Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis angeht

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Tine
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Registriert: 12.08.2009, 12:17

Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis angeht

Beitrag von Tine »

Hallöchen,

leider melde ich mich auch mal wieder mit nicht so schönen Nachrichten.
Mein Pony hatte leider vor kurzem nach einem leichten Infekt (Husten) plötzlich Vergiftungserscheinungen, hohes Fieber und sehr starke Gelenkschmerzen. Es ging soweit, dass der TA auf Intoxikationsrehe tippte (Konnte sich nicht mehr bewegen, Pulsation, Trachtenfußung etc.). Mittlerweile haben wir festgestellt, dass sein Stoffwechsel quasi zum Erliegen kommt, die THP sagt, dass der Leberstoffwechsel stark gestört ist. Somit war unsere einzige Erklärung, dass er sich innerlich vergiftet hat.
Auf dem früheren Hof hat er sicherlich etwas JKK gefressen, was auch nicht zuträglich war.

Die Röntgenbilder sind gut, keine Rehe, allerdings läuft er nach wie vor nicht gut auf hartem Boden. Blutbild hat ein paar Veränderungen, jedoch keine sehr großen glaube ich (kann ich gern auch mal einstellen).
Meine Huforthopädin hat ihn sich heute nochmal angeschaut und auch abgedrückt. Die Hufe sind super, nicht empfindlich usw.. Scheinbar hat er Gelenkschmerzen, ihm tut "alles weh". Es wirkt als wenn es beim harten Boden aus den Karpalgelenken käme. Aufweichem Bodenläuft er dagegen recht gut. Diese Schmerzen variieren auch jeden Tag und manchmal läuft er links, den anderen Tag rechts nicht ganz klar, dann wieder tagelang normal etc..
Er ist ansonsten meist matt und zur Zeit häufig teilnahmslos :( . Zuvor war hatte er sich auch gerade in seinem Wesen geändert (hatten aber auch den Stall gewechselt), was die THP im Zusammenhang mit "Leberfeuer" sieht: "schlechte Laune", plötzlich häufiger Buckeln und schlecht zu motivieren trotz Clickern, viel beißen und treten in der Herde -> war plötzlich einer der Ranghöchsten, sehr untypisch für ihn.
Häufig geht seine Temperatur hoch, Stoffwechsel ist schlecht, er wirkt dann auch aufgeschwemmt.
Meine HO meinte vorhin aufgrund dieser Symptome, die nun auch schon um die 3-4 Wochen so bestehen, ob ich nicht doch nochmal Richtung Borreliose nachhaken möchte.
Einiges passt ja dazu, oder?
Beim Durchstöbern des Netzes findet man ja nun seehr viele verschiedene Tests und die Infos, dass sie nicht 100% aussagekräftig sind. Habe jetzt auch schon hier im Forum etwas gelesen, aber ich gebe es zu: mir raucht der Kopf! Ich weiß nicht mit welcher Bitte um welchen Test ich jetzt am Besten an meinen TA herantreten soll :fahne:
Möchte natürlich gleich den "sinnvollsten" Test machen lassen.
Soweit ich es verstanden habe, kommt es bei den Tests auch darauf an, wie lange der Zeckenbiss her ist? Macht es Sinn gleich mehrere Tests machen zu lassen? Und hat man dann vielleicht doch eine ziemlich gute Genauigkeit?

So, dann lese ich noch ein bisschen weiter und versuche es zu verstehen...

LG Tine
Gizmo-Angel
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Gizmo-Angel »

Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber eine Bekannte erzählte mir, dieser Soforttest, den's jetzt überall gibt, wäre ganz gut... Ansonsten würde ich einfach vermuten, dass das doch eigentlich so funktionieren müsste wie beim Menschen, indem man das Blut auf Borrelien untersucht, oder???? :weißnich:
Tine
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Tine »

Ist dieser Soforttest nicht für die Zecken gedacht oder welchen meinst du?

Ja klar lässt man das Blut untersuchen, aber da gibt es scheinbsr ganz verschiedene Tests für :kinn:
Oder habe ich zu kompliziert gedacht? Ich glaube es ging darum, dass ja eine frische Infektion anders als eine ältere nachgewiesen wird usw..
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Eddi
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Eddi »

indem man das Blut auf Borrelien untersucht, oder????
, ja und nein, also ganz so einfach ist das nicht.
Ein Bluttest auf Borreliose im Labor ABC funktioniert definitiv nicht.
Was als erstes m.M. nach anzuraten ist ist der Westernblot im Labor Zecklab.
Danach weiß man vielleicht schon etwas mehr.
Vielleicht weil es auch die "ruhende" Form gibt und der Titer anzeigt dass es in der Vergangenheit Kontakt zu infizierten Zecken gegeben hat und man dann nicht sicher sein kann dass dies die Erklärung für die aktuellen Beschwerden ist.

Aber egal wie, der Rat der THP dem auf den Grund zu gehen sind m.M. nach gut.
Mein Pony hatte leider vor kurzem nach einem leichten Infekt (Husten) plötzlich Vergiftungserscheinungen, hohes Fieber und sehr starke Gelenkschmerzen.
Wie erkennt man akute Vergiftungserscheinungen?
Wie sind die Leberwerte?
Wie wurde der gestörte Leberstoffwechsel diagnostiziert?

LG Eddi
sorry, ich kann durchaus die Großschreibung; aber mein rechter Arm schmerzt nach wie vor und die rechte Hand ist im Zusammenspiel einfach langsamer als die linke Hand....
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Flori Dickfisch
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Flori Dickfisch »

Der Westernblodtest ist das einzig wahre. :daum:

Wir hatten einen Haflinger mit vermutlich Borreliose, Symtome aber ähnlich, vor allem mit Fieber und auch die unsichere Laufen. Alles in Schüben, dazu noch extrem empfindliches und schreckhaftes Verhalten. Einfach unkontrolliertes Losrennen und völlig verwirrt.
Er hatte damals Tetracyclin bekommen, es war dann für eine sehr lange Zeit ein völlig normales Pferd. Er war dann beim nächsten Schub zur Untersuchung in der Tierklinik, ist dort leider an einer Darminfektion unnötiger Weise verstorben. Der Westernblod (wurde leider vergessen zu machen :drunter: ), aber empfohlen. Unsere Nachbarin hatte zu diesem Zeitpunkt sich ebenfalls Borreliose eingefangen. Also gibt es die Überträgerzecken hier vor Ort.
Tine
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Tine »

Eddi hat geschrieben:Was als erstes m.M. nach anzuraten ist ist der Westernblot im Labor Zecklab.
Danach weiß man vielleicht schon etwas mehr.
Vielleicht weil es auch die "ruhende" Form gibt und der Titer anzeigt dass es in der Vergangenheit Kontakt zu infizierten Zecken gegeben hat und man dann nicht sicher sein kann dass dies die Erklärung für die aktuellen Beschwerden ist.
Wenn ich es richtig verstanden habe, würde der dann aber bei einer recht frischen Infektion negativ ausfallen, stimmt das? Also könnte er gerade vor sagen wir 4-5 Wochen mit Borreliose infiziert worden sein (wobei ich eigentlich auch schon eine längere Erkrankung vermute...) und man sieht es dann gar nicht anhand der Werte :kinn: ? Das ist noch für mich etwas irritierend...
Eddi hat geschrieben:Aber egal wie, der Rat der THP dem auf den Grund zu gehen sind m.M. nach gut.
Es ist meine Huforthopädin, die Borreliose vermutet :wink:
Meine THP kommt morgen wieder zu uns, um ihn zu akupunktieren und weiter zu behandeln, werde sie nachher auch nochmal versuchen anzurufen und auf Borreliose anzusprechen. Wisst ihr, ob auch eine THP Blut abnehmen und bei Zecklab einschicken "darf"?
Eddi hat geschrieben:Wie erkennt man akute Vergiftungserscheinungen?
Wie sind die Leberwerte?
Wie wurde der gestörte Leberstoffwechsel diagnostiziert?
Der TA sagte an dem Tag, als es meinem Pferd so schlecht ging, dass der Allgemeinzustand, das Fieber, die vermutete Intoxikationsrehe, "Weggetreten sein" usw. wie eine Vergiftung aussähen. Da er als einziges Pferd im Stall Anzeichen zeigte, schlossen wir eine Futtervergiftung aus und kümmerten uns erstmal um das Fieber und die angebliche Rehe.

2 Wochen später haben wir dann geröntgt (alles ok, nur Pony läuft nicht gut) und großes Blutbild (wäre vorher wohl zu sehr verfälscht gewesen) gemacht:

Code: Alles auswählen

Probenentnahme:        09-11-2011                              ­                     ­
­ Probenmaterial:        EB/Blut für Serum                       ­
­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

 Messgrößen              Ist                    Normalwert

     
Klinische Chemie (photometrisch, ISE)
 AP                          97    U/l          < 450                 
 g-GT                         8.0  U/l          < 25                  
 GLDH                         3.2  U/l          < 8                   
 Bilirubin-gesamt             9.8  µmol/l       8.6 - 59.9            
 Cholesterin                  2.0  mmol/l       1.81-4.66             
 Triglyceride                 0.30 mmol/l       < 0.97                
 Glucose                      2.9  mmol/l   -   3.05-4.99             
 AST(GOT)                   137.3  U/l          < 250                 
 LDH                        491.1  U/l      +   < 400                 
 CK                         182.3  U/l      +   < 130(190)            
 Gesamteiweiß                60.5  g/l          55-75                 
 Albumin                     30.5  g/l          25-54                 
 Globuline                   30.0  g/l          24-51                 
 Harnstoff                    5.1  mmol/l       3.3-6.7               
 Kreatinin                   91.0  µmol/l       71-159                
 Phosphat-anorg               1.0  mmol/l       0.7-1.5               
 Calcium                      3.1  mmol/l       2.5 - 3.4             
 Magnesium                    0.8  mmol/l       0.5-0.9               
 Kalium                       4.6  mmol/l   +   2.8-4.5               
 Natrium                    141    mmol/l       125-150               
 Eisen                       28.8  µmol/l       17.9-64.5             
 Zink                        11.2  µmol/l       9.2-19.9              
 Kupfer                      14.5  µmol/l       7.9-21.0              
 Selen (AAS)                 65.4  µg/l         50-150                
     
Blutbild (Laserstreulicht-Methode)
 * Erythrozyten               7.27 T/l          6.0 - 12.0            
 * Hämatokrit                 0.34 l/l          0.30-0.50             
 * Hämoglobin               124    g/l          110-170               
 * Leukozyten                 7.4  G/l          5.0-10.0              
 * Segmentkernige            48    %            45-70                 
 * Lymphozyten               46    %        +   20-45                 
 * Monozyten                  3    %            0-5                   
 * Eosinophile                3    %            0-4                   
 * Basophile                  0    %            0-2                   
 * Stabkernige                0    %            0-6                   
 * Hypochromasie         neg.                   neg.                  
 * Anisozytose           neg.                   neg.                  
 * Thrombozyten             137    G/l          90-300                
     
Differentialblutbild (absolute Zahlen)
 * Segmentkernige (..         3.6  G/l          3.0-7.0               
 * Lymphozyten (abs..         3.4  G/l          1.5-4.0               
 * Monozyten (absol..         0.2  G/l          0.04-0.4              
 * Eosinophile (abs..         0.2  G/l          0.04-0.3              
 * Basophile (absol..         0.0  G/l          0.0-0.15              
 * Stabkernige                0.0  G/l          0.0-0.6               

 .                   
 Anmerkung Glucose
 Glucose ist lediglich in sofort abgeserten Proben oder bei
 der Verwendung von Stabilisatoren zu interpretieren.
Der gestörte Leberstoffwechsel wurde schon Anfang August von meiner Physiotherapeutin angemerkt. Wir hatten den Stall gewechselt und mein Pony stand im neuen Stall dauerhaft in den frischen Brennesseln und Disteln und frass diese! Er war vorher sehr wässrig, wirkte sehr fett, die Physio meinte es ist alles weich, kein Fett sondern Wasser. Im alten Stall sehen viele Pferde so aus, es gibt auch JKK und wir haben quasi die Notbremse gezogen. Da er Knötchen in den Ohren und im Maul hatte deutete das auch darauf hin. Ich habe dann 2 Monate lang Mariendistel, Brennessel und Birkenblätter als Kur zugefüttert und er verlor innerhalb von einem Monat extrem viel Wasser, war viel "klarer", die Knötchen lösten sich auf. Als ich Mariendistel und Co. dann nicht mehr fütterte wurde er wieder ein bisschen aufgedunsener (wenn auch bei weitem nicht so stark wie früher!). Meine THP, die ich leider erst jetzt zu Rate gezogen habe, tastete ihn ab und er reagierte nur auf den Leberpunkt mit einer heftigen Reaktion. Zudem lässt er sich momentan im Rechten Ohr und auf der rechten Seite an einigen Stellen nicht so gerne behandeln / berühren, was vorher kein Problem war und das ist wohl die Leberseite wenn ich es richtig verstanden habe. Ich selbst kann das schlecht erklären. Also es spricht wohl einiges dafür, dass dies mit ein Auslöser war. ABER: Es ist alles nichts handfestes, daher wäre Borrelliose vielleicht schon einleuchtend. Diese verursacht ja u.a. auch Organ- oder Stoffwechselprobleme wenn ich es richtig verstanden habe. Die Stimmungsschwankungen, teilweise extreme Mattigkeit würde es vielleicht mit erklären, wobei das natürlich auch Stoffwechsel ist...
Mittlerweile reagiert er aber auch auf die Nierenpunkte usw., aber das ist ja auch normal wenn ein Organ nicht 100% arbeitet.
Der TA meinte, dass er schulmedizinisch hier nicht weiterhelfen kann, bzw. alles recht untypisch ist und er auch etwas in die Richtung innerliche Vergiftung und Stoffwechsel vermutet, daher entgiften wir ihn zur Zeit, was ihm sehr hilft. Die Pulsation hörte z.B. direkt am Tag nach der ersten Pulsation auf und er hatte einen wesentlich aufgeweckteren Blick, was mein TA bestätigte.
Tine
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Tine »

Flori Dickfisch hat geschrieben:Der Westernblodtest ist das einzig wahre. :daum:

Wir hatten einen Haflinger mit vermutlich Borreliose, Symtome aber ähnlich, vor allem mit Fieber und auch die unsichere Laufen. Alles in Schüben, dazu noch extrem empfindliches und schreckhaftes Verhalten. Einfach unkontrolliertes Losrennen und völlig verwirrt.
Er hatte damals Tetracyclin bekommen, es war dann für eine sehr lange Zeit ein völlig normales Pferd. Er war dann beim nächsten Schub zur Untersuchung in der Tierklinik, ist dort leider an einer Darminfektion unnötiger Weise verstorben. Der Westernblod (wurde leider vergessen zu machen :drunter: ), aber empfohlen. Unsere Nachbarin hatte zu diesem Zeitpunkt sich ebenfalls Borreliose eingefangen. Also gibt es die Überträgerzecken hier vor Ort.
Das tut mir sehr leid mit deinem Haflinger :( :(
Ich habe mir selber beim Pilzesammeln im Wald neben dem alten Stall schon eine mit Borreliose infizierte Zecke eingefangen. Sie war noch ganz klein und ich hatte gleich den typischen roten Kreis etc.. Nur da bin ich dann natürlich gleich zum Arzt gegangen und habe mich behandeln lassen. Aber insofern gab es auch dort vor Ort ganz sicher Überträgerzecken...
Flori Dickfisch
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Flori Dickfisch »

Bei uns begann das 2003, da war das Thema Borreliose bei Pferde noch nicht so bestätigt wie heute. :(

Würde bei solchen Symtomen immer den Westernblod Test machen lassen, weil die Erscheinungen sind einfach bei Pferden sehr unspezifisch:
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Eddi
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Eddi »

Ich bin kein TA und lasse mich bzgl. des Blutbildes gerne belehren, allerdings sehe ich da keine Leberprobleme, egal ob mit oder ohne Vergiftung.
Hier kannst zu den anderen Erhöhungen nachlesen:
http://www.laboklin.de/pdf/de/news/la_0 ... _pferd.pdf
Der TA sagte an dem Tag, als es meinem Pferd so schlecht ging, dass der Allgemeinzustand, das Fieber, die vermutete Intoxikationsrehe, "Weggetreten sein" usw. wie eine Vergiftung aussähen.
also, ein Pferd mit Fieber alleine sieht häufig so aus.

Da Borreliose, Fieber ist z.B. ein Anfangssymptom einer frischen Infektion, so vielfältig in seinen Symptomen ist würde ich Dir raten, dies zunächst abzuklären.

Dein eingestelltes Blutbild ist m.M. nach klinisch nicht zu einer Diagnose führend.

Das Problem mit dem Zeitpunkt halte ich persönlich für untergeordnet.
Wird eine frische Borrelioseinfektion vermutet muss eigentlich sofort die AB-Behandlung einsetzen. Zu einem späzteren Zeitpunkt kann das AB leider nur die im freien Stadium befindlichen Borrelien vernichten, die im ruhenden Zustand warten dann einfach auf den nächsten passenden Zeitpunkt.

Parallel dazu ist es ganz wichtig das eigene Immunsystem auf Vordermann zu bringen, sodass der Organismus die Möglichkeit hat die Borrelien alleine in Schach zu halten.

Ausheilen zu einem späteren Zeitpunkt ist leider kaum wahrscheinlich.

LG Eddi

PS Der Schnelltest ist zum Überprüfen der Zecke!
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Flori Dickfisch
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Flori Dickfisch »

Die Leberwerte finde ich auch nicht unnormal.

Die Brennesseln, Mariendistel und Löwenzahn entwässern und entgiften das Pferd, da müsste man jetzt überlegen, woher die Wasseransammlungen im Gewebe stammen. Das könnte auch von den Nieren herkommen, hat dann aber nichts mit Borreliose zu tun. Wobei das Kreatinin noch in Ordnung war. Allerdings kippt der Wert gerne erst später, wenn die Niere schon fast platt ist. Vll noch mal den TA in diese Richtung fragen.
Tine
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Tine »

Ich glaube die Blutwerte sind generell zum Glück noch nicht als "schlimm" einzuordnen, es schlägt ja nichts stark aus dem Rahmen. Genauso wie die Röntgenbilder, die sind ja ebenfalls ohne Befund. Also so gesehen ist das Pferd fast gesund, aber es geht ihm trotzdem nicht gut...

Andererseits ist es ja auch so, dass sich wie auch bei der Niere die Werte häufig erst verändern, wenn schon eine größere Schädigung vorhanden ist, oder?
Die Niere "reagierte" erst nach der Gabe der Entzündungshemmer / Schmerzmittel des TA... Vorher waren da nur die Leberpunkte auffällig. Aber die Stoffe mussten dann ja auch noch zusätzlich abgebaut werden.

Generell sind wir ja gerade dabei das Pferd komplett zu entgiften (THP). Darauf liegt zur Zeit das Hauptaugenmerk. Damit würde dann auch der Stoffwechsel wieder ins Lot kommen etc., soweit ich es verstanden habe.
Ich habe vorhin kurz mit der THP telefoniert. Sie glaubt nicht so ganz an die Borreliose-Theorie, da ihre Borreliose-Patienten-Pferde wiederum andere Symptome aufwiesen :kinn:. Es gäbe aber eine Borrelia-Nosode (?) die sehr gut wirken würde und die wir auch einsetzen könnten wenn es sich bestätigt ohne ihn gleich wieder "zuzudonnern" während wir noch beim Entgiften sind.
Wir werden es morgen nochmal besprechen. Bin wirklich durcheinander was nun das Richtige ist :( :(
Tine
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Tine »

Eddi, du vermutest also, dass das Fieber aufgrund einer "frischen" Borreliose-Infektion hinzukam? Also die Zecke unmittelbar davor am Pferd war? Dabei würde dann der Westernblot aber noch nichts anzeigen?

Ich glaube ich habe vergessen zu schreiben, dass er eine Woche zuvor eine leichte Erkältung bekommen hatte (TA hatte auch abgehorcht und meinte nur viel Bewegen, Abhusten lassen, keine Medikamente), ich glaube diese war einfach zuviel für den geschwächten Organismus und hat ihm den Rest gegeben :(
Das war zumindest unsere erste Mit-Erklärung. Rückblickend ist er eigentlich auch schon im Juni und Juli teilweise nicht gut gelaufen, phasenweise sehr matt und triebig, bzw. war zu der Zeit extrem aufgedunsen weshalb wir dann schnellstmöglich den Stall gewechselt haben (er steht jetzt im Aktivstall). Ich glaube das waren eigentlich ähnliche Situationen wie jetzt, nur nicht so verschärft mit Fieber und der Erkältung. Es ist jetzt halt nur erst "eskaliert"?
Leider ist das alles nur reine Theorie...
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Eddi
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Eddi »

Ich kann leider nicht hellsehen und sagen : DAS ist es.
Ich kann Dir leider nur einige mögliche Anhaltspunkte aufzeigen.
Allerdings ist dieses Dilemma ja gar nicht ganz frisch und ohne Test weißt Du nun mal gar Nichts.
Es ist ja auch häufiger so dass es eine ältrere Borreliose-Erkrankung gibt und da dann eine Neue draufkommt.
Und leider ist auch die Borreliose ein Meister im sich tarnen.
Somoit kann ich dieser Aussage
Sie glaubt nicht so ganz an die Borreliose-Theorie, da ihre Borreliose-Patienten-Pferde wiederum andere Symptome aufwiesen
in keinem Fall zustimmen.
Und ja es stimmt, es gibt Borreliose-Nosoden die zur Behandlung der Borreliose eingesetzt werden.
Bei sehr starken Erscheinungsbildern, Borrelien vermehren sich seeehr schnell!, bleibt einem im Vorfeld meist nicht viel anderes über als zuvor eine recht lange AB-Kur vorzunehmen-
Da die Auswirkungen und die Therapie der Borreliose so unglaublich schwierig ist sollte man im bestätigten Fall mit Kanonen schießen!

Wie gesagt, es bleibt reine Spekulation wenn Du nicht testen lässt.
Ein weiteres Diagnosehilfsmittel ist z.B. die Thermografie.
Mittels derer kannst Du feststellen ob im Pferd Entzündungsherde vorhanden sind oder z.B. auch Durchblutungsstörungen.

LG Eddi
sorry, ich kann durchaus die Großschreibung; aber mein rechter Arm schmerzt nach wie vor und die rechte Hand ist im Zusammenspiel einfach langsamer als die linke Hand....
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Flori Dickfisch
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Re: Vermutung Borreliose... Verwirrung was den Nachweis ange

Beitrag von Flori Dickfisch »

Ja, Borrelien (Bakterien) bekommt man mit AB gut in den Griff. Leider nisten sie sich später in den Gelenken ein und streuen regelmässig. Dann wird man die nur noch schwer los.
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