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Des Professors neue Schuhe und seine Röntgenbilder
Verfasst: 10.02.2008, 11:07
von BirgitS
Verfasst: 10.02.2008, 11:09
von Mesie
Huch, wo ist der Knollhuf geblieben???

Verfasst: 12.02.2008, 08:56
von Eddi
Das ist DERSELBE Huf
vor und nach
der Berabeitung!
Ich finde , das ist ein beeindruckender Vergleich in Sachen Schmiedekunst in der Rehehufbearbeitung!
agrajag hat geschrieben:hallo birgit,
ich antworte in diesem thread, da ich von einem der forumsmitglieder darum gebeten wurde, meine meinung dazu zu äussern.
kurz zu mir: ich bin staatlich geprüfter hufschmied und mit dem thema hufrehe und rehehuf sehr speziell befasst.
bitte fasse alle meine kommentare und deutungen als das auf, was sie sind: keine diagnose, sondern aufgrund der unkenntnis der lage vor ort und des genauen verlaufes lediglich hinweise ohne anspruch auf richtigkeit!
so, zunächst würde ich deine deutung der ursache für die hufbeinsenkung und -rotation mit übernehmen, es wird sehr wahrscheinlich an dem zu starken auswirken bzw. schwächen der sohle auf der suche nach einem abszess, ohne ausreichend stützende massnahmen (wurde überhaupt danach versucht, das ganze zunächst mal abzupolstern?) gelegen haben, dass das hufbein seine lage innerhalb der hornkapsel verändert hat.
leider ergeben sich aber daraus in etwa dieselben orthopädischen folgen wie beim "echten" rehehuf, d.h., es muss auch in etwa mit denselben orthopädischen mitteln dagegen angegangen werden.
dass dies bislang nicht in adäquatem masse passiert ist, wiewohl auch die hufsituation selbst (noch ohne klärende röntgenaufnahmen) im vorfeld nicht richtig erkannt und gedeutet wurde, ist leider sowohl anhand der hufaufnahme, als auch aufgrund des röntgenbildes sehr offensichtlich.
der huf befindet sich in schönster rehehuf-knollhuf-form, aus der er schnellstens wieder zu einer einigermassen normalen form und stellung zurückgeführt werden muss, mittels korrekt angepasster polsternder massnahmen muss auch die gesamtrotation und senkung zurückgeführt werden.
dein glück: da es sich augenscheinlich nicht um "echte" rehefolgen handelt, dürfte die heilung des hufes durchaus noch im bereich des möglichen liegen, was ansonsten aufgrund des recht stark abrotierten hufbeins (dies wahrscheinlich bereits über einen längeren zeitraum) und den demzufolge bereits im verkürzen begriffenen bandanteil der tiefen beugesehne als eher schwierig zu prognostizieren wäre.
allerdings sollte die folgende hufbearbeitung / hufbeschlag nunmehr von einem wirklich sehr guten und reheerfahrenen (der im umkehrschlusse deshalb noch lange kein fachidiot sein muss...

) fachmann mit sehr viel feingefühl durchgeführt werden, denn in diesem stadium kannst du mit der richtigen arbeit noch viel zum guten wenden, mit falscher arbeit jedoch auch quasi alles zum teufel schicken und das pferd mehr oder weniger dauerhaft zum rehekrüppel machen.
wiewohl beispielsweise die massnahme des trachtenhochstellens mittlerweilen insgesamt sehr umstritten ist, in diesem fall würde sie in höchstem masse kontraproduktiv auf die bereits stark verschobene lastgeometrie, der huf & hufbein unterworfen sind, einwirken.
fehlende oder fehlerhafte polsterung und falsche beschläge können in diesem "degenerationsstadium" kurz- bis mittelfristig durchaus zum sohlenprolaps (hufbeindurchbruch) führen.
notabene: dies soll noch kein urteil über deinen derzeitigen schmied darstellen, denn so ganz genau habe ich nicht herauslesen können, seit wie lange er dein pferd nun betreut, allerdings spricht schon das äussere des hufes bände, die ein guter huffachmann eigentlich auch entsprechend "lesen" können sollte...
gruss,
ag
Verfasst: 12.02.2008, 09:08
von BirgitS
Wahnsinn - DANKE. Auf die Idee bin ich nicht gekommen, die mal direkt nebeneinander zu stellen. Wenn mans im direkten Vergleich sieht, ist es unglaublich.
Verfasst: 12.02.2008, 09:13
von Eddi
Ja, das ist echt der wahnsinn!
Tust du mir bitte einen Gefallen?
Also, die Knolle wird wieder wachsen bis der Huf vollständig gesund ist.
Es wäre jetzt echt mal eine super Illustration, wenn Du im Abstand von jeweils einer Woche ein neues Bild vom Huf machen könntest!
LG Eddi
Verfasst: 12.02.2008, 09:17
von BirgitS
Ja ok werd ich machen. Wusste nicht, dass die Knolle wiederkommen wird.

Verfasst: 12.02.2008, 09:30
von Eddi
Eine kurze Erklärung weshalb:
Du siehst ja die divergierenden (nach hinten abfallenden( Ringe hinten am Huf.
Dort wächst der Huf schneller und deshalb wird das Hufhorn nach vorne in die Knolle geschoben.
Mal ganz einfach ausgedrückt.
Am Übergang zwischen Knolle und gesundem Horn von Oben kommt es zu Spannungen im Huf, welche an dieser Stelle zu Zerreißungen führen und eine Heilung erschweren.
Deshalb sollte ein Rehehuf häufig bearbeitet werden.
LG Eddi
Verfasst: 12.02.2008, 09:37
von BirgitS
Ah - klingt logisch. Dass er häufig bearbeitet werden muss, habe ich gewusst, aber nicht ganz genau weshalb bzw. die Zusammenhänge werden einem ja erst mit der Zeit klar.
Verfasst: 27.02.2008, 22:29
von BirgitS
So, es gibt wie in der Diskussion zu meinem Tagebuch "bestellt" neue Hufbilder. Diesmal von mir Technikkrüppel selbst gemacht, leider nicht alle ganz scharf und ganz zentriert.
Zuerst rechts, dann links jeweils von außen, vorne und innen.
Hier sieht man den Ring den ich in meinem Tagebuch angesprochen hatte, vor allem vorn mittig. Seitlich geht er nach innen etwas deutlicher, außen ist er fast gar nicht zu spüren.
Hier von vorne, trotz Unschärfe zu erkennen *hoff*

Verfasst: 27.02.2008, 22:31
von BirgitS
Und noch links innen, sorry vergessen

Verfasst: 08.03.2008, 18:28
von BirgitS
Verfasst: 14.04.2008, 11:02
von BirgitS
Verfasst: 14.04.2008, 11:52
von Eddi
So, ich habe mal beide RBs nebeneinander gestellt und auch mit Linien versehen.
Dass der Huf seitwärts geneigt ist ändert leider nichts an dem Winkel.

und größer zum anclicken:
Ich habe die Linien vom alten auf das neue RB übertragen, sodass der alte Winkel erhalten geblieben ist.
Wie du leider an der mit Pfeil gekennzeichneten Stelle siehst, hat sich der Winkel leider vergrößert,d.h. der Huf ist weiter rotiert.
Eine Absenkung kann man nicht beurteilen.
Für eine weitere Absenkung sprechen leider auch die Hufbilder von außen, sofern eine Beurteilung nach Foto möglich ist.
An den mit Pfeilen gekennzeichneten Stellen ist eine Kante in der Hufwand.
Das bedeutet , dass erst ab dieser gekennzeichneten Stelle der Huf erneut versucht korrekt mit fester Verbindung an das Hufbein nachzuwachsen.
Vielleicht bittest ja agrajag als Fachmann zu einer Einschätzung Deiner Lage (per mail)
LG Eddi
.
Verfasst: 14.04.2008, 11:58
von BirgitS
Erstmal danke für die Linien und Winkel. So kann man es natürlich viel besser sehen und es bestätigt ein Stück weit mein subjektives Gefühl.
Von der Kante wusste ich ja, die hatte ich in meinem Tagebuch vor Wochen bereits angesprochen. Ich gehe davon aus (und auch der TA hat das bestätigt) dass sie das "Ereignis" Anfang Februar kennzeichnen, da muss ja definitiv nochmal etwas passiert sein.
Belästigen möchte ich eigentlich niemand damit, wenn ein Mitglied hier aktiv ist und freiwillig etwas dazu schreibt, dann freue ich mich natürlich.
Verfasst: 14.04.2008, 12:16
von Eddi
Ja, den Hufen nach passt das zeitlich.
Was anderes: Hier bei Deinen Bildern sieht man schön, wie tief bei einem Rehepferd genagelt wird!