ich habe vor 11 Jahren schonmal einen Beitrag hier verfasst und bin auch von allen Erfahrenen unter euch sehr gut beraten worden, als mein Shetty - Lillyfee (ca. 23 J) - damals einen Reheschub hatte.
Ich kann es noch immer nicht ganz glauben aber nach ganzen 11 Jahren purer Lebenslust befinden wir uns nun wieder in einer ähnlichen Situation.
Ich finde leider meinen Beitrag von damals nicht mehr und ich weiß auch meinen Benutzernamen nicht mehr, deswegen habe ich mich neu registriert und hoffe so sehr ihr könnt mir den einen oder anderen Ratschlag aus eurer Erfahrung heraus geben.
Kurz zur Vorgeschichte: als ich Lilly 2013 übernommen habe, wusste ich, dass sie bereits beim Vorbesitzer erstmalig einen Reheschub hatte. Damals kannte ich mich mit dieser Krankheit überhaupt nicht aus und dachte, sie wäre "geheilt" nachdem sie dann bei ihm noch 2-3 Jahre symptomfrei gelaufen ist. Ich habe meine Pferde bei mir zu Hause im Offenstall auf ca. 1000m² befestigtem Auslauf und damals noch so oft wie möglich auf der Koppel. So auch Lilly und dann dauerte es nicht lange (ich glaube sie war ca. 9 Monate bei mir) als sie dann im Jänner 2014 wieder einen Reheschub hatte. Dieser hat in Summe 4 Monate gedauert und damals habe ich hauptsächlich mit Phenylbutariem und Blutverdünner in den ersten Wochen behandelt (hat sie übrigens gut vertragen). Die Hufe waren heiß also habe ich sie täglich stundenlang in Eiswasser gestellt und nur gewaschenes Heu gefüttert. Als ich die Medikamente allerdings abgesetzt habe ging es leider wieder los. Irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass ich ihr keine Medikation mehr geben möchte, da sie meines Erachtens eher an Organversagen sterben würde als an der Rehe... Sie stand natürlich separiert von den anderen auf ganz weichem Strohbett, Hufschmied war regelmäßig da und irgendwann nach ca. 4 Monaten war die "Geschichte" innerhalb von ein paar Tagen vorbei. Und dann 11 Jahre lang NICHTS!
Ich habe mich natürlich dann intensiv in das Thema eingelesen und habe auch von euch sehr wertvolle Beratung bekommen. Die Röntgenbilder haben dann eine Senkung und eine Rotation von 7° links und 9° rechts gezeigt. Das Blutbild habe ich auf Cushing testen lassen - leider positiv.
Seitdem bekam sie täglich Prascend/Pergolid und bei den regelmäßigen Kontrollen war der Wert immer ok. Sie ging als Handpferd mit bei Ausritten (nur mit Hufschuhen), es gab lange Zeit (ich glaube fast 5 Jahre) kein Gras oder irgendeine Form vom Zucker. Im sechsten Jahr dann fühlte ich mich recht sicher und habe sie manchmal mit einer Karotte oder einem Stück Apfel belohnt und ging auch von Zeit zu Zeit mit ihr ein paar Minuten grasen. Ich habe immer darauf geachtet, dass sie nicht zu dick wurde und ging ca. 4x pro Jahr auf die Waage um die Kontrolle zu behalten. Alles super - ich hatte scheinbar Jahrelang alles im Griff!
Und dann BANG !!!!!!! Ende Februar diesen Jahres hat es uns eiskalt erwischt... Natürlich sofort Tierarzt als ich erste Anzeichen bemerkt habe und da hieß es sofort
- Metacam
- Blutverdünner
- weich stellen
- kühlen
- Hufe bearbeiten
Ich muss dazu sagen, dass ich zwei Hufschmiede habe und beide unabhängig voneinander behauptet haben, es sei KEINE Hufrehe. Die Hufe waren diesmal nicht heiß und es war keine Pulsation zu spüren. Auf den neuen Röntgenbildern war kein Unterschied/keine Verschlechterung im Vergleich zu vor 11 Jahren zu sehen. Diese Aussagen haben mich natürlich sehr verunsichert, daraufhin habe ich einen zweiten Tierarzt geholt, der wiederrum meinte: eindeutig Rehe!
Also habe ich mit der Behandlung lt. den TÄ weitergemacht und es hat sich nichts getan. Keine Verbesserung... habe dann zwischendurch mal Previcox versucht um zu sehen ob sie darauf vielleicht anspricht - nichts! Die TÄ hat mir dann zu Phenylbutariem geraten was ich im ersten Schritt abgelehnt habe, da ich bzgl. Nebenwirkungen ein gebranntes Kind bin (hatte mit einem unserer Hunde die Hölle durchgemacht aufgrund Nebenwirkungen von div. Medikamenten)
Habe mich dann entschieden, wie vor elf Jahren, einfach nichts mehr zu tun und hoffen dass es vorbei gehen würde. Sie war natürlich vom ersten Tag an separiert, zuerst in Torfbett, dann umgestellt auf Sägespäne. Leider hat sie diesmal gewaschenes Heu verweigert, also habe ich ihr Heucobs gegeben.
Der Zustand hat sich dann Ende Mai von einem auf den anderen Tag rapide verschlechtert und sie ist nur noch gelegen und konnte kaum noch aufstehen. An diesem Tag war zufällig eine Freundin von mir (die auch Pferde-TÄ ist) in der Nähe und kam vorbei.
Sie hat mich vor die Wahl gestellt es entweder noch mit Phenylbutariem zu versuchen (da ja alles andere bis dato nicht gewirkt hat) oder sie gehen zu lassen.
Ihr könnt mich jetzt egoistisch nennen, aber ich konnte sie nicht gehen lassen. (Bei einem meiner Hunde habe ich so ein Martyrium mitgemacht - 3 Monate lang - und stand mehrmals so knapp vor der Entscheidung und mein innerstes hat mir immer abgeraten und dann hat sie sich erholt und ein halbes Jahr später war sie wieder mein kleiner Panzer wie eh und je .. bis heute noch sprudelt sie vor Energie und Lebensfreude - sorry für den Abschweifer, aber ich wollte dass ihr versteht warum ich nichts unversucht lassen wollte)
Jedenfalls haben wir mit der maximal-Dosis angefangen und dann langsam reduziert. Ich muss dazu sagen, dass der Hufschmied bei diesem Reheschub ziemlich mangelhaft gearbeitet hat (wie sich später herausstellte) und leider auch sehr unzuverlässig war.
Ich habe mehrmals bzgl. Klebebeschlag nachgefragt und immer wieder wurde mir versichert, dass er das Material bestellt und dann machen wir das. Es ist nie zustande gekommen, bis ich genug hatte und im Internet einen HS gefunden habe, der auf "Problemhufe" spezialisiert ist . Der hat uns Gott sei Dank sehr spontan und kurzfristig geholfen und nun hat sie seit einer Woche den Bekleb und läuft nochmal um Weeeeelten besser als zuvor! In 5 Wochen kommt er wieder und bearbeitet wieder neu inkl. neuem Bekleb. Diese typischen "Reheringe" am Huf hat sie übrigens diesmal nicht .
Schritt geradeaus ist fast rein, Wendungen links fast ok, rechts noch schwierig ...
Sie bekommt immer noch 2ml Phenylbutariem pro Tag und ich möchte das Zeug natürlich loswerden, meine Sorge ist aber, dass es wieder schlechter wird wenn ich damit aufhöre und sie wieder in einen akuten Schub hineinfällt.
Also meine Fragen an euch sind wie folgt:
1. Ab wann kann man sagen ein Schub ist "vorbei"? Erst wenn gar keine Anzeichen mehr da sind oder wann?
2. Wer hat Erfahrungen mit Bekleb? Kann ich davon ausgehen, dass das Gangbild wieder ganz normal wird?
3. Wieviel Bewegung ist gut für sie? Soviel sie selber gehen will im Offenstall? Oder eher kontrolliert?
4. Ab wann kann ich sie wieder in die Herde lassen? Muss sie dafür 100% fit sein oder besteht die Gefahr, dass sie durch unkontrollierte Belastung plötzlich wieder schlechter geht?
Sorry für diesen Roman wirklich - ich wusste selbst nicht, dass soviel zusammenkommt bei dieser Geschichte...
Für eure Erfahrungen wäre ich euch wie immer sehr dankbar!
Alles Liebe für euch und eure Fellnasen inzwischen
Nicole & Lillyfee

