Hufrehe Neuling

Erste Fragen vom Reheneuling
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winni93
Beiträge: 2
Registriert: 01.10.2026, 22:51

Hufrehe Neuling

Beitrag von winni93 »

Hallo,

Ich habe eine 14jährige Haflingerstute die im Juni 2026 ihren ersten Reheschub hatte. Ausgelöst wurde das Ganze wahrscheinlich von Übergewicht und zu viel Gras/Weide. Sie bekam dann Rehe an beiden Vorderhufen diagnostiziert und wir haben damals Aderlass, viel Kühlung und Schmerzmittel hat sie bekommen. Soweit so gut.

Nach 1 Woche Boxenruhe steht sie seitdem auf einem extra Sandpaddock, wo sie limitiert Heu bekommt. Sie hat finde ich auch seit Juni schon etwas abgenommen, aber es könnte meiner Meinung nach noch etwas mehr sein.

Sie bekam auch einen Rehebeschlag mit umgedrehtem Eisen und später mit Polsterung.

Anfang August war sie lahmfrei und ich hätte probiert sie wieder langsam anzutrainieren (im Schritt), habe aber schnell nach 1-2 Wochen gemerkt das es wieder schlechter wurde. Dann ging die Lahmheit auch wieder ganz weg.

Ende September 2026 lahmte sie plötzlich wieder stark vorne im Schritt, obwohl sie seit Juni auf Diät ist, abgenommen hat und auch keine Futterumstellung hatte. Nun bin ich mir unsicher ob dies ein erneuter Schub ist oder woher dies Lahmheit kommt? Generell bin ich mir unsicher ab wann man normalerweise wieder mit leichtem Training/Schritt anfangen kann, da ich auch von TA unterschiedliche Dinge gehört habe. Einen leichten Wendeschmerz konnte man ab und an noch sehen

(Sie wurde auch kürzlich auf EMS/Cushing getestet, es gab aber kein eindeutiges Ergebnis, weswegen sie wahrscheinlich in 2 Monaten nochmal getestet wird.)

Freue mich über eure Meinungen
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eff-eins
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Beiträge: 12089
Registriert: 24.02.2012, 15:47

Re: Hufrehe Neuling

Beitrag von eff-eins »

Hallo und herzlich Willkommen im Forum :hallo:

Meines Erachtens hast du zu früh mit dem Training wieder angefangen.
Wobei die Frage ist was genau du mit ihr im Schritt gemacht hast?

Bewährt hat sich nach dem kompletten Absetzen des Schmerzmittels mit 5 Minuten Schritt in Geradeausrichtung in der ersten Woche zu beginnen.
Bleibt die verbesserte Situation stabil wird dies wöchentlich um weitere 5 Minuten gesteigert usw.
Schnellere Gangarten, Sprünge und Longieren sollten unterbunden/ unterlassen werden.
Gibt es eine Verschlechterung sollte man nach möglichen Ursachen schauen und alles wieder auf Anfang setzen.

Ursächlich kann auch unpassende Hufzubereitung oder Unterstützungsmaßnahme sein.
Ein Rehehuf unterliegt einem ständigen Umbau womit sich auch seine Bedürfnisse verändern.
Arbeitet man z.B. zu Beginn mit Keilen ist das als Sofortmaßnahme mitunter sinnvoll aber nicht für länger zu verstehen da dies dann Kontraproduktiv sein kann.

Der Bekleb/ Beschlag sollte nach aktuellen Röntgenbildern und vorheriger Optimierung der Hufe durch Bearbeitung erfolgen um dem Huf da Unterstützung zu geben wo er es braucht und ihm durch das Zubereiten zur physiologischen Hufform zu helfen selbst gesund in Anbindung herunterwachsen zu können.

Beklebe/ Beschläge haben den Nachteil das sie oft länger am Huf verweilen während der Rehehuf wächst und sich umbaut.
Von daher muss auch dort immer geschaut werden ob dies für eine Verschlechterung ursächlich sein kann.

Eine Hufrehe ist mit abklingender Symptomatik ja nicht vorbei.
Es passiert etwas im Huf dessen Ausmaß oft erst später in den RöBis ersichtlich wird.
Um einmal gesund in Anbindung herunter zu wachsen benötigt ein Huf im Durchschnitt ein Jahr.

Habt ihr vor dem Beschlagen ( warum erst Rehebeschlag mit Eisen falsch herum und später erst mit Polsterung?) Röntgenbilder gemacht damit danach der Beschlag gewählt und passend am Huf platziert werden konnte?

Grundsätzlich wichtig ist die Zehe aus der Last zu nehmen.
Das Hufbein z.B. mittels Steg von unten zu unterstützen ohne das die Hufbeinspitze druckbeaufschlagt wird.
Das erreicht man nicht zuletzt durch Polsterung der Sohle die zum mittragen herangezogen wird. Das Polster, oder bei Hufschuhen die Einlage, wird dazu im Zehenbereich halbmondförmig ausgespart.
Würde man das nur dem Trachtenbereich aufbürden würden diese kollabieren.

Einem Haflinger ist als Robustrasse eine Insulinresistenz/ Dysfunktion genetisch in die Wiege gelegt.
Ein sagenhaftes Phänomen das in freier Wildbahn bei Kargheit das Überleben rettet, unter unserer oft zu gut gemeinten Fütterung aber ins Krankhafte kippt.

Du sagst es wurde ein EMS/ ECS Profil gemacht.
Kannst du uns bitte die Werte inkl. Messeinheit bekanntgeben?
Wurde es heunüchtern oder unter absoluter Nahrungskarenz genommen?

Dein Pferd sollte unbedingt gesund abnehmen.
Das Raufutter muss zwingend in angepasster Menge zur Verfügung gestellt werden.

Hier nun also alle Fragen gebündelt dessen Beantwortung wichtig ist um uns ein umfassendes Bild machen zu können:

Was wiegt dein Pferd?
Wieviel Heu in Kilo bekommt es in 24 Stunden?
Bekommt es Futterzusätze wenn ja namentlich genannt welche?
Mineral- welches genau?
Gibt es Röntgenbilder?
Kannst du Hufbilder seitlich parallel zum Huf machen?
Bitte auch Sohlenbilder als Draufsicht.
Werte aus dem EMS/ ECS Profil mitteilen. Heunüchtern?
LG Kathi
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winni93
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Registriert: 01.10.2026, 22:51

Re: Hufrehe Neuling

Beitrag von winni93 »

Hallo, danke für die schnelle Antwort.

Mein Pferd wiegt derzeit zumindest laut Wiege-Maßband (was ja sehr ungenau ist) ungefähr 470kg auf 144cm Stockmaß. Sie hat äußerlich an Hals und vor der Schulter aber schon Fettpolster wieder abgebaut. Mein Endziel wären ungefähr 435kg, das hatte sie vor ein paar Jahren schon mal.

Derzeit bekommt sie 10kg gestreckt mit Stroh, aber auch nur ungefähr. Mal mehr mal weniger. Sonst bekommt sie Mineralstoffe von RossNatur.

Röntgenbilder gibt es keine, da damals es unser TA nicht für unbedingt nötig hielt und es dann auch günstiger war.

Bei der Messung war sie nicht nüchtern und es wurde der Wert für ECS entnommen.
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eff-eins
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Re: Hufrehe Neuling

Beitrag von eff-eins »

Röntgenaufnahmen bei Hufrehe sollten immer gemacht werden weil diese den entstandrnen Schaden zeigen und zur passenden Hufunterstützung dienen. Z.B. platzieren vom Steg zum Halten des Hubeines ohne die Spitze druckbeaufschlagt zu haben, Polster wie anfertigen, Keile ja/ nein, Hufzubereitung Ergebnisorient vornehmen zu können.
Gerade weil sich wiederholt Lahmheit zeigt kann ich nur dringend dazu raten.
Klar sind das Kosten aber diese dienen der Gesundung der Hufe und des Wohlergehen des Pferdes das evtl. Schmerzen hat die es nicht haben müsste.

Das ACTH ist recht hoch angesiedelt aber ohne Symptome die eindeutig einen Cushingverdacht rechtfertigen so für sich alleine noch nicht behandlungsbefürftig.
Es sollte aber in spätestens 3 Monaten nochmals geprüft werden ob es naturgemäß gesunken ist oder pathologisch weiter angestiegen ist.
Gerade wenn unklare bzw. wiederholte Lahmheiten zu beklagen sind ist das neben Röntgenbildern und den Werten aus dem Kohlenhydratstoffwechsel ein unbedingtes Muss um das Pferd gesund zu halten bzw. es wieder zu relativer Gesundheit zurück zu führen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich was für ein Loch ein TA Besuch und Diagnostik in den Geldbeutel reißt und man sich darum auf das Notwendigste beschränken möchte.
Statt diverser TA Besuche und Zufuttern die Versprechen geben die dem bei Prüfung nicht annähernd standhalten ist ein einmaliger TA Besuch sinnvoll.
Er kann in einem Besuch sowohl röntgen als auch Blut für das EMS/ ECS Profil abnehmen.

Hufrehen oder ein unbehandeltes Cushing sind nicht nur für dein Pferd mit körperlichem Leid verbunden sondern die Behandlungen am Ende teurer als jetzt einmal mit allem Fakten zu schaffen.
Kennt man seinen Gegner wie PPID, Insulinresistenz/ dysregulation und den Zustand der inneren Hufstrukturen kann man ganz gezielt und sehr effektiv handeln.

Pferd wieder fit, Besitzer froh
LG Kathi
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