Hufrehe ECS EMS Borreliose

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 Betreff des Beitrags: Pony gekauft... Rehe verschwiegen...
BeitragVerfasst: 07.05.2020, 14:15 
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Hallo!!
Ich habe vor kurzem ein Pony gekauft, das recht schlank ist, daher sind bei mir keinerlei Alarmglocken hinsichtlich Rehe angegangen. Die Hufe waren zwar nicht optimal, mir wurde aber gesagt, dass die Rillen von einer Futterumstellung kamen und der Schmied wegen der Corona-Situation schon lange nicht mehr da war.
Da mir das alles sehr logisch erschien und das Pony auch in keiner Weise auffällig lief, habe ich die Stute (6 Jahre) gekauft...
Nun war der Schmied da und meinte schon auf den ersten Blick, dass die Stute Rehe hatte... Also habe ich auf sein Anraten hin den Tierarzt gerufen und röntgen lassen, mit dem Ergebnis, dass sie auf allen vier Hufen Rehe hat mit Rotation/Absenken des Hufbeins und der TA rät zur Rückgabe...
So, nun ist das Ponylein perfekt, abgesehen eben von der Rehe-Geschichte...
Wie sind eure Erfahrungen mit euren langjährigen "Rehlein"? Wie bekommt man heraus, was die Rehe ausgelöst hat, falls der Verkäufer nichts weiß/sagen will?
ach man... das ist doch alles Mist...


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BeitragVerfasst: 07.05.2020, 15:35 
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Hallo und herzlich Willkommen im Forum :hallo:

Richtig behandelt steht ein Rehepferd einem Gesunden Leistungsmäßig i.d.R. nichts nach.
Wir hatten hier mal ein Reheshetty das später Distanzen gelaufen hat....

Futterringe unterscheiden sich deutlich von Reheringen die nämlich nicht parallel zum Kronsaum und zueinander verlaufen sondern zu den Trachten divergieren oder an der Zehe konvergieren.
Von daher kann die äußere Ansicht schon eine sehr deutliche Sprache sprechen.
Auch kann man an Hand dessen in etwa abschätzen WANN die Rehe war.
Vielleicht ist das Pony deswegen schlank gewesen weil man es wegen der Hufrehe auf Diät gesetzt hatte :weißnich:
Anzunehmen das schlanke Pferde kein EMS oder IR haben ist fatal, die IR ist dem humanen Typ2 Diabetes ähnlich und jeder von uns kennt auch schlanke Diabetiker. Es gibt wirklich abgeklapperte Insulinresistente Pferde wenn diese z.B. gleichzeitig Cushing haben....
Andersherum ist nicht jedes Dickerchen stoffwechselkrank.

Eine Ankaufuntersuchung hat demnach nicht stattgefunden?

Um was für ein Pony handelt es sich denn genau?
Ich frage deshalb weil Robustrassen wie Haflinger, Isis, Fjordis aber auch Spanier genetisch auf Kargheit ausgelegt sind und eine Insulinresistenz in die Wiege gelegt bekommen haben.

Das wirklich tolle Phänomen sichert ihnen das Überleben in Kargheit was bei gut gemeinter Fütterung (dazu zählt mitunter schon Heu über 10% Gesamtzuckergehalt und Weidegang) und wenig moderater Bewegung schnell ins Krankhafte kippt.

Soll heißen das der Insulinspiegel, bei einem EMS auch z.T. die Blutglukose dauerhaft zu hoch ist und gewebeschädlich wirkt, die inneren Hufstrukturen schwächt was in Folge dessen häufig in Hufrehen endet.

Ich würde dich bitten uns sowohl Körper als auch Hufbilder (gemäß der Anleitung im ABC meiner Signatur fotografiert) sowie die Röntgenbilder hier einzustellen damit wir uns ein umfassendes Bild der Situation machen und dir gezielt raten können.

Wie wird das Stütchen denn jetzt gehalten, was und wieviel bekommt es zu futtern?

Es sollte aber unbedingt ein kombiniertes EMS/ECS Profil (nachzulesen im ABC meiner Signatur) beauftragt werden damit man den Stoffwechsel kennt (metabolisches Syndrom EMS, Cushing Syndrom ECS und die Insulinresistenz IR) und Ergebnisorientiert handeln kann damit es künftig keine Hufrehen mehr bekommt.

Meine Stute (Shetty) hatte dreijährig eine Hufrehe und es wurde trotz des geringen Alters u.a. ein Cushing diagnostiziert das neben zu viel Kilos auf den Rippen ursächlich war.
Auch ihr Halbbruder ist dreijährig sowohl ECS als auch EMS und IR positiv getestet worden.
Von daher also bitte auch an ein ECS denken und ausschließen.

Beide bekommen rationiert ihr Raufutter, haben keinen Weidegang und sind bisher Rehefrei geblieben.
Rehelein müssen eben angepasst gefüttert werden wobei nicht die Menge sondern das WAS entscheidend ist.
Melasse, Luzerne, Getreide, Obst, Trester uvm. gehören also nicht in das Krippenfutter.
Das ist nicht schlimm sondern eine artgerechte Ernährung denn Pferde sind Steppen und keine Weidetiere und ernähren sich von Moosen, Kräutern, Rinden, Blättern und alten Grassorten in ursprünglicher Landschaft bei vielen Kilometern Wegstrecke die tgl. zurück gelegt wird.

Meine Stute ist übrigens überhaupt nicht eingeschränkt durch die Hufrehe, allerdings hatte sie keine Hufbeinabsenkung sondern nur eine minimale Rotation.

Für mich wäre es zwar ärgerlich wenn man mich so beschissen hätte und Vorerkrankungen verschwiegen hat, zurückgeben käme für mich eher nicht in Frage weil es ja einen Grund hat warum ich mir genau dies Pferd ausgesucht habe.

Von daher ist es abhängig wie du zu deinem Pferd als solches stehst ob eine Rückgabe überhaupt eine Option wäre.
Den Mut zum Ja zum Pferd kann der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein und die kann viele Jahre andauern wenn die Rehe metabolischen Ursprungs war und man dies nach Blutwerten bestätigt weiß und die Maus künftig entsprechend hält.

Ob es nun wirklich Einschränkungen wegen der Hufrehe geben sollte kann man erst an den RöBis und Laufverhalten des Ponys festmachen.

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LG Kathi
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BeitragVerfasst: 07.05.2020, 15:38 
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Oha, das ist ja eine unangenehme Überraschung! Aber erst einmal herzlich willkommen hier im Forum. :hallo:

Ist es Dein erstes eigenes Pony? Hattest Du bisher schon mit Rehe oder anderen, schwierigen Erkrankungen bei einem Pferd zu tun? Das frage ich direkt als erstes, weil die Einschätzung, was auf einen zukommen kann bei einer Erkrankung, die als Folge eine sehr durchdachte und konsequente Haltung erfordert, für Deine Entscheidung wichtig ist. Eigentlich ist die Haltung eines gesundeten Reheleins nicht so schwierig, aber leider sind die Haltungsbedingungen in den meisten Pensionsställen nicht darauf eingestellt. Das wäre zunächst der organisatorische Aspekt.

Weiter geht es mit den gesundheitlichen Fragen. Du schreibst ganz richtig, dass es wichtig ist herauszufinden, was die Ursache für die Rehe war, da es verschiedene Formen und Auslöser gibt. Dafür sind die Informationen der Vorbesitzer wichtig: Haltung, Fütterung, Bewegung, ggf. Erkrankungen und Medikamente. Haben Schmied und TA denn etwas dazu sagen können, wie alt der Reheschub ist und ob der Huf bereits wieder gesund nachgewachsen ist? Hast Du vielleicht Fotos vom Huf, damit wir uns ein Bild von den erwähnten Ringen machen können?
Hast Du schon eine Blutuntersuchung machen lassen oder vielleicht die Vorbesitzer? Eine AKU gab es nicht? Wie lange hast Du das Pony schon, wie sieht die aktuelle Haltung aus und hast Du schon viel mit ihm unternommen? Du schreibst ja, dass an den Bewegungen keine Einschränkungen erkennbar sind. Viele Frage, ich weiß, aber die Antworten können Anhaltspunkte für die Ursachenforschung liefern.

Und dann spielen natürlich auch die Emotionen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Wie gut kennst Du die Vorbesitzer bzw. wie gut hast Du Dir den Kauf überlegt? Hast Du den Eindruck, dass sie Dir die Erkrankung verschwiegen oder dass sie sich einfach nicht richtig gekümmert haben? Ehrlich gesagt finde ich die Aussage, dass wegen Corona der Schmied länger nicht da war, erschreckend! Hast Du bereits eine Bindung zum Pony aufgebaut?

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Gordo

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BeitragVerfasst: 07.05.2020, 16:03 
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Hallo!
Ich habe seit 20 Jahren einen Haflinger, der nie irgend etwas hatte...
Das Pony war hauptsächlich für die Kinder gedacht (meine Tochter ist 6) und ein Zufallsfund... Ich habe nicht den Eindruck, dass die Verkäuferin mir die Rehe bewusst verschwiegen hat, sie war sehr nett und hat auch nach Bildern und Berichten gefragt (von der aktuellen Situation mit der Diagnose habe ich ihr allerdings noch nicht berichtet, da muss ich mir erst klar werden, ob ich Lisbet behalten will oder nicht... Das muss ich noch mit Schmied, Stallbesitzerin usw klären)
Momentan steht Lisbet im Offenstall mit Paddock und bekommt außer Heu nichts, ich trau mich schlichtweg nicht...
Bindung... Ich habe die letzten Tage kaum geschlafen, weil ich nicht weiß, was das richtige ist... Sie ist mit den Kindern einfach perfekt und ich will ihnen eigentlich nicht vorleben, dass man Tiere wie kaputte Handys reklamieren und umtauschen kann... Andererseits ist Lisbet auch erst 6 und 20 Jahre ein vielleicht unreitbares Pony durchzufüttern war nicht der Plan. Wir haben sie auch erst seit 2 Wochen und 2 Tagen...
Bilder von den Hufen kann ich morgen machen, heute schaffe ich es emotional einfach nicht in den Stall... RöBis schickt mir die TÄ im Laufe des Nachmittags, die stelle ich dann hier noch ein.

Meine Hoffnung war, dass die TÄ sagt, ein paar Intervalle orthopädischer Beschlag und dann wird das wieder, aber sie klang sehr ernst und hat zur Rückgabe geraten...
Bild vom Pony

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BeitragVerfasst: 07.05.2020, 17:32 
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Das ist aber eine hübsche Maus :2daumenhoch:

Man kann wenig an den Hufen erkennen aber das Wenige was man erkennt ist das da mal eine adäquate Hufzubereitung stattfinden muß (rechts z.B. sieht es nach sehr hoch und untergeschobenen Trachten aus)
Ich könnte mir denken das die dann schon gleich einen ganz anderen Eindruck machen und komfortabler für das Pönnchen sind.
Warum sollte die Maus wegen einer Rehevergangenheit unreitbar sein?

Das die TÄ das ernst sieht ist verständlich weil das ihr Job ist und eine Hufrehe immer unschön aber nicht per se ein KO Kriterium zur "Nutzbarkeit" des Pferdes ist.

Das du die letzten Tage nicht schlafen konntest zeigt mir das da sehr wohl schon eine zarte Bindung zu Lisbet aufgebaut wurde.
Ich finde übrigens gerade für Kinder wichtig Pferde erstmal als Lebewesen mit Bedürfnissen und eigenem Kopf und Charakter kennen und lieben zu lernen BEVOR sie mit reiten anfangen.
Der Umgang ist dadurch ein anderer, respektvollerer finde ich.

Leider werden gerade Ponys mit Hufrehe oder Rehevergangenheit oftmals zum Wanderpokal, werden verkauft, zurückgebracht, wieder verkauft aber zuvor oftmals Lahmfrei gespritzt wenn sie denn lahmen, irgendwann weggestellt, vernachlässigt um letztlich auf Schlachttransporte/ zum Schlachter zu gehen....nicht selten mit einer neuerlichen Rehe :(

Furchtbar wenn ich mir sowas für meine Hermine oder Anton vorstelle die bisher schon viel Geld gekostet haben (HS, TA, jährliche 2x Blutkontrollen, Prascend, jährlich Zahnarzt) das aber gegenüber dem was sie uns geben gar nicht im Verhältnis steht.
Sie sind für uns wertvolle Schätze, unbezahlbar, immer lieb zu Kindern, zu Allen und Jedem, sehr auf uns fixiert.
Übrigens werden beide weder geritten noch gefahren, reiten ist für mich nicht alles was ein Pferd zu haben ausmacht.

Das sind aber meine eigenen Gedanken zur Option "zurückgeben" und ich glaube das die sich mit deinen in etwa decken.
Wenn man eine Entscheidung getroffen hat muß man, egal wie diese auch ausfällt, vor allem hinterher damit klarkommen.
Fällt sie FÜR das Pony aus wirst du auch wieder mit Freude zum Stall gehen und ihr ganz anders begegnen als du es jetzt tust und wirst vermutlich bereit sein in ihre bestimmt wunderbare kleine Ponyseele schauen.

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BeitragVerfasst: 07.05.2020, 18:18 
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In der Tat, eine Hübsche! Mit der richtigen Behandlung kann ein Rehehuf gesunden und wird wieder stabil/belastbar. Unser früherer Hafi hatte auch in jungen Jahren einen Reheschub und der TA war schon kurz davor, ihn einzuschläfern. Wir haben uns da durch gekämpft und sehr viele Schmiede und Hufzubereitungen ausprobiert, bis wir uns endlich in guten Händen wiederfanden. Der Hafi wurde bis zuletzt freizeitmäßig geritten.

Wichtig sind meiner Ansicht nach die Ursachenforschung, damit es durch eine optimale Haltung nicht zu weiteren Schüben kommt, eine regelmäßige und gute Hufzubereitung (dies gilt aber eigentlich für jeden Huf) sowie eine ausreichende Zeit für den geschädigten Huf, um wirklich auszuheilen.

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BeitragVerfasst: 08.05.2020, 20:42 
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Hallo,
vielen Dank schon einmal für die lieben und aufmunternden Beiträge!!

Die Fotos oben waren vor dem Schmiedbesuch am Montag. Nach dem Ausschneiden lief Lisbet am Montag seeeehhhhhrrrrrr schlecht auf hartem Boden, auf der Wiese (nur zum Führen, sie steht natürlich noch nicht auf der Weide!!) und im Paddock war es zwar etwas staksig, aber OK.
Mittwoch war dann die TÄ zum Röntgen da, gestern dann wie gesagt der Anruf... Heut Abend habe ich auch die RöBis bekommen.
Für mich, nach dem was ich in diesem Forum gelesen und gesehen habe, sieht es fast so aus, als ob der Huf sich schon an das gesenkte Hufbein anpasst, also quasi auf dem Wege der "Besserung"? Mit dem Schmied habe ich noch nicht darüber sprechen können, die Bilder habe ich ihm schon weitergeleitet und werde ihn dann morgen früh anrufen.
Was meint ihr dazu (beim nochmaligen genauen anschauen und zuschneiden (Adresse raus) ist mir aufgefallen, dass kein Bild von Links hinten dabei ist... :haukopf: )

Bild links vorn

Bild rechts hinten

Bild rechts vorne


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BeitragVerfasst: 08.05.2020, 21:06 
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Die Hufzubereitung ist inakzeptabel und es sollte sehr zeitnah nach den jetzt vorliegenden Röntgenbildern optimiert werden.
Das die Hufe aktuell schmerzen und unkomfortabel sind ist nachvollziehbar zumal so viel Druck auf die Hufbeinspitze kommt.
Das der Huf auf dem Weg einer Verbesserung ist vermag ich nicht zu erkennen, eher das Gegenteil nämlich das er dringend Hilfe braucht.
Das ist aber nichts was nicht machbar ist!!! Also nicht gleich verzagen, wir kennen leider auch ganz andere RöBis…. :(

Sowohl links als auch rechts vorne hat sich bereits eine kleine Hutkrempe an der Hufbeinspitze gebildet, ein Zeichen dafür das diese in der Vergangenheit wegen unzureichender Hufzubereitung vermutlich permanent druckbeaufschlagt gewesen sein muß.

Für meinen Geschmack stehen alle hier eingestellten Hufe zu hoch und die Trachten müßten gekürzt werden um die Hufzehe (die jetzt steil nach unten zeigt) nach oben zur Anbindung anpassen zu können und dem Huf damit die Möglichkeit zu geben gesund herunter wachsen zu können weil dadurch Hornkapsel und Hufbein wieder parallel zueinander verlaufen.
Aktuell wird der Hufbeinträger (elastische, Reisverschlußartige Verbindung von Hornkapsel und Hufbein, unten als weiße Linie zu sehen) stark gezerrt was immer wieder zu schmerzhaften Zerreissungen führt und einer Gesundung im Wege steht.
Stelle dir einen umgeknickten Fingernagel vor den du bei jedem Schritt stark nach hinten biegst, sehr unangenehm!

Das kann und sollte der Fachmann vor Ort entscheiden und zuvor testen inwieweit ein Trachtenkürzen überhaupt möglich ist, auch die Sohlenansicht gibt Aufschluss darüber.

Es gibt hier gerade einen anderen Hufrehefall in dem sich der Rehefachmann und Mitentwickler des Reheduplo agrajag (Wolfgang Busch) geäußert hat und einen interessanten Fach-Beitrag von sich verlinkt hat.
https://rb-carbon.de/definition-rehe/
Es ist lohnenswert sich das mal durchzulesen um zu verstehen wo die Bedürfnisse der Hufzubereitung und anschließend adäquater Unterstützung liegen um einen Rehehuf zu sanieren.

Überhaupt finden sich im ABC meiner Signatur viele gute Hinweise und Erklärungen, mußt mal stöbern.

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BeitragVerfasst: 09.05.2020, 21:43 
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Beiträge: 220
Willkommen hier im Forum. Wirklich ein hübsches Pony :-)

Um dir etwas Mut zu machen: mein Shettymann hatte vor zwei Jahren innerhalb von 5 Monaten zwei Reheschübe (EMS und Cushing), 8 Grad Rotation, ein Hufbein hat eine kleine Krempe. Ein Jahr nach dem letzten Schub wurde er wieder ganz normal geritten, longiert, macht mehrstündige Spaziergänge (war gerade heute wieder 4 Stunden mit ihm wandern) Seine Hufe sind total unauffällig, haben wieder eine schöne Wölbung und er geht auch total problemlos über groben Schotten.

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BeitragVerfasst: 09.05.2020, 22:21 
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Beiträge: 4
Heute habe ich mit der Verkäuferin gesprochen, sie gibt mir einen Teil des Geldes wieder und Lisbet bekommt ihre Chance bei uns.
Auch mit meinem Schmied habe ich gesprochen (vorher), er meinte, er will nicht gleich alles auf einmal weg machen, sondern sich langsam vorarbeiten, damit er nicht durch zu starke Bearbeitung einen Schub auslöst.
Ansonsten bin ich im Internet auf Arginin gestoßen, hat damit jemand Erfahrungen gemacht?


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BeitragVerfasst: 10.05.2020, 08:35 
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Ich gratuliere zur zweiten Entscheidung für das Pony! :daumenhoch:

War die Vorbesitzerin denn überrascht? Den Beitrag von Wolfgang Busch, den Kathi hier verlinkt hatte, zeigt ja wirklich gut auf, auf welche Details es beim Rehehuf ankommt, damit er wieder genesen und belastbar runterwachsen kann, aber auch welche Risiken bestehen können. So fühlst Du Dich hoffentlich gut informiert und kannst die Kennlernphase mit der zwingend ruhigen Genesungsphase unter gezielter Hufzubereitung verbringen. Bei gerade einmal 6 Jahren habt ihr ja auch noch ganz viel Zeit vor euch.

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BeitragVerfasst: 10.05.2020, 11:07 
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Ist das derselbe HS der am Montag zum Ausschneiden da war mit dem du jetzt gesprochen hast?
Unter "er will aktuell nicht zuviel auf einmal wegmachen sondern sich langsam vorarbeiten" ist was genau zu verstehen, das er jetzt sofort nichts macht?
Das wäre nämlich suboptimal für das Pony denn es IST schon lahm und es liegt wahrscheinlich schon/noch eine Hufrehe vor die umgehend Unterstützung und Optimierung erfordert um den Weg in Richtung Hufsanierung einzuschlagen.

Es freut mich sehr das du dich FÜR Lisbeth entschieden hast und sie damit eine Chance bekommt bei dir gesund und ein toller Freund für die Kinder zu werden. :2daumenhoch:

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BeitragVerfasst: 11.05.2020, 10:26 
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Raddy hat geschrieben:
Ansonsten bin ich im Internet auf Arginin gestoßen, hat damit jemand Erfahrungen gemacht?


Infos zu JIAOGULAN

Ansonsten:
………..Die Aminosäure L-Arginin und ihr Nebenprodukt L-Citrullin werden für die Stickoxidproduktion benötigt, spielen jedoch keine wesentliche Rolle bei der tatsächlichen Förderung.
Es ist bekannt, dass verschiedene Kräuter und natürliche Substanzen die NO-Produktion unterstützen, einschließlich Hawthorn, einem beliebten menschlichen Nahrungsergänzungsmittel. Am wirksamsten ist jedoch Gynostemma pentaphyllum, auch bekannt als Jiaogulan.

Jiaogulan ist eine Rebe, die in einem abgelegenen Gebiet Chinas heimisch ist und häufig als Tee oder Gemüse verwendet wird. Die Blätter sind hilfreich für die endogene Stickoxidunterstützung. Gleichzeitig unterstützt es die homöostatische Regulation der entzündlichen Stickoxidproduktion. Es hat einen milden, angenehmen Geruch und Pferde scheinen den Geschmack zu genießen.

Quelle Dr. Kellon VMD

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