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BeitragVerfasst: 28.08.2010, 18:11 
http://cal.vet.upenn.edu/projects/equin ... l_2005.pdf

Hier wurden 3 Gruppen von klinisch gesunden halbwilden Pferden bzw. Weidepferden (alle Pferde waren Blutabnahmen gewöhnt) untersucht. Es wurde herausgefunden, dass die Jahreszeit und das Alter des Pferdes Einfluss auf die Höhe des ACTH bzw. auf den Dex-Test haben (siehe Grafiken, für die die kein englisch lesen).

Im Herbst hatten fast alle Pferde einen erhöhten ACTH. Ältere Pferde hatten einen höheren als jüngere. In den übrigen getesteten Monaten hatten fast alle Pferde einen ACTH in der Norm.


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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 04:47 
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Mir fehlt grade die Zeit um wirklich gründlich zu lesen, aber das scheint eine sehr interessante Untersuchung zu sein. Danke Annette!
Bisher wird ja meist davon ausgegangen das es öfter falsch-negative Testergebnisse gibt, das nur ein positiver Test als gesichert gilt und das der Herbst der beste Zeitpunkt für einen aussagekräftigen Cushingtest sei. Muss man diese, in Foren oft getroffene Aussage, jetzt überdenken? Gibt es hier Pferdebesitzer deren Pferde im erstmalig im Herbst und positiv getestet wurden, die nicht mit Pergolid behandelt wurden und bei einer Nachtestung im Frühjahr unauffällige Werte hatten?

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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 06:12 
Zitat:
Muss man diese, in Foren oft getroffene Aussage, jetzt überdenken?


Genau das war das, was ich am Freitag auch gleich gedacht hab, als ich mir die Grafiken angeschaut hab und dann noch: woran liegt das? Am Fellwechsel? An den angebotenen Gräsern, die zu der Zeit auf der Weide stehen? An der Tageslichtlänge?


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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 07:36 
Auf http://www.ecirhorse.com, was im Grunde die Zusammenfassung der Yahoo Equine Cushings Group ist, wird geraten, die erstmalige Cushingdiagnose nicht unbedingt auf einen Herbsttest zu gründen...

Wogegen die "full blown" Cushis, also die es schon ganzjährig haben, im Herbst Werte in den 1000ern haben können. Vielleicht gründet sich daher die Aussage, dass man es im Herbst besonders deutlich sieht. Nur der Schluss wäre dann falsch, die Erstdiagnose im Herbst zu stellen. Gerade, wenn der Herbstwert im "Graubereich" liegt.

Nur bei Pferden, die Herbstrehe haben oder bei IR-Pferden, die im Herbst schlechter werden, soll man diesbezgl. überlegen, ob es sich um ein Anfangs-ECS handelt, das in den Wintermonaten (Sept-Dez) evtl. schon mit einer geringen Menge P behandelt werden könnte. Hier soll man dann nach Absetzen des Ps nach 2-4 Wochen zur Kontrolle ACTH messen.

In der Studie ist erwähnt, dass man das Ansteigen des ACTHs aus anderen Spezies bereits kennt. Eins davon sind Eichhörnchen (Squirrels), die auf diese Weise vermutlich vor dem Winter nochmal odentlich Speck ansammeln.

Gordon wurde im letzten Mai negativ ACTH getestet. Jetzt will ich das wiederholen, mal sehen, was rauskommt. Sollte er im "normalen" Rahmen der Studie sein, mach ich nichts. Hat er einen weit höheren Wert (als 150 bis 250, Edit: oder besser 100), überlege ich tatsächlich, ob er zeitweise P braucht. So ist jedenfalls erstmal der Plan.


Zuletzt geändert von Gordonx100 am 29.08.2010, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 10:39 
Wir hatten so etwas ähnliches - 2 Wochen nach der Rehe...

Der ACTH-Wert war bei uns grenzwertig. 3 Monate nach dem ersten Test haben wir einen 2ten Test gemacht. Der ACTH-Wert ist in den 3 Monaten gesunken und war absolut im Normalbereich.


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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 12:08 
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Man darf insgesamt aber auch nicht vergessen dass die Messung des ACTH-Wertes im eigentlichen Sinne "nur" zur Therapiekontrolle dient.
Korrekterweise muss man mit einem Funktionstest eine Diagnose finden.

Gerade bei nicht eind. ACTH-Werten sollte und muss man immer das Gesamtbild des Pferdes und der Probleme einschließlich div. Blutuntersuchungen zu einer Diagnosefindung heranziehen.
Ein Test im Herbst ist schon sinnvoll um einer nicht therapierbaren Hufrehe in den Wintermonaten eventuell zuvorkommen zu können.

Es ist halt leider so dass solche gesundheitlichen Störungen nicht nur mit eind.ja / eind.nein diagnostiziert werden können.

LG Eddi

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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 18:25 
Eddi hat geschrieben:
Korrekterweise muss man mit einem Funktionstest eine Diagnose finden.



In der o.g. Studie wurde auch herausgefunden, dass im Januar ALLE Pferde einen negativen Dex-Test hatten, im September jedoch 10 von 39 Pferden NICHT innerhalb der Referenz waren.

Der letzte Satz der Studie: Jahreszeitlich bedingte Änderungen des Plasma ACTH und des Dex-Test-Ergebnisses sollten bei der Interpretation von Testergebnissen bedacht werden.


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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 18:29 
Wann wäre es denn demnach schlau zu testen? Wann ACTH kontrollieren lassen, wann den Dex Test machen?


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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 19:11 
Wenn Du Cushing im Anfangsstadium hast, kann es sein, dass die Werte "nur" in den Wintermonaten nicht ok sind und dann auch therapiert werden sollte. Es kann sein, dass das Pferd dann im Sommer (noch) keine Medikamente braucht. Man sollte dann sowohl im Herbst als auch im Frühjahr (wenn man denn so mutig ist, das Med abzusetzen) testen, um das rauszufinden. Alternativ zum Ganzweglassen wäre eine geringere Menge auszutesten und sich so ranzutasten. Zumindest wenn man den Verdacht hat, dass man im Jahresverlauf unterschiedliche Mengen braucht.

Zusätzlich zu den Blutwerten - Eddi hats ja auch schon gesagt - sind natürlich die klinischen Symptome wichtig. Die einem auch zeigen, wenn es nötig wird, mehr zu geben. Da sollte man dann ziemlich genau hinschauen, ob der Speck mehr wird, die Muskeln weniger, die Stimmung sich ändert...das genaue Hinschauen ohne paranoid zu sein, finde ich übrigens nicht einfach...man sieht sein Pferd ja auch jeden Tag.

Alles zusammen macht dann ein Bild.

Wenn Du keine Symptome hast, aber im Herbst einen schlechten ACTH (oder auch Dextest), MUSS es nicht unbedingt Cushing sein. Alles ist anscheinend möglich.


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BeitragVerfasst: 29.08.2010, 19:23 
Danke für die Erklärung, wenn ich mir noch einmal ein Pony kaufe nehme ich eins mit einer offensichtlichen Erkrankung, irgendwas einfaches, gut erforschtes, gut behandelbar... :weißnich:


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BeitragVerfasst: 30.08.2010, 19:40 
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Gordonx100 hat geschrieben:
Eddi hat geschrieben:
Korrekterweise muss man mit einem Funktionstest eine Diagnose finden.



In der o.g. Studie wurde auch herausgefunden, dass im Januar ALLE Pferde einen negativen Dex-Test hatten, im September jedoch 10 von 39 Pferden NICHT innerhalb der Referenz waren.

Der letzte Satz der Studie: Jahreszeitlich bedingte Änderungen des Plasma ACTH und des Dex-Test-Ergebnisses sollten bei der Interpretation von Testergebnissen bedacht werden.


Dem entspricht auch die Handlungsweise in den USA wo häufiger auf die teuren und ungenauen Tests verzichtet wird.

Andererseits gibt es weitere Anhaltspunkte wie z.B. der Cortisolrhythmus im Tagesverlauf. Der ist bei cushingoiden Pferden wohl immer aufgehoben.

LG Eddi

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BeitragVerfasst: 09.09.2010, 14:10 
Ich möchte hier einmal die Anmerkung von Biocontrol einfügen, die auf einem Laborbogen beigefügt war:

Hinweis des Labors: „Jahreszeitlich bedingt kann es im Spätsommer/Herbst physiologischerweise zu gravierenden Überschreitungen des Referenzbereiches kommen.“

Es scheint also an der in der Studie festgestellten Änderungen des ACTH etwas dran zu sein........

Ich möchte das wirklich nicht bestreiten, ich kann es auch gar nicht, trotzalledem sollte man den Ergebnissen mit einer gesunden Skepsis gegenübertreten denn es heißt nur "kann".

Man ist also einmal mehr häufig so klug als wie zuvor und muss das Gesamzbild zu einer Diagnosefindung heranziehen.


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BeitragVerfasst: 04.12.2010, 08:48 
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Registriert: 11.07.2010, 19:22
Beiträge: 4084
Aus aktuellem Anlaß nochmal die Diskussion aufgreifen:
Licht in unserer Umwelt:

Volltext, da der Link nicht mehr funktioniert:

Licht in unserer Umwelt
Die drei heutzutage vornehmlich gebräuchlichen Formen künstlicher Beleuchtung sind Glühbirnen, fluoreszierendes Licht, Quecksilber- und Natriumhochdrucklampen.
Die Glühbirne ist heutzutage nicht mehr unbedingt birnenförmig, aber immer noch mit einem Schraubgewinde versehen, und sie wird in unseren Wohnungen am meisten eingesetzt. Die Strahlungsquelle ist dabei ein glühender Faden aus Wolfram. Die Glühbirne gibt die Anteile des sichtbaren Lichtspektrums ziemlich vollständig wieder, hat jedoch Mängel im Blaubereich, enthält praktisch kein ultraviolettes Licht, betont den Gelb- und Rotbereich des Spektrums und setzt einen Großteil ihrer Energie in Form von Infrarotstrahlung bzw. Hitze frei.

Fluoreszierende Lichtquellen in Form von Leuchtstoffröhren sind vorwiegend in Schulen, Krankenhäusern, Geschäfts- und Büroräumen sowie in Industrieanlagen zu finden. Anders als Glühbirnen erzeugen fluoreszierende Lampen das sichtbare Licht über nichtthermische Mechanismen. Fluoreszierende Lichtquellen können unterschiedliche Arten von Licht erzeugen, je nach den Phosphorverbindungen, also den fluoreszierenden Substanzen, die sie enthalten. Typischerweise erzeugen sie allerdings ein ziemlich verzerrtes Lichtspektrum, das nur einen begrenzten Teil des Gesamtspektrums enthält. Das am meisten verwendete «kühlweiße» fluoreszierende Licht weist gerade in den Bereichen des Spektrums die größten Defizite auf, in denen die Sonnenstrahlung am stärksten ist, nämlich im Rot- und im Blau-Violett-Bereich. Fluoreszierendes Voll-spektrumlicht hingegen ist die überzeugendste derzeit kommerziell verfügbare Annäherung ans Licht der Sonne. Es ist das Beste, was die Lichttechnologie von heute zu bieten hat. Seine Eigenschaften werden später in diesem Kapitel ausführlich erörtert.

Hochdrucklampen erzeugen ein sehr helles orangerotes oder blaues Licht und werden vor allem im Freien als Straßenbeleuchtung und zur Sicherung von Gefahrenzonen und Bereichen mit hoher Kriminalität eingesetzt.

Licht und menschliche Leistungsfähigkeit
Die meisten Menschen verbringen ihre Wachstunden größtenteils im Inneren von Gebäuden und streichen damit das Sonnenlicht gewissermaßen von ihrem täglichen Speisezettel. Deshalb möchte ich jetzt näher auf die Auswirkungen dieses Stubenhockerdaseins auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und allgemeines Wohlbefinden des Menschen eingehen. Die vielleicht umfassendste und leider zugleich am wenigsten bekannte Untersuchung zu den Auswirkungen von Licht (und anderen Faktoren) auf Funktion und Entwicklung des menschlichen Organismus war die Pionierarbeit von Dr. Darell Boyd Hannon im Rahmen des Programms «The Coordinated Classroom».' Harmons Arbeiten reichen bis ins Jahr 1938 zurück, als die texanischen Gesundheitsbehörden ein langfristiges Forschungsprogramm zur kindlichen Entwicklung ins Leben riefen. Die Ziele dieses Programms waren der Schutz und die Förderung der Gesundheit von Schulkindern.

Der erste Schritt der Untersuchung bestand darin, daß man sich einen umfassenden Überblick über sämtliche körperlichen und/oder psychischen Probleme verschaffte, unter denen die untersuchten Kinder litten. Auch Faktoren in der schulischen Umgebung, die mit diesen Schwierigkeiten zusammenhängen konnten, wurden in die Beobachtung einbezogen. In den ersten drei Jahren wurden mehr als 160000 Schulkinder im Hinblick auf Gesundheitsstörungen und schulische Probleme überwacht und die räumlichen Gegebenheiten in mehr als 4000 Klassenzimmern untersucht. Schon bei erster Sichtung der Daten zeigte sich, daß mehr als die Hälfte der Kinder bei Abschluß der Grundschule im Durchschnitt unter zwei erkennbaren und zugleich vermeidbaren Mangelerscheinungen litten. Als man diese Mangelerscheinungen mit Umgebungsfaktoren verglich, stellte sich heraus, daß viele Schwierigkeiten mit bestimmten Körperfunktionen zusammenhingen, die durch den Lichteinfall in die Augen beeinflußt werden. Auf dem Hintergrund dieser Erkenntnisse leitete man 1942 weitere intensive Forschungen ein, um Möglichkeiten zur Kontrolle solch nachteiliger Faktoren in der schulischen Umgebung zu finden. 1946 begann man auf der Basis aller bisher gesammelten Daten mit der Planung eines technisch hervorragend ausgestatteten Forschungszentrums, in dem ermittelt werden sollte, welche Beleuchtung, Sitzposition und farbliche Gestaltung Voraussetzung für maximale schulische Leistung bei minimaler Anstrengung wären.

Nach Abschluß der Vorarbeiten wurde eine der untersuchten Schulen entsprechend umgestaltet und ein sechsmonatiger Test eingeleitet. Bewertet wurden ausgewählte gesundheitliche Beschwerden - einmal zum Beginn der Studie und ein zweites Mal nach Ablauf der sechs Monate. Dabei ergab sich ein beachtlicher Rückgang (Ausmaß des Rückgangs in %) in mehreren typischen Problembereichen wie Sehstörungen (65%), Ernährungsprobleme (47,8%), chronische Infektionskrankheiten (43,3%), Haltungsstörungen (25,6%) sowie chronischer Erschöpfung (55,6%).

Neben diesen offenkundigen Verbesserungen des körperlichen Wohlbefindens wurden vergleichbare Ergebnisse bezüglich der schulischen Leistung beobachtet, obwohl man keinerlei Versuch unternommen hatte, den Lehrplan oder die pädagogische Methodik zu ändern. Harmons Studie ist von großer Bedeutung, da sie sich mit den häufig übersehe-nen organischen Bedürfnissen von Kindern in Lemsitua-tionen befaßt. Die meisten Forscher betrachten den Lehrplan als wichtigsten Faktor. Die Untersuchung bewies nun eindeutig einen Zusammenhang zwischen schulischer Umgebung, Gesundheit und Lernfähigkeit. Allerdings achtete man im Rahmen dieser Studie eher auf die Verteilung des Lichts als auf dessen Qualität.

Vollspektrumlicht - die Arbeiten von John Ott
Wenn es um Lichtqualität und die Bedeutung des Lichts für das Wohlbefinden aller lebenden Organismen geht, müssen an erster Stelle die bahnbrechenden Forschungsarbeiten von Dr. John Ott genannt werden. Ursprünglich Bankkaufmann, machte Ott später sein Hobby, die Zeitraf-ferphotographie, zum Beruf und begann, sich ausschließlich mit der Ökologie des Lichts zu befassen. Seine Pionierarbeiten über die Wirkung verschiedener Lichtquellen auf Pflanzen, Tiere und Menschen könnten sich als eine der wichtigsten Entdeckungen dieses Jahrhunderts erweisen.

Bei Zeitrafferaufnahmen im Auftrag von Walt Disney beobachtete Ott, daß die Sprossen von Kürbissamen unter fluoreszierendem Licht nicht zu voller Reife gelangten, während sie bestens gediehen, wenn man der Lichtquelle ultraviolettes Licht beifügtet Später beschäftigte er sich auch mit dem Einfluß von verschiedenem Licht auf Tiere. In Untersuchungen während der fünfziger und sechziger Jahre maß er die Lebenserwartung von Labortieren, die unter verschiedenen Formen fluoreszierenden Lichts gehalten wurden, im Vergleich zu Tieren, die bei natürlichem, ungefiltertem Tageslicht lebten. Solche Experimente fanden gleichzeitig an mehreren renommierten medizinischen Fakultäten und Forschungskliniken statt. Dabei wurden ausnahmslos dramatische Unterschiede in der Lebenserwartung der Versuchstiere beobachtet. Mäuse zum Beispiel, die beim Licht von rosafarbenen oder tageslichtweißen fluoreszierenden Röhren gehalten wurden, lebten im Durchschnitt 7,5 bzw. 8,2 Monate. Ihre Artgenossen hingegen, die unter natürlichem, ungefiltertem Licht leben durften, waren wesentlich gesünder und lebten im Durchschnitt 16,1 Monate.

Aus den Ergebnissen dieser Studien und anderer Untersuchungen schloß Ott, daß natürliches Licht für Leben und Gesundheit von Tieren ebenso wichtig ist wie für Pflanzen. Sodann empfahl er dem Hersteller den Bau einer modifizierten Leuchtstoffröhre, die dem vollen Spektrum des natürlichen Sonnenlichts näher kam. Nach Otts Vorstellungen sollte dies durch den Zusatz einer Phosphorverbindung geschehen, die drei Typen ultravioletter Strahlung in annähernd denselben Relationen erzeugen konnte, wie sie im Sonnenlicht vorhanden sind. Angeregt durch die inspirierten Forschungen John Otts gelang einer amerikanischen Firma die Entwicklung der ersten Vollspektrum-Leuchtstoffröhre.

Die Wirkung von Vollspektrumlicht auf den Menschen
Die Entwicklung einer künstlichen Beleuchtung mit vollem Lichtspektrum war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Nun erforschte Ott weiter die abträglichen Auswirkungen von falscher Beleuchtung auf die menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit. 1973 führte er in Zusammenarbeit mit dem Environmental Health and Light Research Institute in Sarasota/Floridaeine Untersuchung in vier Klassenzimmern für Erstkläßler durch. Alle vier Klassenzimmer besaßen keine Fenster, in zwei davon installierte man Vollspektrum-Leuchtstoffröhren mit speziellen Strahlenschutzvorrichtungen, in den beiden anderen normale kühlweiße fluoreszierende Röhren. Sodann wurden mit Hilfe versteckter Zeitrafferkameras in zufälliger Folge Aufnahmen von Schülern und Lehrern gemacht. Die Lehrer wußten zwar von dem Experiment, doch weder sie noch die Schüler hatten eine Ahnung, wann sie photographiert wurden. Die photographische Dokumentation war eindeutig: Unter der kühlweißen Beleuchtung kam es bei einigen Schülern zu Hyperaktivität, Erschöpfung, Reizbarkeit und Aufmerksamkeitsstörungen. In den Klassenräumen mit Vollspektrumbeleuchtung hingegen verbesserten sich Betragen, Beteiligung und schulische Leistung innerhalb eines Monats nach Installation der Beleuchtungskörper erheblich. Außerdem wurden dank der Vollspektrumbeleuchtung einige Kinder mit Lernstörungen und extremer Hyperaktivität merklich ruhiger und überwanden teilweise ihre Lese- und Lernprobleme.

Bei den Kindern, die in Räumen mit Vollspektrumbeleuchtung arbeiteten, war die Häufigkeit von Zahnkaries um ein Drittel geringer als bei den Kindern, die in Räumen mit normalem fluoreszierendem Licht lernten. Zu ähnlichen Ergebnissen im Hinblick auf die Karieshäufigkeit kamen l. M. Sharon, R P. Feiler und S. W. Burney." Bei Goldhamstern, die 15 Wochen unter kühlweißem fluoreszierendem Licht gehalten wurden und eine karieserzeugende zuckerreiche Diät erhielten, fanden sie fünfmal soviel Karies wie bei Hamstern, die bei gleicher Ernährung 15 Wochen unter Vollspektrumbeleuchtung verbrachten. Überdies war der Zahnverfall unter kühlweißer Beleuchtung zehnmal stärker als unter Vollspektrumbeleuchtung. Diese Ergebnisse überraschen nicht, da schon in den dreißiger Jahren Beobachtungen an einer großen Gruppe von Kindern zeigten, daß Zahnkaries weit häufiger während der Schulzeit (also in Herbst, Winter und Frühjahr) auftrat als in den sommerlichen Ferienmonaten. Auch war eine direkte Beziehung zwischen Karieshäufigkeit und Sonneneinstrahlung in der jeweiligen geographischen Region, in der die Kinder lebten, zu beobachten. Je mehr Sonne, desto weniger Karies.

Vollspektrumlicht und Cholesterinhaushalt
Vor kurzem wurde die Geflügelindustrie auf die Vorteile der Hühnerzucht unter Vollspektrumlicht aufmerksame Erste Ergebnisse deuten daraufhin, daß Hühner, die unter Vollspektrumbeleuchtung aufwachsen, weit besser als ihre unter anderer künstlicher Beleuchtung aufgezogenen Artgenossen gedeihen. Sie leben doppelt so lange, legen mehr Eier, sind weniger aggressiv, und ihre Eier enthalten ca. 25 Prozent weniger Cholesterin. Daß die Eier von Hühnern, die bei Vollspektrumlicht leben, weniger Cholesterin enthalten, wundert nicht, wenn man weiß, daß auch beim Menschen die Cholesterinwerte unter dem Einfluß von Sonnenlicht sinken. Vielleicht ließen sich die durch hohe Cholesterinwerte verursachten Gesundheitsstörungen der Menschen deutlich vermindern, wenn das Vieh nicht in den heute üblichen sonnenlosen Mastfabriken zusammengepfercht würde, sondern im Freien unter natürlichem Sonnenlicht leben dürfte.

Vielleicht wären auch unsere Cholesterinwerte niedriger und unser allgemeiner Gesundheitszustand besser, wenn wir mehr Zeit im Freien verbrächten und drinnen Vollspektrumlicht benutzten. Man weiß heute, daß maßvolle Sonnenbestrahlung die Cholesterinwerte rasch und signifikant verringert. Die Bedeutung dieser Information wird erst recht klar, wenn man bedenkt, daß etwa 50 Prozent aller Todesfälle in diesem Land auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgehen, die bekanntlich in vielen Fällen mit überhöhten Cholesterinwerten einhergehen.

Vollspektrumlicht im Vergleich zu Teilspektrumlicht
1980 führte Professor Hollwich eine Untersuchung durch, bei der er die Wirkungen von Bestrahlung mit sehr hellem kühlweißem Kunstlicht (also Teilspektrumlicht) mit denen einer Bestrahlung mit sehr hellem Kunstlicht mit Vollspektrum verglich." Dabei beobachtete er bei den mit kühlweißem Licht bestrahlten Versuchspersonen deutliche Veränderungen im endokrinen System, nämlich einen steilen Anstieg der Streßhormone ACTH (Corticotropin) und Cortisol, wie er sonst nur in Streßsituationen zu beobachten ist. Bei den mit Vollspektrumlicht bestrahlten Versuchspersonen traten derartige Veränderungen nicht auf. Die Bedeutung dieser Erkenntnisse wird noch klarer, wenn man mehr über die Funktion von ACTH und Cortisol weiß. Diese Stoffwechselhormone spielen eine wesentliche Rolle in den verschiedensten Funktionen des gesamten Organismus und stehen in engem Zusammenhang mit Streßreaktionen. Da sie bei Streß verstärkt ausgeschüttet werden und da sie beide wachstumshemmend wirken, hätte man hier eine mögliche Erklärung für die Tatsache, daß Dauerstreß das Körperwachstum von Kindern hemmt. Die Ergebnisse von Hollwich sind eine klare Bestätigung für die Beobachtungen John Otts und anderer von körperlicher Erregung, Erschöpfung und reduzierter Lernfähigkeit bei Kindern, die den ganzen Schultag unter Kunstlicht verbringen müssen. Hollwich kommt zu dem Schluß, daß der Grad der biologischen Störung und die daraus resultierende mangelhafte Anpassungsfähigkeit des Verhaltens in direkter Relation zu der unterschiedlichen spektralen Zusammensetzung der künstlichen Lichtquelle bzw. natürlichen Lichts stehen. Besonders auffallend ist die Schwäche von kühlweißen Leuchtstoffröhren am roten und am blauvioletten Ende des Spektrums. Möglicherweise erklärt dies, warum Farb-therapeuten oft eine Kombination der Farben Rot und Blau-Violett zur emotionalen Stabilisierung einsetzen. Hollwichs Arbeit bestätigt jedoch nicht nur die biologische Bedeutung von Vollspektrumbeleuchtung, sondern beweist einmal mehr die Wichtigkeit bestimmter Farben, indem sie zeigt, was geschieht, wenn diese Farben in unserem Alltag fehlen. Aufgrund der Resultate von Hollwich und anderen sind kühlweiße Leuchtstoffrohren in verschiedenen Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen gesetzlich verboten.

Solche Forschungsergebnisse sind sicher sehr beeindruckend. Was aber das Thema «Bewußtseinsverände-rung» betrifft, so geht nichts über die persönliche Erfahrung des einzelnen. Neulich erreichte mich ein Bericht über eine derartige Erfahrung:
Mitte der siebziger Jahre, während der durch angebliche Ölknappheit hervorgerufenen Energiekrise, arbeitete ich als Berater beim Arbeitsamt. Damals verordnete die Regierung als Sparmaßnahme, daß jede zweite Leuchtstoffröhre der Deckenbeleuchtungen einfach herausgenommen werden sollte. Anfangs kam mir das ungewohnte Dämmerlicht bedrückend vor, dann aber bemerkte ich, daß auch der Geräuschpegel zurückgegangen war: Wir schienen alle leiser und artikulierter zu sprechen. Die Besucher, die ja manchmal lange warten mußten, schienen uns gegenüber weniger feindselig eingestellt zu sein - egal, ob es um die Zahlung von Arbeitslosengeld oder um Beratung für den weiteren beruflichen Weg ging. Auch der Geräuschpegel im Warteraum war gesunken. Als Feierabend war, fühlte zumindest ich mich längst nicht so müde wie sonst. Ich weiß noch, wie
ich mit ein paar Kollegen darüber sprach. Sie hatten dieselbe Empfindung, klagten aber über das «graue Licht». Auch mit meinem Chef sprach ich über diese willkommene Veränderung und schlug ihm vor, er sollte bei der Regierung anfragen, ob die Neonbeleuchtung nicht auf Dauer eingeschränkt werden könnte, weil wir dann alle mehr leisten würden. Er sagte mir, ich sollte deswegen keinen Aufstand entfachen, und sobald die « Krise » vorbei war, gingen die Lichter wieder an, und der Lärm, die verärgerten Stimmen und das müde Gefühl um die Mittagszeit kehrten ebenfalls zurück.
In der Zwischenzeit hat man festgestellt, daß Vollspektrumbeleuchtung am Arbeitsplatz signifikant weniger Streß auf das Nervensystem ausübt als normales kühlweißes fluoreszierendes Licht und die Zahl der krankheitsbedingten Ausfalltage vermindert. Das scheint dafür zu sprechen, daß Vollspektrumlicht in der Lage ist, das Immunsystem ebenso zu stärken wie natürliches Sonnenlicht.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Die heilende Kraft des Lichts" von Jakob Liberman, erschienen im Piper-Verlag. Sehr lesenswert und spannend geschrieben.


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BeitragVerfasst: 08.02.2011, 14:01 
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Gaby, Dein link funktioniert nicht:

Zum ACTH Wert:

Tab. 3: Jahreszeitliche Schwankungen der Plasma-ACTH-Konzentration von Pferden
und Ponys nach Donaldson et al. 2005
(hier Pferde und Ponys gemeinsam)

Januar 17,0 ( 8,1 - 36,9 )
Mai...... 16,1 (12,0- 33,1 )
Sept.....49,5 ( 20,5 - 236)


Quelle und vollständige Tabelle: http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv? ... 875299.pdf


Schlussfolgerung: Ein positiver Einzelwert im Herbst kann sowohl positiv als auch negativ im Ergebnissein.
Ein höherer ACTH-Wert im Herbst heißt aber auch nicht dass jedes Pferd einen erhöhten ACTH-Wert in diesem Monat hat!

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BeitragVerfasst: 09.02.2011, 10:12 
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Eddi hat geschrieben:

Januar 17,0 ( 8,1 - 36,9 )
Mai...... 16,1 (12,0- 33,1 )
Sept.....49,5 ( 20,5 - 236)



Sind das Werte von gesunden Pferden? Schon, oder?

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