Anweiden ?

Fragen zur artgerechte Haltung mit Weidemanagement von Pferden und Ponys allgemein und im speziellen mit Hufrehe
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Ariska
Beiträge: 1
Registriert: 30.04.2026, 09:12

Anweiden ?

Beitrag von Ariska »

Hallo zusammen,

ich habe euch irgendwann beim googeln gefunden und lese schon eine ganze weile als Gast mit und konnte so schon viel lernen und möchte mich als erstes mal bedanken, das ihr so prima euer Wissen und eure Erfahrungen teilt.

Jetzt brennt mir eine Frage unter den Nägeln und darum habe ich mich hier angemeldet. Ich entschuldige mich jetzt bereits für den Roman der jetzt bestimmt kommt aber ich möchte versuchen euch wichtige Informationen sofort vollständig zu geben.

Im Oktober 2023 haben meine Tochter und ich ihre bis dahin Reitbeteiligung, eine heute 22 jährige Norweger Stute, übernommen. Wir kennen sie bereits seit 2021 und sie war in der Zeit nie krank oder lahm oder sonst etwas. Über ihre Vergangenheit ist nicht ganz soviel bekannt. Bis 2016 ist sie wohl Kutschpferd gewesen und kam da stark übergewichtig zur Vorbesitzerin und wurde ab da als Schulpony genutzt in 2020 hatte sie ein Fohlen. Seit 2018 lebte sie in einem Offenstall in einer Herde aus ca. 30 Pferden auf einem Sandpadok mit Fütterung aus Heuraufen die ca 18 Stunden am Tag auf waren, komplett ohne Weide. Nachdem wir sie übernommen haben ist sie dort im Stall verbleiben und auch die Hufbearbeitung wurde weiterhin durch die Stallbetreiberin durchgeführt.

Im Juli 2025 haben wir wegen persönlicher Differenzen mit der Stallbesitzerin den Stall gewechselt in einen Offenstall mit kleiner Herde mit 4 Pferden mit 24/7 Heu und an den Padok angrenzende Weide. Etwa 2 nach dem Umzug war der erste Termin beim neuen Schmied und der hat direkt festgestell, das sie irgendwann mal eine Rehe gehabt haben muss, verbreiterte weiße Linie und die Hufform wohl typisch. Daraufhin haben wir sie direkt aus dem Offenstall genommen und hatten zum Glück die Möglichkeit sie in einer Padokbox, mit täglich raus auf einen Sandpadok mit einem 2. Rehepony, am selben Stall stellen zu können. Zuckerarm und Getreidefrei haben wir eh immer schon gefüttert und sie bekommt jetzt in der Box ihr Heu ca. 8,5 kg ( Standart Heu was bei uns am Stall angeboten wird nicht gewässert) am Tag aus engmaschigen Heunetzen.

Wie hatten den Tierarzt natürlich zur Abklärung da und es wurden Röntgenbilder gemacht die den Verdacht vom Schmied bestätigt haben, sie muss mal eine Rehe gehabt haben wie lange das her ist konnte der Tierarzt nicht sagen. Sie hat keine Rotation und wohl nur eine minimale Absenkung mit der sie laut Tierarzt aber uralt werden kann, das Röntgen hat laut Tierarzt auch ergeben das der Schmied sie optimal bearbeitet hat.

Ende Februar habe ich ein aktuelles Blutbild machen lassen um die aktuellen insulinwerte und so zu kennen. Ich hänge euch das mal an. Laut Tierarzt und auch was ich hier im Forum so nachlesen kann sind die werte sehr gut. Figurmäßig steht sie auch Top da mit 445kg auf 1,48 m Stm. Abwechslungsreiche Bewegung an möglichst 6 von 7 Tagen. Auf Grund der guten werte und der guten Figur hat der Tierarzt die Einschätzung gegeben das sie unter Kontrolle von Gewicht (wir haben eine Pferdewage am Stall) und weiter viel Bewegung ( sie hat ab Mai eine Reitbeteiligung 2mal die Woche und wir müssen sie nicht mehr alleine bewegen, sollte also unter dem Strich sogar mehr Bewegung bekommen) im Sommer 2 Stunden mit auf die Wiese darf.

So jetzt zu meiner Frage. Ich weiß das man Rehepferde erst später und ganz langsam Anweidet. Die Frage ist jetzt ab wann kann man wohl starten damit?
Die nächste Frage wäre. Wir haben gestern mal eine Fressbremse ausprobiert und mit der frißt sie in 5 Minuten echt wenig die Menge macht sie sonst mit einem Haps. Um wieviel könnte man denn wohl die Wiese mit Fressbremse verlängern?
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schnulli
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Re: Anweiden ?

Beitrag von schnulli »

Hallo und herzlich willkommen :hallo: ,

im großen und ganzen sieht das Blutbild ja wirklich gut aus. Und das in ihrem Alter. Prima :grin: .

Tja, ob Weide gut geht oder nicht ist immer die alles entscheidende Frage. Ich persönlich würde, wenn man die Wahl hat, wahrscheinlich erst später anweiden. Wie lange sie auf die Weide kann, das zeigt ihre Figur wahrscheinlich sehr schnell. Das kann man nicht pauschal beantworten.

Bzgl der Fressbremse kann ich dir den Zahn ziehen, dass es bei der gestern ermittelten geringen Menge Gras bleibt. Die Mäuse lernen sehr schnell, wie es geht und dann nehmen sie sehr viel mehr Gras auf als beim ersten Test . Auch mit Fressbremse müsst ihr sensibel schauen, ob sie zulegt.

Es bleibt ein Versuch, den man eingehen kann oder auch nicht. Ich persönlich bin jetzt nicht der beste Berater bzgl Weide, habe ich meine Shettys im letzten Sommer in einen LAG-Stall gestellt mit komplett Weide das ganze Jahr über. Auch ich hänge gerade mit Argusaugen an den Hufen und hoffe, dass es gut geht.

Wenn ihr den Versuch wagt, würde ich zu einem erneuten Blutbild im Sommer raten, damit ihr eine Tendenz habt. Das jetzt ermittelte BB ist quasi der Null-Wert, an dem ihr die neuen Blutbilder vergleichen könnt.

Soweit kurz von mir zu später Stunde.
Viele Grüße

Uli
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eff-eins
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Re: Anweiden ?

Beitrag von eff-eins »

Auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum :hallo:
Die Werte sind, wie schnulli bereits sagte, alle bestens zur Zeit.
Ich schreibe extra "zur Zeit" weil das unter Veränderung des Gesamtmanagement sehr schnell kippen kann.
Eine Insulinresistenz oder Dysregulation ist nicht heil sondern nur durch passendes Management beherrschbar.
Darüber muß man sich im Klaren sein wenn man über Weidegang bei einem Rehelein nachdenkt.
Erwiesen ist das sich die Hühs nicht selten bei zeitlich limitiertem Weidegang eine höhere Fressgeschwindigkeit aneignen als ein Pferd das dort entspannt den ganzen Tag verbringt.

Ich mag dir nicht zu Weidegang, auch nicht zeitlich stark eingeschränkt, raten weil es eine Rehevorgeschichte gibt.

Mir persönlich wäre das zu riskant weshalb meine 2 Shettys auch auf einem Sandpaddock leben.
Der Jüngere hat allerdings nachweislich IR, EMS und Cushing, bei ihm wäre es russisch Roulette mit 5 Kugeln.
schnullis haarige 3er Herrenmannschaft hatten meines Wissens nach bisher keine Hufrehe, und sie schaut trotzdem sehr genau hin damit das auch so bleibt.

Wenn euer Pferd wirklich moderat, am besten täglich, bewegt wird, kein Schnickschnack an Zufutter erhält und zeitlich limitiert Weidegang bekommt kann es gut gehen was zwingend mittels Blutwerte ( Glukose und Insulin, heunüchtern genommen) kontrolliert werden sollte.
Rechtzeitig bei sich verschlechternden Werten die Reissleine ziehen ist dann ein muss um eine erneute Rehe zu vermeiden.

Auch sollte im Herbst das ACTH nochmals kontrolliert werden das bei allen, auch gesunden Pferden, ab Sommersonnenwende zu steigen beginnt um im September sein jahreszeitliches Hoch zu erfahren.
Bei bisher unerkannten oder unzureichend therapierten Cushis steigt es ungleich höher an als bei Gesunden und zeigt sich häufig durch Hufrehe lange bevor klinisch typische Cushi Symptome erkennbar sind.

Das ist aber unabhängig von der natürlich anzuratenden zeitnahen Blutuntersuchung unter Weidegang.
LG Kathi
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eff-eins
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Re: Anweiden ?

Beitrag von eff-eins »

Ich hoffe unsere Beiträge waren dir eine Entscheidungshilfe?
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