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BeitragVerfasst: 12.03.2021, 14:24 
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Was ist Colitis X ?

enpevet® schreibt dazu Folgendes:


Allgemeines
Weitere Bezeichnungen: Typhlocolitis, Idiopathische Typhlocolitis, Idiopathische Dickdarmentzündung

Der Begriff Colitis-X beschreibt eine schwere Entzündung des Blinddarms und des anschließenden Dickdarmabschnitts, den man Colon ascendens nennt. Die Erkrankung führt zu häufig unstillbarem Durchfall und Schock. 50 – 70% der erkrankten Tiere sterben an Colitis-X.

Der Blinddarm des Pferdes, der bereits zum Dickdarm gehört, ist im Gegensatz zum Blinddarm des Menschen sehr groß. Er ist etwa 1m lang und kann ca. 33l Volumen aufnehmen. Der Blinddarm erfüllt eine wichtige Funktion: Er dient als Gärkammer. Im Blinddarm befinden sich viele nützliche Bakterien, die man auch als Darmflora kennt. Diese Bakterien helfen, die ansonsten unverdaulichen Pflanzenteile zu verdauen. Dabei entsteht viel Gas, so dass im Blinddarm über dem Futterbrei eine Gaskuppel vorhanden ist. Der Futterbrei gelangt aus dem Blinddarm in die weiteren Abschnitte des Dickdarms (Grimmdarm oder Kolon). Der Grimmdarm des Pferdes dient als weitere Gärkammer, hier werden Nährstoffe und auch Wasser durch die Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen. Der Grimmdarm des Pferdes gliedert sich in verschiedene Anteile, die in einer strengen Ordnung im Bauch des Pferdes liegen. Insgesamt ist er 6 – 9m lang und hat ein beträchtliches Fassungsvermögen. In dem letzten Darmabschnitt (Rektum) werden schließlich aus den eingedickten Futterresten Kotballen geformt und ausgeschieden.

Der Futterbrei wird durch wellenförmige Muskelbewegungen der Darmwand weitergeschoben. Diesen Vorgang nennt man auch Peristaltik. Peristaltik findet in allen Darmabschnitten statt.

Ursachen
Colitis-X tritt vorwiegend bei Pferden auf, die zur Behandlung in einer Klinik stehen. Am häufigsten sind Pferde betroffen, die aufgrund einer Kolik operiert werden mussten. Aber auch Kolikpatienten ohne Operation, andere Klinikpatienten und Pferde ohne irgendeine tierärztliche Vorbehandlung können daran erkranken.

Man nimmt an, dass folgende Ursachen eine Colitis-X auslösen können:

Stress (z.B. Transport, Turnier)
Nahrungsentzug (Fasten)
Antibiotika-Behandlung
Operative Eingriffe
Wurmbefall
Wie genau die Colitis-X entsteht, ist nach wie vor ungeklärt. Mehrere Faktoren müssen aber zusammenkommen, damit ein Pferd erkrankt.

Man nimmt an, dass eine Veränderung der Zusammensetzung der Darmflora von entscheidender Bedeutung ist. Besonders bestimmte Clostridien (Clostridium difficile und Clostridium perfringens) vermehren sich im Darm eines erkrankten Pferdes unverhältnismäßig stark. Clostridien sind Bakterien, die eigentlich zur normalen Darmflora gehören und mit dem Kot ausgeschieden werden. Allerdings ist es bislang unklar, ob sich die Pferde nicht auch mit besonders aggressiven Clostridienstämmen infizieren, die gehäuft in Kliniken nachzuweisen sind. Wenn sich die Clostridien im Darm übermäßig vermehren, setzen sie Giftstoffe frei, die Endotoxine. Die Endotoxine werden über die Darmwand in das Blut aufgenommen und führen so zu einem Endotoxinschock (siehe auch Kapitel Schock).

Zusätzlich ist die Darmwand von Blinddarm und Kolon sehr stark entzündet. Die Entzündung führt zu einer verstärkten Durchblutung der Darmwand. Durch den verstärkten Blutdruck und die Schäden in der Darmwand geht viel Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in den Darminhalt verloren. Das Pferd erleidet so zusätzlich einen so genannten Volumenmangelschock, da das Blut eindickt. Die starke Entzündung der Darmwand führt schließlich zu einem Absterben von Darmwandteilen.

Ansteckung
Es ist nach wie vor nicht auszuschließen, dass sich ein Pferd mit aggressiven Clostridienstämmen oder anderen, noch unbekannten Erregern infiziert. Daher müssen Pferde, die an Colitis-X erkranken, als ansteckungsverdächtig angesehen werden.

Leitsymptom
wässriger Durchfall
Schock
Symptome
Zunächst fallen die Pferde häufig nur durch Futterverweigerung und große Mattigkeit auf. Die Darmperistaltik ist, anders als bei normalen Durchfallerkrankungen, herabgesetzt. Dann setzen leichte Koliksymptome ein und die Pferde zeigen zunehmend Schocksymptome. Der einsetzende, massive Durchfall ist wässrig und kann später auch blutig werden. Die Pferde trocknen schnell aus und können innerhalb weniger Stunden verenden.

Als Folge der gebildeten Endotoxine können die Pferde eine Hufrehe ausbilden.

Diagnose
Vorbericht und klinisches Bild sprechen nach dem Einsetzen des Durchfalls für eine Colitis-X. Durch wiederholte Allgemeinuntersuchung und Blutuntersuchung kann auch schon vor Einsetzen des Durchfalls eine Colitis-X erkannt werden. Bei der Blutuntersuchung fallen vor allem die zunehmende Eindickung des Blutes und eine Verringerung der weißen Blutkörperchen auf (Leukopenie).

Eine rektale Untersuchung kann ebenfalls Hinweise liefern.

Nützlich sind außerdem bakteriologische Untersuchungen des Kotes auf Bakterien (Clostridien, Salmonellen), die ggf. wiederholt werden müssen, da Bakterien nicht kontinuierlich ausgeschieden werden. Auch auf Endotoxine kann der Kot untersucht werden.

Behandlung
Colitis-X muss so früh wie möglich und intensiv behandelt werden, um dem Pferd eine Chance zu geben. In der Regel werden die Pferde mit konservativen Methoden behandelt:

Konservative Behandlung:

Infusionen zum Ausgleich von Flüssigkeitsmangel, Elektrolyten, Nährstoffen
Entzündungshemmende Medikamente
Medikamente gegen die Endotoxine
Darmanregende Medikamente
Nahrungsentzung bzw. händchenweise erstklassiges Heu
Thrombose- und Reheprophylaxe (blutverdünnende Medikamente, Rehegipse)
Leichtverdauliche Diät, sobald die Pferde wieder festen Kot absetzen.
Operative Behandlung: In Vollnarkose wird der Bauchraum eröffnet. Blinddarm und Kolon werden entleert und gespült. Das operative Vorgehen ist nur sinnvoll, wenn die Darmwand noch nicht schwer geschädigt wurde.

Prognose
Die Behandlung einer Colitis-X ist sehr kostenintensiv und in vielen Fällen dennoch nicht erfolgreich. Die Prognose ist umso günstiger, je besser das Pferd auf die Therapie anspricht und je weniger die Blutwerte zu Beginn der Behandlung verändert waren.

Vorbeugung
Stressvermeidung, häufiges Füttern bzw. nur kurze Fastenzeiten vor einer Operation und regelmäßige Entwurmung können helfen, eine Colitis-X zu vermeiden. Intensive Beobachtung gefährdeter Patienten ermöglicht ein frühes Erkennen und damit eine frühzeitige Behandlung der Erkrankung.

In Kliniken werden operierte Pferde häufig prophylaktisch mit Medikamenten gegen Endotoxine und mit Infusionen versorgt.

ACHTUNG
Hinter wässrigem Durchfall kann sich auch eine ansteckende Salmonellose verbergen. Diese geht jedoch meistens mit hohem Fieber einher. Hygienemaßnahmen wie Schutzkleidung, Schuh- und Handdesinfektion sollten im Umgang mit schwer durchfallkranken Pferden immer durchgeführt werden.


TEXTQUELLE COLITIS X

Gibt es evtl. Behandlungsmethoden die hier nicht aufgeführt sind?

Es gibt offenbar eine sehr effektive Behandlungsmöglichkeit bei Colitis X durch die Gabe von Okoubaka D3 in nicht gerade gängiger phytotherapeutischer sondern in "Hochdosis" (1 Tablette/ 6 Kilo KM)

Beschrieben wurde das von der Chirurgischen Tierklinik (Standort Mitte: Leiter Univers.-Prof.Dr. H. Gängel) aus dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie (Direktor Univers.-Prof.Dr. H. Gängel) der Freien Universität Berlin.
Dabei handelt es sich um einen "Erfahrungsbericht über die Anwendung von Okoubaka bei schweren, durch Enterotoxine ausgelöste Diarrhoen des Pferdes"


Ich selbst habe zwischenzeitlich sehr gute Erfahrungen, u.a. bei Colitis X mit Okoubaka machen können...

Das Schrifttum kann von den Verfassern erbeten werden.
Anschrift der Verfasser:
Univ.-Prof. Dr. W Heinze, Institut für Pharmakologie und Toxikologie: Dr. S. Jedwillat, chirurgische Tierklinik der FU Berlin, Standort Mitte, Luisenstraße 56 in 10117 Berlin

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LG Kathi
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BeitragVerfasst: 13.03.2021, 09:16 
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Ich persönlich finde es ein wenig gefährlich, das Mittel gerade im Zusammenhang mit Colitis X so öffentlich zu favorisieren. Es ist und bleibt ein Mittel aus der Homöopathie und Colitis X ist bisher eine der Erkrankungen bei Pferden, die unbehandelt innerhalb von Stunden zum Tode führen und für mich damit in die Hände des Tierarztes gehören. Zur Selbstbehandlung bei einer echten Colitis X würde ich auf gar keinen Fall raten! Etiennes Vater ist innerhalb von 30 Minuten auf dem Transport von einer Klinik (Privat) in die TiHo zwecks weiterer Behandlung seiner Colitis 8-jährig gestorben. 24 Stunden vorher war das Tier, was wegen eines Sehnenrisses behandelt wurde und eigentlich schon abgeholt hätte werden können, topfit und munter!

Eine Frage noch: bei wem hast Du persönliche Erfahrung mit der Behandlung bei Colitis X mit Okoubaka gemacht? Für mich persönlich ist Colitis X immer noch das Grauen und ich fürchte, auch, wenn die Behandlungen inzwischen teilweise zum Erfolg führen und das Tier überlebt, wird diese Diagnose ihren Schrecken auch noch länger nicht verlieren......

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BeitragVerfasst: 13.03.2021, 12:45 
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Registriert: 24.02.2012, 16:47
Beiträge: 10339
Oh bitte, nicht das hier ein falsches Bild entsteht.
Colitis X gehört selbstverständlich und sofort in die Hand des Tierarztes bzw. Tierklinik und ist nichts das man selbst versuchen sollte zu behandeln.
Nichts desto Trotz hat im Artikel besagte Tierklinik wiederholt gute Erfahrungen damit gemacht, ganz offensichtlich Leben retten können und dieses publiziert was ich lediglich weitergeben wollte.
Nicht jeder TA kennt diese Beobachtungen und ist mitunter daran interessiert gerade weil es ein FACHARTIKEL und kein Beitrag von "Lieschen Müller" ist.

Die Klinik in der das Pferd meiner Freundin stand war z.B. sehr interessiert daran und hatte den Artikel nach Erwähnung angefragt.

Das Pferd wurde dort symptomatisch und u.a. mit Infusionen behandelt, zeigte sich aber nach Absetzen der Infusionen jedes Mal wieder schlecht, litt unter starkem Durchfall, verweigerte konsequent alle angebotenen Futtermittel.
Die Diagnose war sehr schwierig und konnte konkret nicht abschließend geklärt werden.
Auf Grund der Symptomatik bei Einlieferung und im Verlauf kam man zu dem Ergebnis das es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ColitisX gehandelt hat.
Das Pferd wurde in mäßigem AZ mit nur minimaler Futteraufnahme nach Hause geholt in der Hoffnung das es sich dort vielleicht trotz fehlender Infusionstherapie, die man ja nicht wochenlang weiterführen kann, besser erholt oder aber wenigstens in vertrauter Umgebung gehen darf...

Es wurde sofort in Absprache mit dem TA eine Okoubakabehandlung eingeleitet und das Pferd begann am zweiten Tag/zweite Gabe wieder zu fressen.

Wie gesagt, es soll keineswegs als Werbung verstanden werden sondern lediglich als Hinweis auf diese zusätzliche Option ein erkranktes Pferd behandeln zu können wo andere, gängige Maßnahmen oftmals nicht greifen.
Das sind ja nun mal gemachte Erfahrungen aus der Tierklinik die die positive Wirkung des Okoubaka im Falle von Colitis X gemacht hat und es seither auch vielfach angewendet hat.

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