Bewährt hat sich zur Prascendgabe übrigens ein ausgehöhltes Stück Möhre, sie ist dauerhaft die einzige Basis die nicht irgendwann vom Pferd abgelehnt wurde und klappt bei uns schon ohne Schwierigkeiten seit 5,5 Jahren.
Mit anderen Trägerstoffen geht Pergolidmesilat scheinbar eine geschmacklich ekelige Allianz ein und bei der Maulspritze besteht immer die Gefahr von Wirkstoffverlusten durch ausspucken und viel Spaß macht es meistens auch nicht dazu immer das Pony zu "drangsalieren"...
Zu hohe Leberwerte passen zum Cushing und relativieren sich meist unter Prascendtherapie ohne weiteres Zutun.
Die Blutglukose muß und ist oft nicht zwingend erhöht beim Pferd weil die Bauchspeicheldrüse in der Lage ist so viel Insulin zur Verfügung zu stellen dass der Blutzuckerspiegel weitgehend im Normbereich bleibt während der Insulinspiegel erhöht ist (Zitat Equivetinfo) und ist als Einzelwert sowieso zur Beurteilung eines Stoffwechselproblems im KH Stoffwechsel unbrauchbar.
Weitaus wichtiger ist es dazu noch das Insulin zu bestimmen und die Werte gegeneinander zu interpretieren um einer möglichen IR (Insulinresistenz) auf die Schliche zu kommen.
Diese kann leider trotz hoher aber noch innerhalb der Referenz liegender Einzelwerte vorliegen.
ACTH und Insulin sind äußerst empfindliche Parameter mit einer Halbwertzeit von etwa 4 Minuten und bedürfen einem besonderen Probenumgang(nachzulesen im ABC meiner Signatur unter EMS/ECS Profil) um keine falsch erniedrigten und eigentlich auch wertlose Werte zu erhalten.
Ist dieser bei der ACTH Bestimmung denn überhaupt eingehalten worden?
Sind die Hufrehen sowie Polyurie und Polydipsie die einzigen Symptome die beobachtet wurden und an ein ECS denken ließen?
Leider sind dies Symptome die auch bei einer IR/EMS vorliegen können und so für sich nicht als Ausnahmslos Cushingtypisch einzuordnen auch wenn insbesondere die Hufrehe oft ein erstes Zeichen ist.
Eindeutige ECS Symptome, und die würde ich wenn die erste Hufrehe im Dezember 2010 ECS schon ECS bedingt war erwarten, sind sich überlagernder Fellwechsel, atrophierte Rückenmuskulatur die einen Hängerücken zeigt, Hirsutismus, wiederkehrende und schwer therapierbare Infekte usw.....Ist davon irgendetwas zutreffend?
Überhaupt haben Cushis oft im Herbst zum Ende der Weidezeit Hufrehen wo Weidegang als Ursache eher wegfällt als im Frühjahr und ein ECS vermutet wird weil ACTH im Herbst naturgemäß ansteigt.
Dein Pony hat aber immer zu einer ACTH guten Jahreszeit Hufrehen entwickelt

darum habe ich als Überlegung wie das zusammen hängen könnte meinem Post noch einen Bericht von Frau Dr. E. Kellon aus USA angefügt.
Mein persönliches Vorgehen wäre jetzt zunächst bei 3/8 Tablette zu bleiben und darunter in spätestens 4 Wochen nach zu testen. Dann sollten aber auch die anderen Parameter aus dem Gesamtprofil mit beauftragt werden die da wären:
Insulin, Glukose, Triglyceride, Fruktosamine, GGT und eben das ACTH.
Getestet werden darf und sollte Heunüchtern weil Stress, und der liegt bei Nahrungskarenz beim Pferd als Dauerfresser vor, Werte beeinflussen kann. Lediglich auf Leckerlies, Weidegang, Krippenfutter usw. sollte 12 Stunden zuvor verzichtet werden.
Anders sieht das bei Funktionstests (die es hier aber nicht braucht) aus da ist die völlige Nahrungskarenz zwingend einzuhaltender Teil der Vorbereitungen.
PS:
Bei Winterlaminitis kam mir der Beitrag von Dr. Kellon wieder in den Sinn, siehe im Anhang:
Kalt induzierte Laminitis
Veröffentlicht am 17. Dezember 2017
von Dr. Kellon
Es passiert jeden Winter. Ein Pferd, das nicht einmal eine Vorgeschichte von Hufrehe hat, ist sehr lahm und zögert, sich zu bewegen. Es ist mehr als die typischen zögernden Pferde auf hartem, gefrorenem Boden zeigen. Sieht aus wie Hufrehe, aber die Füße sind nicht heiß. Was ist los?
Kalt induzierter Hufschmerz trifft auf Pferde mit Insulinresistenz. IR ist ein gut beschriebener Risikofaktor für Laminitis und selbst wenn das Pferd nicht grell lahm ist, verursacht es Schäden an den Schichten. Wir haben nicht alle Mechanismen entdeckt, die hinter einer Laminarschädigung durch hohe Insulinspiegel stehen, aber ein bekannter Faktor ist ein erhöhter Endothelin-1-Spiegel.
Endothelin-1 ist ein Peptid (kleines Protein), das von Zellen produziert wird, die das Innere von Blutgefäßen auskleiden. Es ist der stärkste bekannte Vasokonstriktor und wird normalerweise durch die Produktion des vasodilatierenden chemischen Stickoxids ausgeglichen. Kaltinduzierte Reduktion der Blutversorgung des Hufes bei Überlagerung mit der bereits bestehenden hohen Endothelin-1-Aktivität könnte erklären, warum einige IR-Pferde bei kaltem Wetter Hufschmerzen entwickeln, normale Pferde dagegen nicht.
Kalter Stress kann auch dazu führen, dass Insulin aufsteigt. Insulinresistenz ist Teil der metabolischen Anpassung an kaltes Wetter in mehreren Arten. Forscher haben auch festgestellt, dass Insulinspiegel bei Pferden bei kühlerem Wetter unregelmäßig werden.
Laminitis, die durch hohes Insulin verursacht wird, unterscheidet sich von Laminitis aufgrund anderer Ursachen. Aktivierung von Enzymen und Entzündungsreaktionen sind nicht Teil des Bildes. Dies erklärt wahrscheinlich, warum die übliche Behandlung mit NSAIDs [nichtsteroidalen Antiphlogistika] wie Phenylbutazon wenig Wirkung hat. Es gibt jedoch Hilfe.
Wenn das Pferd unter die thermoneutrale Temperatur von 45 ° F fällt, kann Kälte vermieden werden. Wenn die Unterschenkel umwickelt und die Füße in gefütterten Stiefeln geschützt sind, kann die normale Zirkulation zu den distalen Extremitäten aufrechterhalten werden.
Adaptogene sind Kräuter, die eine gesunde Reaktion auf Stressoren wie kaltes Wetter unterstützen. Jiaogulan [Gynostemma pentaphyllum] ist eine besonders gute Wahl, da dieses Kraut auch dafür bekannt ist, die Produktion des Vasodilators Stickstoffoxid zu unterstützen. Jiaogulan sollte zweimal täglich verabreicht werden, vorzugsweise vor einer Mahlzeit. Die meisten Pferde lieben den Geschmack und werden ihn als Pulver oder Paste auflecken.
L-Arginin ist der Aminosäure-Vorläufer für Stickoxid und kann zusammen mit dem Jiaogulan ergänzt werden. L-Citrullin ist eine weitere Aminosäure, die der Körper zur Stickstoffoxidproduktion in L-Arginin umwandelt. Kalte Stress führt auch zu erheblichen oxidativen Stress und Antioxidantien helfen diese freien Radikale zu neutralisieren.
Schließlich kann eine Acetyl-L-Carnitin-Supplementierung zur Unterstützung der normalen Nervenfunktion und der Glukosebehandlung angezeigt sein.
Wenn Sie den Auslöser der Winter-Hufrehe verstehen, können Sie das Pferd mit einfachen Maßnahmen unterstützen, um Kältestress zu minimieren und den normalen Blutfluss zu den Füßen aufrechtzuerhalten.
Eleanor Kellon, VMD