Medikamenteninduzierte akute Hufrehe

Erste Fragen vom Reheneuling
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Tilly
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Medikamenteninduzierte akute Hufrehe

Beitrag von Tilly »

"Leider" neu hier,aber natürlich auch glücklich diese Möglichkeit gefunden zu haben. Mein Beteiligungspferd,eine liebe Connemara Stute, bekam Cortison wegen wiederkehrendem starkem Husten.
Seit wenigen Tagen immer lustloser geworden,was zunächst als Trainingsrückschritt missgedeutet wurde, dann aber lief sie zunehmend steif. Beim aktuell behandelnden Tierarzt persönlich in der Praxis vorgesprochen wegen unseren Verdachts auf Nebenwirkungen,mit eindringlicher Schilderung der Symptome. Leider kein Rückruf und keine Terminvereinbarung geschehen. Nach nochmaligem Nachfragen endlich Anruf einer PferdeTierärztin der Praxis,diese erkannte die Situation als höchst
überprüfenswert,und schickte am nächsten Tag eine andere Tierärztin vorbei. Inzwischen war es vom ersten Vorsprechen Dienstag an, bereits Freitag, heute, geworden und die Symptome auch eindeutig. Diagnose Akute Hufrehe, Cortisonbedingt. Leider alle vier Hufe. Hinten Verband,vorne wurden die vorhandenen Hufschuhe benutzt. Meine Frage: die Tierärztin besprach die üblichen Haltungs-und Fütterungsempfehlungen bei Rehe, sagte aber nichts von Kühlen. Ich möchte das aber gerne machen,da ich es für essentiell halte, zumal es momentan ja blöderweise auch eh noch mega heiß ist,was bestimmt nicht vorteilhaft ist. Vorne kann ich die Hufschuhe ausziehen und in 2 flache Wasserkisten stellen. Aber,meine Frage: wie mache ich es hinten,wo der Verband dran ist,der auch möglichst dran bleiben soll. Und: kühlt man alle 4 gleichzeitig,oder erst vorne,dann hinten?.. macht das einen Unterschied, bzw.ist es eventuell zu viel alle Hufe auf einmal zu kühlen?
Herzlichen Dank falls sich jemand um eine Antwort bemüht, wir sind super froh um Ratschläge für diese Dinge,von denen man immer hofft verschont zu bleiben,und es dann eben doch passiert.
Wünsche allen ein schönes Wochenende 🔆
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eff-eins
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Re: Medikamenteninduzierte akute Hufrehe

Beitrag von eff-eins »

Hallo Tilly, herzlich Willkommen im Forum :hallo: auch wenn der Anlass kein schöner ist.

Wenn Kühlung sollte diese auch über längeren Zeitraum erfolgen um nicht sogar kontraproduktiv zu sein.

Bewährt haben sich, und bei euch wegen der Hufrehe an allen 4 Hufen auch als einziges praktikabel, Eiswürfelbeutel die mit ei em Band locker umgelegt werden.
Schmilzt das Eis fällt das Getüddel i.d.R. von alleine ab bzw. erneuert ihr zeitig das Konstrukt.

Vorsorglich möchte ich betonen das ASS keine schmerzlindernde Wirkung aber sehr Magenschädlich ist.
Um due Fließegenschaft des Blutes zu verbessern eignet sich sehr gut Ginkgo Urtinktur.

Auch NSAID's helfen bei einer Hufrehe nur bedingt und findet seine Berechtigung eher in den ersten Tagen.
Phenylbutazon ist gut abzuwägen da beobachtet wurde das viele Ponys dies nicht vertragen, eine Rehe mit Pech dadurch unterhalten wird.

Weiters zu überlegen ist die Gabe von Jiaogulan das die Hufrehe/ Lahmheit mildert.
Ich sende den Artikel dazu gleich separat.

Bei wiederkehrendem Husten wäre ein Versuch mit Sabol wert, das ist EMS verträglich und hochwirksam.
Gewässertes oder bedampftes Heu hilft den Hustern auch sehr gut
LG Kathi
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eff-eins
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Re: Medikamenteninduzierte akute Hufrehe

Beitrag von eff-eins »

eff-eins hat geschrieben:Jiaogulan wird immer wieder mit positiven Effekten bei z.B. Hufrehen erwähnt.
Vorweg:
Sicherlich kann man auch das frische Kraut geben denn die Pflanzen sind wohl sehr wuchernd bei passendem Standort.
An die passende Dosis muß man sich sowieso herantasten weil wegen des Wassergehaltes vermutlich größere Mengen erforderlich sind um die gleiche "Wirkstoffmenge" zu erhalten.

Nicht wundern aber generell heißt es :Nach der Novel-Food-Verordnung der EU darf Jiaogulan in Deutschland nicht als Tee oder Lebensmittel verkauft werden.
Deshalb wird der Verwendungszweck häufig mit Potpourri, zu Dekorationszwecken oder zur Raumluftverbesserung angegeben.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Folgende fachlich fundierte Texte sind aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt und mit den jeweiligen Quellenangaben versehen!!


...….Jiaogulan ist ein Adaptogen, das frei von den harten Herzstimulationseffekten von Ginsengs ist. Es unterstützt die körperliche Leistungsfähigkeit, indem es die Durchblutung der Muskeln verbessert und das Wachstum neuer Gefäße durch Stickstoffoxidproduktion fördert, was auch der Gesundheit von Sehnen und Bändern zugute kommt.

In der Feldstudie wurde festgestellt das:

Es wurden nur Pferde genommen bei denen die übrigen Haltungskriterien Rehegemäß waren.

118 Pferde bekamen Jiaogulan.
Bei 15 Pferden half es nicht.
57 Pferde waren innerhalb von 2 Tagen bis 2 Wochen lahmfrei.
Einige von ihnen hatten erst Abszesse, bevor sie lahmfrei waren.
Die verbleibenden 46 Pferde zeigten eine Verbesserung der Lahmheit um ein bis zwei Lahmheitsgrade und blieben stabil oder verbesserten sich weiter. Dies waren Pferde, die schon recht zerstörte Hufstrukturen hatten und bei denen es viele Monate bis 1 Jahr dauert bevor der Hufbeinträger wieder ganz intakt ist.

Solange Schmerzmittel gegeben werden, egal welches, kein Jiaogulan bitte.

Nach dem Warum gefragt antwortet Dr. Kellon:
.....Meines Wissens gibt es keine negativen Auswirkungen von Jiaogulan auf die Organe oder Funktionen des Körpers.
Es sollte nicht zusammen mit Phenylbutazon oder anderen NSAIDs angewendet werden, da diese die Wirkung blockieren.
.

QUELLE

Dr. Kellon propagiert dort folgende Dosierung:

Startdosis: Alte Pferde ½ Teelöffel 2 x tgl. (Jiaogulan-Pulver)
Junge Pferde und Ponies ¾ Teelöffel 2 x tgl.

Die Dosierung wird z.B. bei Uckele Health für Jiaogulan Pulver mit Täglich 1 Messlöffel 1 Messlöffel = ca. 7 Gramm
(damit man mal eine Mengenangabe in Gramm hat) angegeben das ca. 20 Minuten vor dem Hauptfutter in einer Basis aus z.B. unmel. Rüschnis mit etwas Leinsaat angeboten werden sollte.

Als Zeichen einer effektiven Dosis wird beschrieben:

Rosigere Maulschleimhäute und Zunge
Fröhlichere Stimmung
Mehr Energie und spontane Bewegung
Verbesserter Huf-Komfort, geringere Pulsation

Wenn sich diese Beobachtungen nicht innerhalb von 3 Tagen zeigen kann die Dosis in ¼ Teelöffel-Schritten erhöht werden.


QUELLE

Für alle Querleser sei aber erwähnt das parallel zum Jiaogulan z.B. keine Schmerzmittel, Ginsengpräparate, Teufelskralle, Ingwer uvm. gegeben werden sollten...…!!!!


……...Starke Antioxidantien, die sowohl Pflanzenextrakt (z. B. Kurkuma, Ingwer, Traubenkernextrakt, Boswellia) als auch Nährstoffquellen (N-Acetylcystein, Vitamin C, Liponsäure, Vitamin E) enthalten, wirken ebenso gut, wenn nicht sogar besser, bei der Schmerzbekämpfung bei akuten Episoden im Vergleich zu nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) und ohne die starken Nebenwirkungen.

Es ist auch wichtig, die Durchblutung des Hufes bei hohen Endothelin-1-Konzentrationen zu unterstützen. Das Kraut Jiaogulan, Gynostemma pentaphylluma, ist ein äußerst wirksamer Vasodilatator.
Es wird von Pferden gut angenommen, ist sicher und lindert Schmerzen bei einem hohen Prozentsatz laminitischer Pferde.
Es stimuliert die Produktion des Vasodilatators Stickoxid in Gefäßen. Dies wird durch die Ergänzung mit der Aminosäure L-Arginin, der Vorstufe für Stickoxid, unterstützt.
Der Endothelin-1-Spiegel ist bei Pferden mit chronischen Schmerzen aufgrund von Laminitis sogar noch höher. Daher ist neben einer sorgfältigen Ernährung und einer angemessenen Trimmung auch für diese Pferde eine Stickoxidunterstützung angezeigt.
Quelle




…......Stickstoffmonoxid ist für die Gesundheit der Hufe von besonderer Bedeutung. Ungleichgewichte zwischen endogenem Stickoxid aus eNOS, die zu einer Erweiterung führen, und Wirkungen des potenten Vasokonstriktors Endothelin-1 können den Blutfluss zum Fuß einschränken. Kohlenhydratempfindliche Pferde können solche Ungleichgewichte haben. Die Wiederherstellung der Homöostase zwischen den beiden ermöglicht optimale Gesundheit und Wachstum.
Wie bereits erwähnt, ist Nitroglycerin eine Möglichkeit zur Erhöhung des Stickoxids, aber eine Übertreibung führt zu einem Blutdruckabfall und beim Menschen treten starke Kopfschmerzen auf. Die Aminosäure L-Arginin und ihr Nebenprodukt L-Citrullin werden für die Stickoxidproduktion benötigt, spielen jedoch keine wesentliche Rolle für deren tatsächliche Förderung. Es ist bekannt, dass verschiedene Kräuter und natürliche Substanzen KEINE Produktion unterstützen, darunter Weißdorn, ein beliebtes menschliches Herzergänzungsmittel. Am wirksamsten ist jedoch Gynostemma pentaphyllum, auch bekannt als Jiaogulan.
Jiaogulan ist eine Rebe, die in einem abgelegenen Gebiet Chinas heimisch ist und oft als Tee oder Gemüse verwendet wird. Die Blätter werden zur körpereigenen Stickoxidunterstützung verwendet. Gleichzeitig unterstützt es die Regulation der entzündlichen Lachgasproduktion. Es hat einen milden, angenehmen Geruch und Pferde scheinen den Geschmack zu genießen. Für die beste Wirkung zweimal täglich zwischen 2000 und 5000 mg geben, zu einer Paste mischen und 20 Minuten vor einer Mahlzeit füttern. Es kann auch dem Futter zugesetzt werden, jedoch sind normalerweise höhere Dosierungen erforderlich.
Eleanor Kellon, VMD

Quelle

LUNGE:
Jiaogulan (Gynostemma platensis) ist ein chinesisches adaptogenes Kraut, das eine normale Erweiterung der Atemwege für einen guten Luftstrom unterstützt.
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Tilly
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Re: Medikamenteninduzierte akute Hufrehe

Beitrag von Tilly »

OMG,liebe Kathi...ganz ganz herzlichen Dank für die Anregungen...werde mich gleich mal anfangen einzuarbeiten...habe mich natürlich Stunden im Stall aufgehalten um bessere Bedingungen zu schaffen... Untergrund,Separierung usw...man ist so sehr vor den Kopf gestoßen anfangs, und da hilft sowas von echten "Insidern" so so sehr....wir scheinen wohl ganz großes Glück zu haben: Pferdchen scheint es nicht schlechter zu gehen...mir ist klar,dass die Schmerzmittel wirken, aber der TA meinte es könnte nötig sein dass wir das nächste bereits am morgen, statt wie geplant nachmittags zu geben..und zumindest dafür gibt es gar keinen Anlass.
Also nochmals ganz ganz vielen Dank 🔆😍
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Re: Medikamenteninduzierte akute Hufrehe

Beitrag von eff-eins »

...immer gerne 😄
Wann immer du Fragen hast, scheue dich nicht sie hier zu stellen. Dafür sind wir da.
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Re: Medikamenteninduzierte akute Hufrehe

Beitrag von eff-eins »

Zeigt sich dein Pferd zum ersten Post von dir im Vergleich gleichbleibend oder vielleicht sogar weiter verbessert?
Über ein kurzes Feedback würden wir uns alle sehr freuen 😁 es gibt nämlich immer viele stille Mitleser...
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