Hufrehe ECS EMS Borreliose

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BeitragVerfasst: 05.11.2022, 18:10 
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Hallo, ich weiß nicht ob es hier her passt, aber ich würde gern eine Thematik ansprechen, die sich auch anders nicht einordnen lässt.

Es ist so: Ich hatte beschrieben, dass mein Pony EMS hat und trotzdem weiterhin auf die Weide muss wegen der Art der Pension. Nun war sie unter der Woche mehrere Tage drin, und ich hatte mich gefreut. Gestern dann der Schock: Pferd ist wieder draußen. Die Fesseln waren warm und ich hatte das Gefühl sie läuft klamm. Es war schon ziemlich spät und ich wollte einfach abwarten. Nach dem Reiten waren die Hufe auch wieder kalt.

Heute Morgen war sie dann schon wieder draußen (schlimmes Rehewetter!). Der Kronrand war total dick angeschwollen. Ich habe sie sofort reingeholt und gekühlt. Warm waren die Hufe nicht, das Pferd lief auch normal. Habe dann den Tierarzt angerufen um zu fragen was ich tun soll. Sie meinten, das wäre auffällig und bis Montag solle das nicht warten. Da sie aber selber nicht kommen konnten, verwiesen sie mich an eine Praxis. Als die Ärztin kam war der Kronrand wieder dünner. Sie gab mir ein Schmerzmittel, was mein Pferd jetzt vier Tage lang kriegen soll. Alle anderen Anzeichen waren negativ. Sie meinte, das könnte das Initialstadium der Rehe gewesen sein. Mein Partner meint, ich habe mich ja schon Wochen da reingesteigert und war doch klar, das sie nichts hat. Zumindest ist der Stall jetzt verpflichtet sie drin zu lassen. Leider muss sie dann den halben Tag alleine stehen, das fand sie blöd. Ich habe da auch ein schlechtes Gewissen. Es gibt eine Art Heuraufe mit verschiedenen Öffnungen, da könnte sie sich beschäftigen.

Ich fühle mich jetzt einfach mies. Ich denke, den Notdienst in Anspruch zu nehmen war total überflüssig. Ich habe riesen Angst vor der Rechnung. Gemacht hat die Ärztin an sich nicht viel, das Medikament muss ich auch selber geben. Wie hoch wird das Ausfallen? Für die Reitstunde und Physiotherapie habe ich jetzt die nächste Zeit dann wohl nichts mehr übrig..

Habt ihr schonmal „übertrieben“? Irgendwie könnte ich etwas Aufheiterung gebrauchen.


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BeitragVerfasst: 05.11.2022, 19:47 
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Guten Abend PonyLola,

warum sollst du übertrieben haben??
Ich finde nicht, dass du übertrieben hast, du hattest Angst um dein Pferd u da ist es absolut legitim einen TA zu rufen, auch wenn es im Notdienst ist!
Viel schlimmer fänd ich es anders herum, wenn du nichts gemacht hättest und dann wär im Nachhinein was passiert!!

Natürlich kann die Rechnung etwas höher ausfallen als sonst, wegen dem Notdienst!
Hatte ich persönlich zum Glück noch nicht, aber wenn der TA nicht so viel gemacht hat, wird es bestimmt nicht sooo schlimm!!

Das dein Pony nun den halben Tag alleine sein muss ist natürlich für DICH nicht so schön, aber besser so, wie dass dein Pony eine Rehe bekommt!
Das wäre meiner Ansicht nach viel schlimmer!!

Also Kopf hoch und du brauchst dich wirklich nicht mies fühlen :tröst:

Gruß Tina

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BeitragVerfasst: 05.11.2022, 19:54 
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Danke für deine lieben Worte :-)
Ich habe mich echt schlecht gefühlt, da ich von meiner Familie echt viel Gegenwind dafür bekommen habe. Ich hatte auch echt Sorgen, dass es dem Pferd auf die Psyche schlägt allein zu stehen. Aber du hast recht, das ist das kleinere übel gegenüber einem Reheschub. Vielleicht gewöhnt sie sich ja auch dran :)


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BeitragVerfasst: 05.11.2022, 20:39 
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Den Gegenwind kenne ich nur zu gut, aber du hast nach deinem Gefühl gehandelt und das ist absolut nicht verwerflich!!

Du hättest dir bestimmt viel mehr Vorwürfe gemacht, wenn du nicht gehandelt hättest und dann schlimmeres passiert wäre! :tröst:

Ja, dein Pferdi wird sich mit Sicherheit an die Trennung gewöhnen, du solltest sie halt nicht „bemitleiden“, denn das merken sie ziemlich schnell, die Fellnasen; sondern sie mit deinem Gefühl darin bestärken, dass es gut u richtig für sie ist!!

LG Tina

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BeitragVerfasst: 05.11.2022, 20:46 
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Hallo! Ich kann garnicht mehr zählen, wie oft ich schon mit einem unserer Tiere den Notdienst bemüht habe. Lebensbedrohlich war es zum Glück nicht immer. Aber das muss es ja auch nicht sein für den Notdienst. Im Prinzip geht es halt darum, das wenn das Tier etwas hat, was man selbst nicht einschätzen kann und demnach nicht einfach 2-3 Tage Zeit hat um vom Tierarzt beurteilt zu werden. Und nichts anderes war eure Situation. Ist doch gut, dass du nun gleich mit der Medikation gegensteuern kannst! Besser als abwarten und dann nach dem Wochenende ein noch größeres Problem zu haben. Ich mache es in für mich nicht eindeutigen Situationen auch so, ich rufe an und verlasse mich dann auf die Einschätzung des Tierarztes, ob er rauskommt oder was ich machen/ beobachten soll.
Von den Kosten her ist es verschieden. Ich meine rechtlich ist es so, dass eine Notdienst Gebühr von 50€ anfällt. Und es ist erlaubt im Notdienst den 4,0 fachen Satz abzurechnen. Ob sie es denn tun bleibt dem TA überlassen, ich glaube die „müssen“ min. den 2,0 fachen Satz der GOT abrechnen. Wenn bei euch nicht viel gemacht wurde, kann das dann auch nicht unglaublich viel bei rauskommen. Vermutlich allgemeine Untersuchung Pferd und dann noch spezielle Untersuchung Bewegungsapparat oder so.
Wenn ein Tier Hilfe braucht, ist es egal welche Uhrzeit oder welcher Wochentag ist- basta!

Also ich finde du hast alles richtig gemacht und lieber einmal zu viel und oder zu früh reagiert, als zu spät oder garnicht!

Viele Grüße und gedrückte Daumen, dass dein Pony mit einem blauen Auge davon kommt!

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BeitragVerfasst: 05.11.2022, 21:08 
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Registriert: 24.02.2012, 15:47
Beiträge: 11203
Es ist absolut nicht übertrieben den TA auch am WE und/ oder Nachts zu rufen wenn das Pferd Kolik oder Rehesymptomatik zeigt.
Beides ist ein Notfall und gehört in tierärztliche Behandlung. Punkt!!!

Das hat dein TA mit dem du ja zuerst telefoniert hast auch ganz klar gesagt das er eine Vorstellung beim TA für erforderlich hält. Warum das angezweifelt und du quasi als hysterisch dargestellt wirst finde ich unverständlich und überflüssig.
Du hast richtig und verantwortungsvoll gehandelt und das verdient LOB!!!!

Partner und Familie sind dafür da einen in den Arm zu nehmen und, selbst wenn die Umstände oder das Tier etwas sachlicher von ihnen betrachtet wird, zu unterstützen statt Fürsorge als übersteigertes Handeln zu betiteln.

Das effektivste gegen eine Hufrehe, so es denn eine ist, ist dauerhaftes kühlen (Eiswürfeltüten um die Hufe und Fessel gebunden), Aufstallen in einer tief und weich eingestreuten Box/ Krankenbereich und vor allem runter von der Wiese, weg von allem Futter außer Heu in angepasster Menge, keine Zwangsbewegung.

Da es sich bei einer Hufrehe nicht um eine Entzündung im herkömmlichen Sinne handelt, insbesondere nicht wenn die Ursache im Stoffwechsel wie bei Cushing, Insulinresistenz oder metabolischem Syndrom (also endokrin bedingt) begründet liegt, helfen Schmerzmittel kaum oder gar nicht.
Das kommt letztlich auch einem puscheln an den Symptomen gleich welche sich gar nicht relativieren können wenn die Ursache nicht gefunden und ausgeschaltet wird.

Ponys reagieren sogar mit Pech auf den Wirkstoff Phenylbutazon (Schmerzmittel) mit einer Rehe bzw. wird eine bestehende Hufrehe bei den Pferden die es nicht vertragen dadurch unterhalten.
Schmerzmittel sind zudem sehr magenschädlich und es sollte nur kurzzeitig unter Risiko/ Nutzen Abwägung angewendet werden.

Meines Erachtens macht es aber mehr Sinn präventiv zu agieren weil Vorsicht immer besser ist als Nachsicht, das spart Kummer, Geld und vor allem immenses Leid für das Pferd.
Langfristig wirst du dir für dein Pony einen anderen Stall suchen müssen wenn der Jetzige deinen Wünschen nicht entsprechen möchte oder aus welchen Gründen auch immer nicht kann.

Als meine Hermine damals dreijährig an Hufrehe erkrankte und nach Ursachenforschung und Blutprofil EMS/ ECS und IR diagnostiziert wurde hatte ich Angst ihr Halbbruder könnte es auch haben.
Mein Mann meinte zuerst auch das ich ihn nicht krank reden sollte, er hätte doch nichts und wäre quietschfidel gab mir aber wegen einer eventuell möglichen genetischen Prädisposition bei bestehendem Verwandtschaftsverhältnis recht.
Bingo!! Der kleine Muckel wurde genau wie unsere Stute in allen drei Stoffwechselentgleisungen positiv getestet.

Ich will damit sagen das wir, die wir sehr nah am Tier dran sind oftmals ein gutes Gespür dafür entwickeln wenn etwas nicht stimmt lange bevor es für andere offensichtlich wird.

Pferde sind in Haltung und Gesunderhaltung immens kostspielig, darüber muß man sich schon vor der Anschaffung im Klaren und ein finanzielles Polster entsprechend dick sein.
Ist ein Tier krank gehört es adäquat behandelt ohne das man lang und breit innerhalb der Familie darüber diskutieren muss.

Mein Leitsatz heißt seit langem:

Früher hatte ich Zeit, Geld und saubere Fingernägel. Heute hab ich ein Pferd :gig:

Gute Besserung deinem Pferd :daum:

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LG Kathi


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BeitragVerfasst: 06.11.2022, 17:04 
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Registriert: 31.10.2022, 23:06
Beiträge: 8
Nochmals ganz lieben Dank für alle Beiträge und lieben Worte. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen :)

Leider gab es heute ein Problem: Die Tierärztin hat meinem Pferd Equipalazone (den Wirkstoff kann ich mir nicht merken) verschrieben. Ich habe das dann gestern gegeben, obwohl sie gar keine Schmerzen hatte und es laut TA als Vorbeugende Indikation dienen sollte. Ich habe danach erst gelesen, was das für Kram ist und das Islandponies das gar nicht bekommen sollen!

Heute ging es ihr nicht gut. Sie hatte Durchfall und Kolikartige Symptome. Ich bin so sauer auf diesen Tierarzt! Gerade da mein Pferd Stoffwechselstörungen hat und Magenprobleme hätte sie ein anderes Schmerzmittel bekommen müssen. Ich habe ihr dann die SpeediBeets gegeben und Kräuter für Nieren und Leber. Wir sind dann ein ganzes Stück gegangen, am Ende ging es wieder besser, sie hat dann auch gepullert. Ich mache mir jetzt große Sorgen, weil dieser Dreck wohl 50-100 Stunden im Körper bleibt. Viele Berichten darüber, ihr Pony hätte danach Nierenversagen bis hin zum Tod bekommen. Ich habe das natürlich nicht weiter gegeben.

Kennt sich jemand damit aus? Endet das immer so schlimm nach einer Dosis?


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BeitragVerfasst: 06.11.2022, 20:57 
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Registriert: 24.02.2012, 15:47
Beiträge: 11203
Ich habe dein Phenybutazon Beitrag in deinen Vorstellungsthread übernommen.
Es ist, weil ja alles dein Pferd betrifft, für Leser und Beitragsverfasser einfacher alle Zusammenhänge in einem Thema nachlesen und gezielt darauf antworten zu können.

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LG Kathi


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BeitragVerfasst: 09.11.2022, 10:39 
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Registriert: 07.06.2022, 14:59
Beiträge: 181
Hallo auch von mir.
Manchmal hat man echt Pech mit den Tierärzten und schon muß mans ausbaden.
Du könntest homöopathisch Nux vomica geben, das entgiftet und schadet auf jeden Fall nicht.
Ich halt die Daumen, dass die üblen Symptome bald abklingen!
Fühl Dich mal gedrückt!


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