ich schleiche schon eine Weile als Gast in diesem Forum herum und hab mich heute aus der Verzweifelung angemeldet
Es geht um meine 18,5 Jahre alte Hafi-Stute Lisha. Vor 4,5 Jahren hatte sie den ersten Reheschub. Damals war sie fett, richtig fett. Das muss ich zu meiner Schande gestehen. Zusätzlich kam kurzes, fruktanreiches Gras und Naschen an Lebensbäumen hinzu. Wir haben den Schub gut gemeistert, auch wenn es schwierig war.
Dann hatten wir Ruhe. Alles war gut. Lisha nahm ab, Gras gab es nur noch streng reduziert und mit Mauli. Röntgenbilder waren gut, keine Rotation oder Senkung. Bis sie mir in diesem Frühjahr (Mai) ausbüxte und sich das junge Gras sicherlich eine Stunde reinzog
Im Juli hatte sie wieder einen Schub. Ohne erkennbaren Grund. Mir war nur aufgefallen, dass sie lange im Fellwechsel steckte und Fetteinlagerungen über den Augen hat.
Jeder Tierarzt lachte mich aus, wenn ich meinen Verdacht auf ECS aussprach.
Kurz und gut. Seit 15 Tagen steht sie wieder lahm mit neuerlicher Rehe. Ich könnte heulen. Endlich habe ich einen Tierarzt gefunden, der meinen Verdacht ernst nimmt und morgen wird Blut abgenommen. Hatte mir das Datenblatt von hier ausgedruckt und mitgenommen zur Besprechung. Er war davon nicht verschreckt, sondern fand es gut und hat es direkt für sich beschlagnahmt
Meine Maus bekommt jetzt seit 15 Tagen Metacam und wenn die Blutabnahme durch ist auch wieder Heparin. Füßchen werden gekühlt. Wobei sie diesmal eine atypische Rehe zeigt. Also weder erwärmte Hufe hat noch deutliche Pulsationen. Heu bekommt sie insgesamt 7 kg auf 5 Mahlzeiten, davon werden 2-3 gewaschen (30-60) Minuten. Abends gibt es Kwikbeets (150g) mit Bierhefe. Sie steht mit ihrer Kumpeline im Offenstall. Wobei derzeit nur der Stall zur Verfügung steht (extradick eingestreut + Stallmatten) und ein Mini-Auslauf von 12 qm. Wenn ihre Kumpeline in den großen Auslauf darf, bleibe ich bei ihr und das ist okay.
Achso, sie läuft Barhuf bzw zur Zeit bekommt sie Verbände an, die ich im zwei-Tages-Rhytmus wechsele.
Der Witz an der Sache ist, dass sie funkelnde Augen hat, mit den Ohren spielt und offensichtliche Lebensqualität hat, trotz dieser miesen Situation. Ganz "einknasten" kann ich sie nicht, auch wenn es das beste für sie wäre. Sie ist seit Geburt an Offenstall gewöhnt und zerlegt mir jede Box bzw verletzt sich selber.
Hab ihr vielleicht noch einen Tipp? Ich bin manchmal echt am überlegen, ob ich ihr den ganzen Stress weiter antun soll... und dann brabbelt sie mich an und schaut mich aus ihren Koboldaugen an und ich sehe wie viel Willen dieses Pferd noch hat. Dann kann ich doch nicht aufgeben...
Liebe Grüße,
Dani
PS.: Gras hat sie seit ihrem "Ausflug" im Mai keins mehr gesehen.


