ich wollte hier mal meinen Werdegang teilen und mich mit euch austauschen.
Ich habe einen dt. Reitpony Wallach, der dieses Jahr leider seinen ersten Reheschub hatte.
Nachdem er letztes Jahr Druse hatte und diese zum Glück gut überstanden hat waren wir wieder am antrainieren und auch auf Turnier in der Klasse A erfolgreich unterwegs. Nach der Druse haben wir allerdings den Stall gewechselt und sind in einen Stall mit deutlich mehr Koppelgang gezogen. Dort ist über den Sommer die Weide 24/7 offen, wir haben sehr gewissenhaft angeweidet und die Pferde standen aufgrund der fiesen Bremsen dieses Jahr lieber oben im Offenstall mit Heu. Da mein Pony auch nicht zunahm, keine Magenprobleme zeigte und im Training super lief habe ich nicht weiter drüber nachgedacht.
Mein Schmied meinte beim Beschlag im Juni, dass er ihn aber für einen Rehekandidaten hält und ich das beobachen soll. Er ging nie lahm oder fühlig (Boden ist bei uns eher hart) und war so motiviert wie noch nie. Ich habe trotzdem die TÄ kommen lassen, die meinte in seinem Alter, ohne Übergewicht und so wie er läuft soll ich mir keine Gedanken machen. Zangentest war auch negativ.
Einen Monat später im Juli hatte er sich vorne rechts das Eisen abgezogen und ging daraufhin lahm. Da er nur rechts lahm ging war der erste Verdacht Prellung oder Abszess. Verband drauf und angießen, damit der Abszess reift. Nach 14 Tagen konnte immer noch kein Abszess gefunden werden, deswegen wurde geröntgt. Das war unauffällig.
Zur weiteren Diagnostik sollte er in die Klinik, dort wurde nochmal geröntgt und wir bekamen die Diagnose Rehe auf beiden Vorderbeinen mit leichter Rotation und Absenkung. Cushing und EMS Test war negativ, Blutwerte in Ordnung.
Er blieb 14 Tage in der Klinik, bekam Heparin, Schmerzmittel und Blutegel und wurde auf Keile gestellt. Nach 10 Tagen dort wurde er mit einem Rehebeschlag beschlagen und seitdem läuft er als wäre nie etwas gewesen. Mitte August sollten wir dann mit dem Schrittführen anfangen. 5 Minuten pro Tag und das jede Woche um 5 Minuten steigern.
Benehmen war leider nicht so sein Ding und so hat er mir bei 25 Minuten den Arm gebrochen und ich musste operiert werden. Führen ging deswegen nicht mehr und ich wollte auch nicht, dass er noch andere gefährdet. Also wurde in Absprache mit der TÄ beschlossen, dass er 30 Minuten am Tag freilaufen darf (ohne zu treiben). Am besten soll er Schritt gehen, wenn er aber mal trabt/galoppiert ist das eben so. Dieses Programm machen wir seit 6 Wochen und er ist mittlerweile bei einer Stunde Schritt und 5 Minuten Trab/Galopp, nach belieben. Er läuft komplett lahmfrei und wirkt nicht als würde er Schmerzen haben.
Diese Woche wird beim Beschlagen wieder geröntgt und wenn das gut aussieht darf er hoffentlich wieder stundenweise in den Offenstall.
Er bekommt momentan tgl. 6 kg gewässertes Heu bei 400 kg und das Atcom Rehe Mineral.
Gibt es hier noch Empfehlungen, um die Heilung zu fördern?
Im November wäre Wurmkur und Impfen dran. Ist das gerade zu empfehlen? (Impfen könnte man auch erst noch sein lassen, da er turniermäßig alle 6 Monate geimpft wird und das aber nun ja nicht zwingend nötig wäre)
Was sind eure Erfahrungen bezüglich Reitbarkeit/Belastbarkeit? Laut TÄ wird er in Zukunft vermutlich wieder voll belastbar (hoffentlich!)
Wie habt ihr eure Pferde nach einem Reheschub bewegt?
Was denk ihr über das Handling bisher?
Natürlich kläre ich das alles auch mit der TÄ ab, aber mich würden eure Meinungen interessieren
LG

