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 Betreff des Beitrags: Basisinfo: Testverfahren zur Diagnose des ECS (Cushing)
BeitragVerfasst: 29.10.2006, 13:56 
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1. Low.-Dex.-Test
Indikation: Screening-Test zur Sicherung der klinischen Verdachtsdiagnose Morbus Cushing.

Testdurchführung:
1. erste Blutentnahme = Basalwert (Blutentnahme gegen 16-18 Uhr)
2. Injektion von 40 µg/kg bzw. 2 mg/50 kg Dexamethason i.m.
3. Blutentnahme ca. 16 Stunden p.i. ca. 8 -10 Uhr = Suppressionswert 1
(4. Es kann noch ein 2. Suppressionswert nach ca. 20 Stunden p.i. = ca. 12 Uhr mittags genommen werden.)

Bewertung:
Unverdächtig: Basalwert im Normbereich oder geringgradig erhöht (stressbedingt)
beide Suppressionswerte < 10 ng/ml
Morbus Cushing: Basalwert im Normbereich oder erhöht und einer oder beide Suppressionswerte >10 ng/ml

weiteres: http://www.laboklin.de/en/Products/norm ... nktion.htm

Bewertung des Testverfahrens:Ein sehr sicheres Testverfahren zur Diagnose eines hypophysären Cushings,welches ohne besondere Schwierigkeiten durchzuführen ist.
Bei negativem Ergebnis ist das Ergebnis zu ca 10% falsch negativ,besonders bei frühen Formen des hypophysären Cushings.
Es wird geraten, den Test bei negativem Ausgang, aber bleibendem Cushingverdacht zwei, drei Monate später noch einmal zu wiederholen.

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BeitragVerfasst: 29.10.2006, 14:14 
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2. ACTH-Test

Indikation: Einzelparameter mit der besten Aussagekraft beim Pferd, da beim Pferd fast ausschließlich hypophysenabhängiger Morbus Cushing beschrieben sind.
Bei Tieren, bei denen sich aufgrund bestehender Rehe-Symptomatik oder anderer Besonderheiten ein Screeningtest mit folgend steigenden Cortisolkonzentrationen verbietet, ist die ACTH-Bestimmung eine annehmbare Alternative.
Generell ist einem Funktionstest für die Diagnose eines Morbus Cushing aber der Vorzug zu geben.

ACTH ist ein guter Parameter zur Therapiekontrolle bei bestehendem Morbus Cushing.

Bewertung:
< 50 pg/ml: M. Cushing ist unwahrscheinlich, allerdings können durch die
episodische Sezernierung zeitweise bei Hypophysenadenomen Konzentrationen im Normbereich auftreten. Eine Nachtestung muss erwogen werden.
> 50 pg/ml: Das Vorliegen eines Hypophysenadenoms ist wahrscheinlich, es können aber vereinzelt erhöhte Konzentrationen auch unter Stress gemessen werden.

Problematik:
Im Hinblick auf eine größtmögliche diagnostische Aussagekraft sollten die Proben mit Aprotinin versetzt werden (oder gefroren)
http://elib.tiho-hannover.de/dissertati ... c_2001.pdf
Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat ein neues Serum-Röhrchen entwickelt ,in welchem das Blut nicht mehr eingefroren werden muss.
Dies muss vom TA angefordert werden:
http://www.bioscientia.de/biocontrolDeDe/De/home.htm oder in der TH Hannover

Falsch erniedrigte oder normale Werte können auch durch unsachgemäßen Probentransport (zu warm bzw. nicht abzentrifugiert) sowie durch Einsendung von falschem Probenmaterial (kein EDTA-Plasma) auftreten.

Dieser Test ist der genaueste Test, um die Diagnose Cushing zu festigen. Leider ist er sehr aufwendig. Das Blutserum muss dazu bei -40 °C gefroren zum Labor geschickt werden und darf keinesfalls auftauen. Dort wird das Hormon der Hirnanhangsdrüse ACTH direkt im Blut nachgewiesen. Bei einem adrenalen Cushing befindet sich nur wenig ACTH im Blut. Bei einem Tumor der Hirnanhangsdrüse aber, der dieses Hormon ständig freisetzt, ist der ACTH-Level im Blut dementsprechend erhöht. Leider zerfällt ACTH außerhalb des Körpers sehr schnell. Deshalb sind besondere Vorkehrungen für die Entnahme und den Transport des Blutes bzw. Blutserums notwendig. Unter normalen Praxisbedingungen ist ein ACTH Level Test so nicht durchführbar.

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