Neues zur Behandlung von PPID

Fachinformationen zum Thema Equines Cushing Syndrom
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schnulli
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Neues zur Behandlung von PPID

Beitrag von schnulli »

https://www.propferd.at/main.asp?VID=1& ... &NID=10012

Eine aktuelle retrospektive Studie weist darauf hin, dass orales Cabergolin eine alternative und gut verträgliche Behandlungsmöglichkeit für schwer zu behandelnde Fälle von Cushing (PPID) bei Pferden darstellen könnte.


Die ,Equine Cushing's and Insulin Resistance Group Inc.’ (ECIR Group) hat auf die Veröffentlichung eines neuen retrospektiven Fallberichts von Dr. Eleanor M. Kellon hingewiesen. Darin wird der Einsatz von oralem Cabergolin als Behandlungsoption für Pferde mit equiner Hypophyseninsuffizienz (pituitary pars intermedia dysfunction = PPID) untersucht, die auf konventionelle Therapien nicht ansprachen.

PPID, allgemein bekannt als equines Cushing-Syndrom, wird meist mit oralem Pergolide behandelt, das sich aufgrund seiner hohen Erfolgsrate bei der Kontrolle der klinischen Symptome und des Hormonspiegels als Standardtherapie etabliert hat. Allerdings sprechen einige Pferde entweder nicht ausreichend auf Pergolide an oder entwickeln inakzeptable Verhaltens- oder gastrointestinale Nebenwirkungen, wodurch Tierärzten und Pferdebesitzern nur begrenzte Therapiealternativen zur Verfügung stehen.

Bislang war die wichtigste Alternative injizierbares Cabergolin mit verzögerter Wirkstofffreisetzung. Es gibt nur wenige veröffentlichte Informationen zu anderen oralen Behandlungsmöglichkeiten.

Der im Open Veterinary Journal veröffentlichte Bericht von Dr. Kellon beschreibt die Behandlungsergebnisse von fünf Pferden von Mitgliedern der ECIR-Gruppe, die unter tierärztlicher Aufsicht täglich mit oralem Cabergolin behandelt wurden.

„Bei allen Pferden wurde PPID nach den Kriterien des Veterinärdiagnostischen Labors der Cornell University bestätigt. Aufgrund der unzureichenden Kontrolle von ACTH und der klinischen Symptome galten sie als Therapieversager“, so Dr. Kellon. „Aufgrund der Erfolge einer Studie aus dem Jahr 2022 entschieden sich die Mitglieder der ECIR-Gruppe unter der direkten Betreuung ihrer Tierärzte, orales Cabergolin als Alternative zu Pergolide oder injizierbarem Cabergolin zu versuchen.“

Die Pferde stellten besonders schwierige Fälle dar. Alle hatten zuvor nicht ausreichend auf eine Behandlung mit oralem Pergolide angesprochen. Vier der fünf Pferde waren zuvor auch mit injizierbarem Cabergolin mit verzögerter Wirkstofffreisetzung behandelt worden, jedoch ohne Erfolg aufgrund schwerer Reaktionen an der Injektionsstelle, gastrointestinaler Nebenwirkungen oder beidem. Alle Pferde litten entweder an einer langjährigen PPID oder an einer rasch fortschreitenden Erkrankung.

Trotz der Schwere der Fälle zeigte die retrospektive Analyse ermutigende Ergebnisse nach Einführung von oralem Cabergolin. Es wurden keine Änderungen an der Fütterung, der Begleitmedikation oder dem Gesamtmanagement vorgenommen, sodass die beobachteten Verbesserungen auf die Therapieumstellung zurückgeführt werden konnten.

Obwohl die Studie nur eine kleine Anzahl von Pferden umfasste, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die tägliche orale Gabe von Cabergolin eine gut verträgliche und wirksame Alternative für PPID-Patienten darstellen könnte, die nicht erfolgreich mit Pergolide oder injizierbarem Cabergolin behandelt werden können.

Dr. Kellon betonte, dass diese vorläufigen Beobachtungen weitere Untersuchungen erfordern. Sie ist der Ansicht, dass zusätzliche Forschung notwendig ist, um die Pharmakodynamik und Pharmakokinetik von oralem Cabergolin bei Pferden besser zu verstehen, sein Nebenwirkungsprofil zu ermitteln und wirksame Dosierungsstrategien zu bestimmen, insbesondere bei Pferden mit weniger schwerer Erkrankung.

Obwohl größere prospektive Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen, liefert der Bericht erste Hinweise darauf, dass orales Cabergolin die Behandlungsmöglichkeiten für Tierärzte erweitern könnte, die einige der schwierigsten Fälle von equinem PPID behandeln.

Die Studie „Oral cabergoline for the management of equine pituitary pars intermedia dysfunction: Five cases" von Eleanor M. Kellon ist im Juni 2026 im ,Open Veterinary Journal' erschienen und kann in englischer Kurzfassung hier nachgelesen werden.
Viele Grüße

Uli
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