Hufrehe oder Laminopathie Insulin als Auslöser
Verfasst: 02.08.2026, 23:45
Auch ohne einen akuten Hufreheschub kann ein dauerhaft zu hoher Insulinspiegel den Huf bereits schädigen.
Forscher haben gezeigt, dass sich bei Pferden mit Equinem Metabolischen Syndrom (EMS) die Zellen in den Huflamellen verändern: Sie vermehren sich stärker und werden gedehnt. Diese Schäden können schon vorhanden sein, obwohl das Pferd noch keine deutlichen Schmerzen oder Lahmheit zeigt.
Im Gegensatz zur Hufrehe, die durch Vergiftungen oder schwere Entzündungen ausgelöst wird, steht bei der insulinbedingten Huferkrankung anfangs keine Entzündung im Vordergrund.
Stattdessen scheint das überschüssige Insulin die Hufzellen direkt zu beeinflussen und außerdem die Blutgefäße im Huf zu verengen.
Dadurch wird der Huf schlechter durchblutet und das Gewebe geschwächt.
Erst wenn die Hufstruktur tatsächlich einreißt oder sich das Hufbein zu drehen beginnt, reagiert der Körper mit einer Entzündung, um den entstandenen Schaden zu beseitigen.
Die Entzündung ist also eine Folge des Schadens, nicht die eigentliche Ursache.
Deshalb schlagen einige Wissenschaftler vor, bei insulinbedingten Veränderungen eher von einer Laminopathie (Erkrankung der Huflamellen) als von einer klassischen Laminitis (Hufrehe) zu sprechen.
Im Kern bedeutet dies zusammengefasst:
Ein Pferd mit dauerhaft hohem Insulin kann bereits Schäden an den Hufen entwickeln, lange bevor ein sichtbarer Hufreheschub auftritt.
Deshalb ist die hier im Forum wiederholt empfohlene Kontrolle des Insulinspiegels bei Pferden mit EMS oder PPID so wichtig.
Quelle
https://drkhorsesense.wordpress.com/202 ... y/#respond
Unterschieden wird hier die Pathophysiologie während das Ergebnis oft dasselbe ist.
Die Huflamellen werden geschädigt.
Die Verbindung zwischen Hufwand und Hufbein wird schwächer.
Im schlimmsten Fall kommt es zur Senkung oder Rotation des Hufbeins – also zu dem, was man als Hufrehe kennt.
Die Pathophysiologie (der Entstehungsmechanismus) ist jedoch unterschiedlich:
Entzündliche oder toxische Laminitis (z. B. nach einer schweren Kolik, einer Nachgeburtsverhaltung oder einer Vergiftung):
Hier stehen Entzündungsprozesse, weiße Blutkörperchen und Enzyme, die das Lamellengewebe schädigen, am Anfang.
Endokrinopathische bzw. insulinbedingte Laminitis (bei EMS oder PPID mit Insulindysregulation):
Hier scheint das chronisch erhöhte Insulin der Auslöser zu sein.
Es beeinflusst die Lamellenzellen direkt (wahrscheinlich über den IGF-1-Rezeptor) und verändert außerdem die Durchblutung. Eine klassische Entzündungsreaktion findet zu Beginn nicht statt.
Erst wenn die Lamellen so stark geschädigt sind, dass Gewebe reißt oder das Hufbein sich verlagert, entsteht sekundär eine Entzündung als Reaktion auf den Gewebeschaden.
Deshalb sprechen einige Forscher inzwischen lieber von einer endokrinopathischen Laminopathie als von einer klassischen Laminitis – weil der zugrunde liegende Krankheitsmechanismus ein anderer ist, obwohl das klinische Endergebnis ähnlich sein kann.
Forscher haben gezeigt, dass sich bei Pferden mit Equinem Metabolischen Syndrom (EMS) die Zellen in den Huflamellen verändern: Sie vermehren sich stärker und werden gedehnt. Diese Schäden können schon vorhanden sein, obwohl das Pferd noch keine deutlichen Schmerzen oder Lahmheit zeigt.
Im Gegensatz zur Hufrehe, die durch Vergiftungen oder schwere Entzündungen ausgelöst wird, steht bei der insulinbedingten Huferkrankung anfangs keine Entzündung im Vordergrund.
Stattdessen scheint das überschüssige Insulin die Hufzellen direkt zu beeinflussen und außerdem die Blutgefäße im Huf zu verengen.
Dadurch wird der Huf schlechter durchblutet und das Gewebe geschwächt.
Erst wenn die Hufstruktur tatsächlich einreißt oder sich das Hufbein zu drehen beginnt, reagiert der Körper mit einer Entzündung, um den entstandenen Schaden zu beseitigen.
Die Entzündung ist also eine Folge des Schadens, nicht die eigentliche Ursache.
Deshalb schlagen einige Wissenschaftler vor, bei insulinbedingten Veränderungen eher von einer Laminopathie (Erkrankung der Huflamellen) als von einer klassischen Laminitis (Hufrehe) zu sprechen.
Im Kern bedeutet dies zusammengefasst:
Ein Pferd mit dauerhaft hohem Insulin kann bereits Schäden an den Hufen entwickeln, lange bevor ein sichtbarer Hufreheschub auftritt.
Deshalb ist die hier im Forum wiederholt empfohlene Kontrolle des Insulinspiegels bei Pferden mit EMS oder PPID so wichtig.
Quelle
https://drkhorsesense.wordpress.com/202 ... y/#respond
Unterschieden wird hier die Pathophysiologie während das Ergebnis oft dasselbe ist.
Die Huflamellen werden geschädigt.
Die Verbindung zwischen Hufwand und Hufbein wird schwächer.
Im schlimmsten Fall kommt es zur Senkung oder Rotation des Hufbeins – also zu dem, was man als Hufrehe kennt.
Die Pathophysiologie (der Entstehungsmechanismus) ist jedoch unterschiedlich:
Entzündliche oder toxische Laminitis (z. B. nach einer schweren Kolik, einer Nachgeburtsverhaltung oder einer Vergiftung):
Hier stehen Entzündungsprozesse, weiße Blutkörperchen und Enzyme, die das Lamellengewebe schädigen, am Anfang.
Endokrinopathische bzw. insulinbedingte Laminitis (bei EMS oder PPID mit Insulindysregulation):
Hier scheint das chronisch erhöhte Insulin der Auslöser zu sein.
Es beeinflusst die Lamellenzellen direkt (wahrscheinlich über den IGF-1-Rezeptor) und verändert außerdem die Durchblutung. Eine klassische Entzündungsreaktion findet zu Beginn nicht statt.
Erst wenn die Lamellen so stark geschädigt sind, dass Gewebe reißt oder das Hufbein sich verlagert, entsteht sekundär eine Entzündung als Reaktion auf den Gewebeschaden.
Deshalb sprechen einige Forscher inzwischen lieber von einer endokrinopathischen Laminopathie als von einer klassischen Laminitis – weil der zugrunde liegende Krankheitsmechanismus ein anderer ist, obwohl das klinische Endergebnis ähnlich sein kann.