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BeitragVerfasst: 08.12.2017, 13:02 
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Registriert: 08.12.2017, 12:41
Beiträge: 1
Mein 23jähriges Pony hat schon seit Jahren Hufrehe, was aber nie ein großes Problem war. Seit einigen Wochen läuft sie sehr schlecht. Man sieht das auch in den Wendungen. Da sie "nur" ein Beistellpony ist, bekommt sie nur eingeweichtes Heu und ein wenig Pavo Care4life. Unsere TÄ hat mir dann für 5 Tage Metacam gegeben. Danach wurde es ein wenig besser und dann wieder schlechter. Dann sollte ich ihr 10 Tage Flunodil geben, was aber keine Wirkung gezeigt hat. Sie hat eine Hufbeinabsenkung, die aber nicht schlechter geworden ist im Vergleich zu den Röntgenbildern im Frühjahr.

Unsere TÄ hat nun Blut abgenommen und der ACTH Wert liegt bei 80. Die TÄÄ ist sich aber nicht sicher, ob unsere Nicki Cushing hat, da es nicht eindeutig ist und auch evtl. von den Schmerzen kommen könnte. Seit 2 Wochen steht sie wochentags in ihrer großen Box, in der sie sich auch zwischendurch hinlegt. Die Box ist dick mit Späne eingestreut.

Nach Rücksprache mit unserer TÄ, möchte diese ihr nun einen Castverband anlegen, mit dem sie auch auf unseren Sandpaddock gehen könnte. Schmerzmittel möchte sie nicht verabreichen, da sie das nur machen, wenn das Pony nicht mehr laufen kann.

Ich würde ihr aber gerne z. B. Metacam für ca. 10-14 Tage oder länger verabreichen, um zu sehen, ob das besser hilft.

Das Problem bei unserem Pony ist auch, das man den Castverband nicht mal eben anlegen kann. Sie muss erst sediert werden, damit man das machen kann.

Nun interessieren mich eure Meinungen dazu.


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BeitragVerfasst: 08.12.2017, 14:02 
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Beiträge: 8387
Hallo und herzlich Willkommen im Forum :hallo:

Warum man sagt das bei einem Pony eine seit Jahren bekannte Hufrehe bisher kein Problem war erschließt sich mir nicht, sorry, aber vielleicht kannst du etwas zu meiner Aufklärung beitragen?

Wenn deine Maus in einer tief eingestreuten Box steht ist das doch prima, dort kann sie sich die Hüfchen so eingraben wie es ihr komfortabel ist. Zudem kann sie sich da besonders komfortabel ablegen und damit zusätzlich ihre Hufe schonen.
Unter Hufrehe und Schmerzmittelgabe sollte das Tier nicht bewegt oder dazu animiert werden!

Einen angeschlagen Organismus nun noch mit Sedativa für eine Castbehandlung um den Ausgang zu vergrössern zu belasten fände ich außerdem nicht sehr gelungen.

Auch ist ein Cast immer eine zeitlich begrenzte Sofortmaßnahme deren Erfordernis sich nicht zuletzt aus dem Röntgenbefund ergibt und nur dann Anwendung finden sollte.

Ist z.B. ein Kürzen der Trachten erforderlich um die Parallelität vom Hufbein zur Hornkapsel wieder herzustellen um dem Huf ein Herunterwachsen in Anbindung zu ermöglichen kann dies z.B. Keile erfordern um den dadurch massiven Zug auf die Bandstrukturen zu minimieren.
In dem Fall wird gerne mal ein Cast gewählt um alles an Ort und Stelle zu fixieren.
Aber das ist nun nur Theorie und keinesfalls eine Empfehlung wie bei deinem Pony vorzugehen sinnvoll ist, dazu braucht es mehr Infos sowie Huf und Röntgenbilder.

Sehr wichtig hingegen ist eine Rehegerechte Hufzubereitung die die Zehe und Hufbeinspitze aus der Last nimmt (schwebende Zehe) und die Lastaufnahme weg von den ebenfalls nicht tragfähigen Tragrändern auf den hinteren Hufbereich wo der Strahl zum mittragen herangezogen wird verlegt, idealer Weise das ganze mit einem Hufpolster unterstützt.
Ist da jetzt überhaupt irgendetwas veranlasst worden?
Wie sehen die Hufe überhaupt aus, hier wären <Fotos von Vorteil!?

Sehr effektiv ist zudem Dauerkühlung mittels Eiswürfeltütchen aus dem Supermarkt die man dem Pferdchen mit einem lockeren Bändchen um die Hufe legen kann und runterfallen wenn sie geschmolzen sind.

Welchen Grund gab es denn das es überhaupt irgendwann einmal zur Hufrehe kam, wurde das beim erstmaligen Auftreten Ursachenforschung betrieben?
Meine Stute hatte auch mal eine ECS bedingte Hufrehe als sie dreijährig war, nach eingeleiteter Prascendtherapie sowie konsequenter Haltungs und Fütterungsänderung ist das aber Geschichte und die Hufe sind wieder völlig gesundet.

Ponys sind ja nun keine kleine Pferde und können auch nicht als solche gehalten und gefüttert werden weil sie einen ganz anderen Stoffwechsel der auf Genügsamkeit ausgelegt ist haben.
Sie sind genetisch bedingt für eine Insulinresistenz prädisponiert!

Wird diese nun durch zu reichliches oder unpassende Futtermittel und Weidegang gemährt verkehrt sich dieses eigentlich tolle Phänomen was ihnen das Überleben in freier Wildbahn sicher leider ins Krankhafte und es kommt zu Hufrehen weil sowohl zu hohe Glukose als auch Insulin wissenschaftlich als Gewebeschädlich enttarnt wurden und die inneren Hufstrukturen schwächen.

Nun also vorab die entscheidende Frage:

Ist der Kohlenhydratstoffwechsel (Insulin, Glukose, Triglyceride, Fruktosamine) in der Vergangenheit oder auch jetzt unter dem erneuten Reheschub getestet worden? Wenn nein sollte dies bitte unbedingt zeitnah nachgeholt werden.

Empfehlenswert ist auch bei Cushingverdacht nicht ACTH alleine zu befragen sondern ein kombiniertes EMS/ECS Profil zu veranlassen um die Stoffwechselerkrankungen EMS, ECS und die IR wegen sich überlagernder Symptome gegeneinander abgrenzen zu können und daraus ein Gesamtmanagement ableiten zu können. Auch kann man mit den Erkenntnissen aus dem Profil mehr ableiten das Entscheidungshilfe geben kann ob man nun mit Prascend antherapieren sollte oder nicht.

Auch ein innerhalb der Referenz befindlicher ACTH Wert schließt ein ECS nicht pauschal aus, lediglich im mehrere Hunderterbereich angesiedelter Wert ist als diagnostisch Beweisführend anzusehen was die Frage nach ECS ja oder nein nicht gerade einfacher macht.

Schmerzmittel sind gleichzeitig auch Entzündungshemmer und haben von daher bei einer Hufrehe durchaus ihre Berechtigung, selbst wenn sie den Schmerz wenig minimieren können. Das das den Magen sehr belastet braucht wohl aber nicht extra betont werden weshalb insbesondere bei längerer Gabe immer Risiko/ Nutzen Abwägung stattfinden sollte

Vielleicht bist du also mal so nett und stellst Huf sowie Röntgen als auch Körperbilder gemäß der Anleitung im ABC meiner Signatur hier ein damit wir uns ein umfassendes Bild der Situation machen können.

Oftmals steckt der Fehler im Detail das das Rehelein nicht gesunden mag, das gilt es nun gemeinsam heraus zu finden wobei wir dir gerne behilflich sein werden.


PS:
Das Pavo hat als Basis Luzerne gefolgt von Apfeltrester, beides auch in minimaler Menge ein no go für ein Rehelein! Das sollte bitte nicht mehr den Weg ins Ponymäulchen finden.

_________________
LG Kathi
Hier gehts zum EMS- ECS- Hufrehe ABCBitte erstellt bei Cushingpferden einen ACTH sowie IR Verlauf als extra Thema mit Laborergebnissen (wenn vorhanden), der aktuellen Fütterung unter denen die Werte ermittelt wurden und aktualisiert diesen immer damit man darauf jederzeit Zugriff hat, Fragen gezielt beantworten und wertvolle Zeit für den Patienten wegen Rückfragen einsparen kann. Bild

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BeitragVerfasst: 08.12.2017, 14:19 
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Registriert: 26.09.2015, 15:42
Beiträge: 778
Da Kathi schon alles Wichtige geschrieben hat, bleibt mir erstmal nur ein herzliches Willkommen :hallo: und auf mehr Infos zu warten :wink:

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* Und wenn mich einer fragt: "Wie kommt es, dass Du nur noch an die Araber denkst, dass Du Dein Herz so an sie hängst?" ,kann ich keine Antwort geben, denn wer es nicht weiß, wird es nie verstehen! *

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BeitragVerfasst: 10.12.2017, 21:33 
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Beiträge: 8387
Wo bist du denn nun abgeblieben oder habe ich dich mit den vielen Info etwa verschreckt?

Um noch einmal auf einen ACTH Wert von 80 zurück zu kommen und zur sich daraus ergebenen Frage ob deine Maus evtl. Cushing hat oder nicht:

Der Wert so für sich alleine betrachtet ist kein diagnostisch beweisführender Wert sondern befindet sich im Graubereich der bis 100 angesiedelt ist.
Und natürlich hat deine TÄ recht wenn sie sich da unsicher ist ob es sich tatsächlich um ein ECS handelt das therapiebedürftig ist oder die Werterhöhung auf Grund dessen das es ein "Stresshormon" ist im Zusammenhang zu den Schmerzen durch die Hufrehe zu sehen ist.

Da bist du nun gefragt und mußt mal überlegen ob es eindeutige Symptome gibt die zu einem ECS passen wie z.B. sich überlagernder Fellwechsel und/ oder Hirsutismus.....

Wichtig ist aber eben die Abgrenzung zum EMS wegen der, wie bereits vorab erwähnt, sich überlagernden Symptomatik.

Will der Hufreheschub nicht enden und es ist wie bei euch auch das ACTH nachweislich zu hoch kann wirklich überlegt werden mit einer geringen Wirkstoffmenge von z.B. 1/8 Tablette Prascend an zu therapieren um diesen unsäglichen Kreislauf von Schmerzen= ACTH-Anstieg= dadurch Hufrehe unterhaltend= Schmerzen hören nicht auf was wieder ACTH steigen lässt zu unterbrechen.

Wie siehts denn überhaupt gerade aus um die kleine Maus?

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LG Kathi
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