PEA

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eff-eins
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PEA

Beitrag von eff-eins »

PEA steht für Palmitoylethanolamid, eine körpereigene Substanz (endogenes Fettsäureamid), die seit einigen Jahren auch in der Tiermedizin – unter anderem beim Pferd – als unterstützende Therapie bei Schmerz- und Entzündungsprozessen untersucht und eingesetzt wird.

Hier eine Übersicht:
Was ist PEA (Palmitoylethanolamid)?

Chemisch: ein Amid aus Palmitinsäure (eine gesättigte Fettsäure) und Ethanolamin.

Es gehört zur Gruppe der endogenen Fettsäureamide und ist mit den Endocannabinoiden verwandt – bindet aber nicht direkt an Cannabinoidrezeptoren (CB1/CB2).

Kommt natürlich im Körper vor, besonders in Zellmembranen und in Geweben, die Entzündungen regulieren (z. B. Nervenzellen, Immunzellen).


Wirkmechanismus – warum hilft PEA gegen Schmerzen

PEA wirkt modulierend auf das Immunsystem und Nervenzellen. Es hat keine direkte analgetische Wirkung wie ein Schmerzmittel, sondern reduziert überaktive Entzündungsprozesse und beruhigt überreizte Nervenzellen.

Wichtige Mechanismen:
1. Mikroglia- und Mastzell-Regulation:
PEA hemmt die Aktivierung von Mastzellen und Mikrogliazellen, die Entzündungsmediatoren (z. B. Histamin, Zytokine) freisetzen.
Weniger entzündungsbedingte Schmerzsignale.


2. PPAR-α-Aktivierung (Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor):
→ Entzündungshemmende Genexpression wird aktiviert.
→ Reduktion von Schmerzbotenstoffen (z. B. TNF-α, IL-1β).


3. Endocannabinoid-System-Modulation:
Indirekte Verstärkung der körpereigenen Cannabinoide (z. B. Anandamid), die schmerzhemmend wirken.

PEA beim Pferd – Studien und Erfahrungen

Forschungslage: Noch begrenzt, aber wachsend. Die meisten Studien stammen aus der Humanmedizin (v. a. bei chronischen Schmerzen, Neuropathien, Arthrose).

Veterinärmedizinische Erkenntnisse:

Es gibt Pilotstudien und praxisbasierte Erfahrungsberichte beim Pferd, Hund und Katze.

Einsatzgebiete:
Arthrose / degenerative Gelenkerkrankungen

Hufrehe (in der Rekonvaleszenz)

neuropathische Schmerzen (z. B. nach Verletzungen, Nervenreizungen)

chronische Entzündungsprozesse (z. B. bei Allergien, Hautentzündungen)


Beobachtete Effekte:
Bessere Beweglichkeit,
Reduktion von Schmerzmitteln (NSAIDs)
gute Verträglichkeit (kaum Nebenwirkungen berichtet)

TÄ berichten häufig über positive Effekte bei chronischen Lahmheiten und Gelenksproblemen.

Sicherheit:
Sehr gute Verträglichkeit: keine bekannten schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Nicht dopingrelevant (laut FEI-Stand bis 2024, aber stets aktuell prüfen!).

Wird oft als Ergänzungsfutter oder Kapselgranulat über 4–8 Wochen gegeben.

Details — Studienlage & Praxis beim Pferd

1. Wissenschaftliche Reviews / Übersichten (neuere Literatur)
Übersichtsarbeiten und Reviews (auch 2024/2025) fassen zusammen, dass PEA besonders bei neuropathischen Schmerzen und neuroinflammatorischen Prozessen vielversprechend ist; sie fordern aber größere, kontrollierte Studien.


2. Pferde-Spezifische Daten

Es gibt Einzelfallberichte / kleine Pilotstudien (z. B. 4 Sportpferde mit Lahmheit bzw. Gelenkproblemen, Verbesserung unter ultramikronisiertem PEA). Solche Daten sind positiv, aber nicht ausreichend, um großflächige Wirksamkeits-Aussagen zu machen.

Praxisberichte von Tierärzten und Herstellern beschreiben bessere Beweglichkeit und reduzierten Bedarf an NSAIDs bei manchen Pferden. Diese Berichte sind wertvoll, aber methodisch schwächer als RCTs.

3. Kleintierstudien
Mehrere Studien bei Hunden/Katzen zeigen Schmerzlinderung und bessere Lebensqualität; diese Daten stützen die Überlegung, PEA auch beim Pferd unterstützend einzusetzen.

Dosierung (Übersicht, aus Praxis/Herstellerangaben)

Gängige Spanne in der Praxis / bei Anbietern: etwa 5–30 mg/kg Körpergewicht/Tag. Das entspricht für ein 500-kg-Pferd ca. 2,5–15 g/Tag je nach Quelle. Viele Anbieter empfehlen etwa 5–10 g/Tag bzw. bis 6 g/Tag in einem Beispielprodukt, andere empfehlen bis zu ~10–15 g für stärkere Anwendungen.

Formulierung: Ultramikronisiertes PEA (um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen) wird oft bevorzugt. PEA ist fettlöslich — manche Hersteller raten, es mit einer Fettquelle (z. B. Öl/Leinsamen) zu füttern.


Wichtig: Es gibt noch keinen einheitlich standardisierten veterinärmedizinischen Dosierleitfaden — Dose und Dauer bitte mit deinem Tierarzt abstimmen.

Praktische Anwendungsempfehlungen (konkret für Pferdehalter)

Absprache mit Tierarzt (Diagnose, gleichzeitige Medikamente, Nieren/Leberstatus).

Produktwahl: Reine PEA-Produkte, idealerweise ultramikronisiert und mit Nachweis der Reinheit.

Beobachtungszeitraum: häufig wird ein Testzeitraum von 4–8 Wochen empfohlen, um eine Wirkung zu beobachten. (Bei Besserung schrittweise Beibehaltung/Anpassung in Absprache mit Tierarzt.)

Ziel: PEA als unterstützende Therapie zu NSAIDs/Physiotherapie/orthopädischen Maßnahmen — nicht als genereller Ersatz von notwendiger tierärztlicher Behandlung.

Sportpferde: Vor Verwendung unbedingt aktuelle FEI-Regeln und nationale Regularien prüfen; manche Quellen/Hersteller warnen vor Wettkampfrelevanz.

Quellen / weiterführende Links (Auswahl)

Di Stefano V. et al., Palmitoylethanolamide: A Multifunctional Molecule… (Übersichtsartikel, PMC, 2025).

Narrative review / Pain & Therapy (2024/2025) — Übersicht zu PEA bei neuropathischen Schmerzen.

Fallbericht: PEA supplementation bei vier show-jumping horses (Fallserie 2020).
LG Kathi
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