Für mich persönlich gilt nach wie vor der Grundsatz: Weniger ist Mehr! Etienne hat eigentlich nur Heu bekommen und ein wenig Schüsselfutter (Handvoll Hafer oder Aspero oder so), weil die Stute und Pitti ihre Heucobs brauchten und er maulig war, wenn er nix bekommen hat. Auch in früheren Jahren hat er niemals soviel Müsli bekommen, wie andere damals in die Tröge ihrer Pferde geschüttet haben. Obwohl er auf Distanzen und Wanderritte trainiert wurde und auch lange Geländeritte mit viel Trab und vor allem bei ihm Galopp absolviert hat. Täglich. Der sah immer gut aus, in der Weidezeit natürlich meist viel zu fett.
Und daher stosse ich immer wieder an meine Verständnisgrenze. Ich persönlich traue mir nicht zu, den wirklichen Bedarf eines Pferdes oder Ponys zu beurteilen. Benötigt ein Pony wirklich Vit. E aus industrieller Produktion? Oder auch Reiskleie, die es niemals in freier Wildbahn finden würde. Auch an Bierhefe wird ein Pferd so niemals rankommen, zumal viele Pferde erst an Bierhefe gewöhnt werden müssen. Da hab ich dann mit Sonnenblumenkernen in geringer Menge oder eben anderen Sämereien noch am wenigsten Probleme.
Natürlich ist mir schon klar, dass ein Pferd im Distanzsport mehr Energie benötigt als ein Beisteller. Keine Frage. Und ein Pferd, was durch die Diät an die Gewichtgrenze nach unten gekommen ist, muss auch wieder aufgefüttert werden. Keine Frage.
Aber ich überlege immer wieder, ob hier nicht doch wieder der Fütterungstrieb des Menschen Oberhand gewinnt, nur, dass eben kein fertiges Müsli mehr in den Trog geschüttet wird.
Ich hoffe, ihr versteht, worauf ich hinaus will und vor allem, dass es kein Angriff auf irgendwen persönlich darstellen soll. Es ist einfach mein Verständnis, was nicht hinterherkommt. Wenn ich überlege, dass es studierte Leute (ja, auch die sind nicht immer schlauer als andere) gibt, die sich mit nichts anderem beschäftigen, als Ernährung von Pferden, dann frage ich mich, warum, wenn Mineralien nötig sind (durchs Heuwaschen z. B.) man nicht ein abgestimmtes Futter nach Analyse und Status des jeweiligen Tieres (Arbeitsleistung, Alter, Gewicht) gibt. Ich frage mich halt immer wieder, ob diese ganzen Sachen wirklich so gut sind.
Wie gesagt, ich will hier niemandem auf den Schlips treten, es soll sich auch keiner genötigt fühlen, sich rechtfertigen zu müssen. Alle wollen nur das beste für ihr Tier. Ich will es nur verstehen
