriert, aber eine schwächere Wirkung entfaltet.


Fazit:

Pergolid ist der Goldstandard in der Behandlung von PPID/Cushing.

Mönchspfeffer allein reicht nicht aus. Die Symptome können sich kurzfristig bessern, aber das krankhafte Wachstum in der Hirnanhangdrüse schreitet ungebremst voran.

Wenn Mönchspfeffer seine Wirkung verliert, ist es oft viel schwieriger, den Krankheitsverlauf wieder unter Kontrolle zu bringen.

Die Kombination mit Pergolid kann problematisch sein, da Mönchspfeffer die Wirkung des Medikaments blockieren kann.

QUELLE
[/quote]
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

Hier ein kürzlich geschriebener Erfahrungsbericht einer Userin die zum Pergolid MP gegeben hat
Lillyfee2003 hat geschrieben: 18.09.2025, 12:38 Hallo Kathi,

danke - dann werde ich im Dez/Jän nochmals eine Kur machen.

Ich habe aus gegebenem Anlass nun doch noch eine Frage, die du mir wahrscheinlich beantworten kannst.
Habe nun den ACTH Wert retour bekommen und fast eine Panikattacke gleich mit... Referenzwert Sept/Okt liegt bei < 90. Lilly hat 191 !!!!
Vor 2 Monaten war der Wert noch 58 und ich habe immer die gleiche Dosis Pergolid gegeben..

Nun kann ich mich aber erinnern, dass du mal geschrieben hast, dass die gleichzeitige Gabe von Mönchspfeffer ev. neg. Auswirkungen haben kann.
Ich muss gestehen, dass ich die Restmenge von dem Corticosal das ich noch hatte nicht entsorgen wollte und dachte mir, das wird nicht schaden wenn sie das noch ein paar Wochen länger bekommt...

Meinst du, dass der Wert deshalb so in die Höhe geschnallt ist? Wie wären deiner Meinung nach die nächsten Schritte: MP weglassen und in 1 Monat nochmal kontrollieren bei gleicher Dosis Pergolid? Oder gleich die Dosis erhöhen?

Zumindest hab ich jetzt schwarz auf weiß, dass der MP keine positiven Auswirkungen aufs Cushing hat (zumindest nicht bei gleichzeitiger Gabe von Pergolid)

Ahhhh - da habe ich echt Mist gebaut...

Danke schonmal für deine Geduld und Rückmeldung :-)
LG Kathi
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

KPU ist eine strittige "Diagnose" für die es keine standartisierte Tests und vor allem auch meines Wissens nach keine validierten Studien gibt.
Der Verdacht darauf wird eher nicht von Tierärzten sondern eher von THP geäußert.

Ich kann fachlich leider nichts dazu beitragen.

Als Mineral kann ich dir das von Maroske empfehlen.
Das ist sehr ausgewogen, hoch konzentriert mit allem was muss und insbesondere Reheleins profitieren davon.

EMS freundlich wäre auch Atcom ReheVital das auch ohne Schnickschnack auskommt aber Eisen enthält.
Pferde nehmen häufig z.B. über Erdanhaftung schon zuviel Eisen auf das eine IR fördert.

Ansonsten sollte auf MiFu verzichtet werden das z.B. Luzernebasiert ist, Knoblauch oder Trester als Feschmacksverstärker enthält.
LG Kathi
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Wonnie
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von Wonnie »

Der ACTH wurde seit 2024 auf meinen Wunsch, da ich ja wie bereits geschrieben, den Verdacht der Stoffwechsel Probleme vermutet habe, 3x durch meine THP getestet.

Der 1. Test im Nov '24 (ja auch nicht der beste Zeitpunkt)
war zu hoch. Auf anraten der THP habe ich dann erstmal das Futter etc umgestellt (keine Zusatz/Füllstoffe mehr, weitere Reduzierung von Zucker/Stärke usw.) da ich den Stoffwechsel entlasten sollte.

Der 2. Test war im Feb '25 und der Wert ist im Vergleich und unter Berücksichtigung der Jahreszeit (noch keine Wiese) und Referenzbereiche des Labors enorm besser geworden. Anraten der THP erstmal so weiter machen und zusätzlich Mönchpfeffer weil sich das positiv auf den ACTH auswirken könnte...gesagt getan und auch noch etwas recherchiert (natürlich auf den "normalen" Websiten) dort wurde es ebenfalls als positiv angepriesen aber nicht auch als nicht bestätigt.

Der 3. Test war im Juni '25 und da war sie seit Mai auf der Wiese. Auch hier wieder unter Beachtung der Referenzbereiche etc. gleichbleibend "guter" Wert.

Demnach habe ich der THP erstmal weiter vertraut und habe so erstmal alles weiter gemacht...Entlastung Stoffwechsel mit Kräutern, Bewegung wie gehabt usw. weil wurde ja "besser" sie stand auch gut da, glänzte, war motiviert beim Training...augenscheinlich erstmal alles gut.
Zwischendurch kam eine auch Wurmkur. Nächster Test war für Anfang Sep. geplant.

Bis dann zum Juli '25...da bekam sie eine Kolik. Das erstmal in 17 Jahren (habe sie seit Fohlen an) der TA konnte allerdings außer enormer Darmgeräusche und Schmerzen nichts feststellen. Sie war nicht sonderlich aufgegast oder verstopft :weißnich: Also erstmal Buscopan und Novalgin...am nächsten Tag alles wieder super.
Und ich glaube da war der Startschuss für das, was davor schon unter der Decke brodelte und bis dato vielleicht noch ganz gut kompensiert werden konnte. Auf den schon belasteten Stoffwechsel die Medikamente und dann ging es ja erstmal weiter...

Im Anschluss kam dann im August die Lahmheit, vom Training 100% runter auf 0 Bewegung. Futter wurde zwar angepasst aber Wiese erstmal nicht.
Nach der Untersuchung usw. Diagnose Hufgelenksentzündung vorne links, wieder Medikamente und dann noch eine Impfung (war wahrscheinlich auch nicht sehr clever) TA meinte allerdings, dass macht ihr nichts aus.
Ja, und ganze 3 Tage später stand sie dann mit dem Verdacht der Rehe Nachmittags auf der Wiese.
Viele kleine Dinge, die nachher zu einem großen Ganzen geführt haben...glaube ich.

Außerdem Fehler von mir, viel auch durch Unwissenheit :| viele auch durch Vertrauen auf andere :|

Die strittige Diagnose bei KPU habe ich auch bereits gelesen.

Gibt es evtl. auch eine trockene Variante für das Krippenfutter als Ersatz an frostigen/heißen Tagen für die SpeedyBeets? Müsli's sind ja eher raus bzw. ich habe kein wirklich gutes für unsere aktuell Situation gefunden. Oder übersehe ich welches ?
Ich muss dem Stallbesitzer das Futter vorbereiten und das wäre dann ja für morgens bereits am Vortag. Abends kann ich selber machen und stellt kein Problem dar.

Also ich werde dann jetzt einen Termin fürs Blut machen, einen Refraktometer besorgen (Tipps für einen bestimmten? Da gibt es ja auch tausende Varianten :roll: ) Schmerzmittel wird ja bereits ausgeschlichen (Heparin soll sie noch etwas länger bekommen) und das Einstreu überdenken.
Zusätzlich in einer Woche mit 2-5 min Schritt beginnen und mal schauen wie sie damit klar kommt.
SpeedyBeets sind schon da und neues MiFu besorg ich auch.

Habe ich was vergessen :kinn:
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

Deine THP testet ACTH?
Hat sie die Möglichkeit es direkt abzuzentrifugieren, benutzt sie Trasylolröhrchen?
Falscher Probenumgang lässt die Probe falsch erniedrigt ausfallen.
Warum in dem Zusammenhang zum erhöhten ACTH das Futter umgestellt wurde verstehe ich nicht so ganz weil PPID ( Cushing) nicht Futterbedingt ist.
Hat sie auch Insulin, Glukose, Fruktosamin, Triglyceride und GGT getestet?
Das gehöt zur PPID, EMS, IR Diagnose zwingend dazu!

Es wird von einigen Ergänzungsfutterherstellern, darunter der bekannteste Anbieter einer MP Mischung, gerne von Pseudocushing berichtet, das hypophysäre quasi geleugnet.

Es können bei endophytisch infiziertem Deutsches Weidelgras ( und das ist es heute immer und in jeder Pferdeweidensaat enthalten da Tritt/ Verbissfest, Wetterstandhaft) tatsächlich
Cushingähnliche Symptome auftreten die sich nach Weidelgrasentzug sofort relativieren und vor allem das ACTH nicht verändern!!!!
Ergovalin (wirkt vasokonstriktiv und Pferdu.a. Gefäß-/reproduktive Probleme und Durchblutungsstörungen verursachen) und Lolitrem b vertragen Pferde eben nicht so gut wie z.B. Rinder.
Ataxie, Verhaltensaufflläligkeiten, zittern, Koordinationsstörungem gehören mit in das Bild.
Auch da hat also MP keine Berechtigung weil es die Ursache nicht bekämpft.

PPID hat lediglich häufig wegen seines Einfluss auf den Hormonhaushalt eine IR im Gepäck.

Oben von mir genannte Parameter sollten bei deinem TA beauftragt werden. Dann hast du ein umfassendes Stoffwechselbild.

Vielleicht magst du mir die Parameter und dessen Ergebnis und Messeinheit die von der THP getestet wurden mal mitteilen, bitte?
LG Kathi
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von Wonnie »

Ja, sie darf Blut nehmen und es wurde auch alles zentrifugiert usw. Wir hatten im Nov. ein großes Blutbild mit ACTH gemacht, auffällig waren dort auch die Leberwerte. Im zweiten Blutbild waren diese wieder im Normalbreich.

Ich suche die alle Ergebnisse des Labors mal raus.

Das Futter wurde umgestellt um den Stoffwechsel und die Leber zu entlasten. Da ich bis letztes Jahr ebenfalls Opfer der Futtermittelindustrie war :haukopf: Pülverchen hier und da usw.

Puh zu der Weisensaat kann ich natürlich nicht viel sagen, da müsste ich den Stallbesitzer fragen.
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

PS
Etwas Timothee Heuschnipsel, gegebenenfalls mit ein paar Sonnenblumenkernen oder Hanfpellets, Hagebutte oderceinem Stück Salatgurke, könnten die Rüschnis bei Bedarf ersetzen.
LG Kathi
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

Erhöhte Leberwerte passen zu PPID
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von Wonnie »

So hier mal die Laborergebnisse
Blut aus 11.24

Leber
Parameter Mth. Ist-Wert Normwert
AST GOT 615.6 U/l < 568
AP 171.0 U/l < 352
g-GT 63.2 U/l < 44
GLDH 27.7 U/l < 13
Bilirubin-gesamt 20.5 µmol/l 8.6 - 59.9
Albumin 37.8 g/l 25-54
Globuline 27.8 g/l 24-51
Gesamteiweiß 65.6 g/l 55 - 75

Niere
Harnstoff 5.3 mmol/l 3.3-6.7
Kreatinin 100.0 µmol/l 71-159
Phosphat-anorg 0.8 mmol/l 0.7-1.5
Kalium 5.3 mmol/l 2.8 - 4.5
Natrium 134.0 mmol/l 125-150
Calcium 3.3 mmol/l 2.5 - 3.4

Pankreas
Glucose 4.7 mmol/l 3.05-4.99
Cholesterin 2.6 mmol/l 1.81-4.66

Muskel
CK 296.0 U/l < 452
LDH 352.2 U/l < 455

Mineralien
Eisen 35.7 µmol/l 17.9-64.5
Magnesium 0.8 mmol/l 0.5 - 0.9
Kupfer 17.9 µmol/l 7.9-21.0
Selen 181.4 µg/l 100-200
Mangan 2.47 µg/l 0.60 - 3.50
Zink 9.3 µmol/l 5.0-14.4

Lipämieindex 9.0 . < 50
Hämolyseindex 13.0 . < 40

Erythrozyten 8.18 T/l 6.0 - 12.0
Hämatokrit 0.42 l/l 0.30-0.50
Hämoglobin 148.0 g/l 110-170
Leukozyten 5.3 G/l 5.0-10.0
Segmentkernige 60.0 % 45-70
Lymphozyten 30.0 % 20-45
Monozyten 6.0 % 0-5
Eosinophile 4.0 % 0-4
Basophile 0.0 % 0-2
Stabkernige 0.0 % 0-6
Hypochromasie negativ neg.
Anisozytose negativ neg.
Thrombozyten 115.0 G/l 90-300

Differentialblutbild (absolute Zahlen)
Segmentkernige 3.2 G/l 3.0-7.0
Lymphozyten 1.6 G/l 1.5-4.0
Monozyten 0.3 G/l 0.04-0.4
Eosinophile 0.2 G/l 0.04-0.3
Basophile 0.0 G/l 0.0-0.15
Stabkernige 0.0 G/l 0.0-0.6
MCHC 35.6 g/dl 31-36
MCH 18.1 pg 13-19
MCV 50.9 fl 37-55

ACTH 104.0 pg/ml < 50.0
Interpretation: Aufgrund saisonaler Unterschiede müssen die Grenzwerte wie folgt interpretiert werden: ACHTUNG NEUE REFERENZWERTE: Mitte November bis Mitte Juli: negativ < 30 pg/ml grenzwertig 30 - 50 pg/ml positiv > 50 pg/ml Mitte Juli bis Mitte November: negativ < 50 pg/ml grenzwertig 50 - 100 pg/ml positiv > 100 pg/ml P

Anmerkungen zu den Untersuchungen: Die EDTA-Plasma Probe kam gekühlt bei uns an.
Anmerkung Selen: < 70 µg/l marginal 100 - 200 µg/l physiologisch > 300 µg/l hoch kritisch Fohlen (50 - 90 µg/l) und Islandpferde liegen zum Teil deutlich unterdiesen Werten.
ACTH-Bestimmung: Die ACTH-Bestimmung dient dem Nachweis eines hypophysären M. Cushing, bei dem erhöhte Konzentrationen nachweisbar sind. Durch episodische Sezernierung können zeitweise auch beimhypophysären M. Cushing Werte im Referenzbereich auftreten.ACTH ist transportlabil. Das heißt, dass beim falschen Probenmaterial (Richtig: EDTA-Plasma), oder ungekühlter Probe, dasErgebnis falsch niedrig ausfällt. Dies hat keine klinische Relevanz.

Blut aus 03.25 hier wurde nur der Leberwert und der ACTH getestet

Leber
Parameter Mth. Ist-Wert Normwert
AST GOT 423.9 U/l < 568
g-GT 31.6 U/l < 44
GLDH 8.6 U/l < 13
Lipämieindex 10.0 . < 50
Hämolyseindex 2.0 . < 40

ACTH 61.9 pg/ml

Interpretation: Aufgrund saisonaler Unterschiede müssen die Grenzwerte wie folgt interpretiert werden: ACHTUNG NEUE REFERENZWERTE: Dezember bis Juni negativ < 15 pg/ml grenzwertig 15 positiv > 40 pg/ml Juli Juli 40 pg/ml negativ: < 15 pg/ml grenzwertig: 15 - 50 pg/ml positiv: > 50 pg/ml August negativ: < 20 pg/ml grenzwertig: 20 -75 pg/ml positiv: > 75 pg/ml September - Oktober negativ: < 30 pg/ml grenzwertig: 30 - 90 pg/ml positiv: > 90 pg/ml November negativ: < 15 pg/ml grenzwertig: 15 - 50 pg/ml positiv: > 50 pg/ml
Anmerkungen zu den Untersuchungen: Die EDTA-Plasma Probe kam gekühlt bei uns an.

Blut 06.25 nur ACTH

ACTH 51.5 pg/ml

Interpretation: Aufgrund saisonaler Unterschiede müssen die Grenzwerte wie folgt interpretiert werden: ACHTUNG NEUE REFERENZWERTE: Dezember bis Juni negativ < 15 pg/ml grenzwertig 15 - 40 pg/ml positiv > 40 pg/ml Juli Juli negativ: < 15 pg/ml grenzwertig: 15 - 50 pg/ml positiv: > 50 pg/ml August negativ: < 20 pg/ml grenzwertig: 20 -75 pg/ml positiv: > 75 pg/ml September - Oktober negativ: < 30 pg/ml grenzwertig: 30 - 90 pg/ml positiv: > 90 pg/ml November negativ: < 15 pg/ml grenzwertig: 15 - 50 pg/ml positiv: > 50 pg/ml
Anmerkungen zu den Untersuchungen: Die EDTA-Plasma Probe kam gekühlt bei uns an.


VIELEN DANK für deine/eure Hilfe :2daumenhoch:
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eff-eins
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Re: Hilfe mein Pferd hat Rehe_was nun ?

Beitrag von eff-eins »

Die Leberschädigung kann durch Mykotoxine oder aber auch durch Endophyten aber auch Stoffwechselprobleme begünstigt sein.
Wie gesagt, erhöhte Leberwerte gehen häufig mit dem Cushing einher.
Da Albumin, Globuline und Gesamteiweiß im Normbereich liegen ist die Leber zwar stark und auch Zellschädigend belastet gewesen aber regenerationsfähig geblieben was die erneuten Werte ja auch widerspiegeln.

Werte aus dem KH Stoffwechsel ( Glukose, Insulin, Fruktosamin, Triglyceride) habe ich in den Blutwerten nicht sehen können.

Es stellt sich mir einmal mehr die Frage warum dann in Verbindung mit dem Cushing Verdacht eine Futteroptimierung angesprochen wurde.

Grundsätzlich ist die Optimierung und back to the Basics auch richtig aber der Zusammenhang ist mir nicht klar außer es wurde prophylaktisch empfohlen weil unbehandeltes Cushing IR begünstigt.

Mangel oder Überschüsse habe ich nicht erkennen können.
LG Kathi
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