Cushing Diagnose -Erfahrungen

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Sahrah
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Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von Sahrah »

Hallo,
meine Isistute ist erst 18 Jahre und hat eine Cushing Diagnose. Die einzige Auffälligkeit ist, dass sie letztes Jahr sehr lange für den Fellwechsel gebraucht hat. Der Cushing Wert im Bluttest war leicht erhöht.
Habe hier schon gelesen, dass viele klar für die Medikamentengabe sind.
Ich persönlich habe ein Problem damit ein Medikament zu geben, das dann lebenslang genommen werden muss.
Ich frage mich auch, warum es so viele Cushing Pferde gibt inzwischen.
Mich würden langfristige Erfahrungen interessieren, von Pferden, die das Medikament bekommen.
Danke!
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eff-eins
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von eff-eins »

Hallo und herzlich Willkommen im Forum :hallo:
Wenn ein PPID vorliegt wirst du um die Gabe vom Prascend nicht drumherum kommen um Siechtum und Leid zu vermeiden und deinem Pferd ein Leben bei relativer Gesundheit ubd Leistungsfähigkeit zu ermöglichen.

Hirsutismus, atrophierte Muskeln uvm. zeigen sich oft erst später während Hufrehe zu den ersten Symptomen des Cushing gehören lange bevor es augenscheinlich in der klinischen Beurteilung wird.

Wurde denn nur ACTH ermittelt oder idealer Weise das EMS/ ECS Profil?
Was war der Anlass weshalb aktuell getestet wurde?
Wie war der Wert genau?

Es ist dringend zu diesem Profil zu raten da Cushing maßgeblichen Einfluss auf den Kohlenhydratstoffwechsel ausübt!
Ein Isländer ist genetisch auf eine Insulinresistenz, sein Stoffwechsel auf Kargheit ausgelegt.
Dieses sowieso schon " fragile" System kann unter einer Cushing indizierten IR dann überfordert sein und es ist eine Hufrehe zu beklagen.

Vielleicht magst du dein Pferd mal näher vorstellen, über Haltung, Fütterung, Bewegung usw. berichten sowie meine Frage zur Blutuntersuchung beantworten.

Prascend, wenn es denn erforderlich ist, wird übrigens einschleichend antherapiert und keinesfalls dem Beipackzettel folgend.
Es sind damit nicht nur mögliche Nebenwirkungen minimiert sondern kann den Geldbeutel sowie den Organismus gleichermaßen schönen.
Überdisierung lässt sich nicht nachweisen wird aber fälschlicherweise oft als " nichtvertragen" fehlinterpretiert und in letzter Konsequenz dem Pferd das einzig therapeutisch nachweislich wirksame Medikament versagt.
Mönchspfeffer ist übrigens dirch Studie belegt NICHT befähigt das ACTH zu senken, hat von daher keinen therapeutischen Nutzen und torpediert im Grunde später das Prascend und somit eine adäquate Behandlung.
Glaube bitte nicht den Werbeversprechen und blumigen Ausführungen der Futtermittelhersteller.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich ist die Devise bei der Prascendtherapie.

Mein Shetty wurde bereits dreijährig mit einem ACTH von 925 eindeutig positiv getestet, bekommt seitdem Prascend und wird jetzt im März 18 Jahre alt.
Er verträgt es wunderbar, ist Hufrehefrei und fidel.
Meine Stute, seine Halbschwester die ebenso dreijährig mit ACTH von 3080 positiv getestet wurde, bekam es 13 Jahre lang ohne Nebenwirkungen.
Wir mussten sie leider wegen einer schweren Verletzung gehen lassen ... :(
LG Kathi
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Sahrah
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von Sahrah »

Hallo Katja,
danke für deine Antwort.
Wie hoch der Wert genau war weiß ich nicht, habe das noch nicht schriftlich bekommen.
Ich habe eine Blutuntersuchung machen lassen, weil der Fellwechsel letztes Jahr bis Ende Juni gedauert hat und ich dachte, ihr fehlen vielleicht MIneralstoffe.
Flaga lebt im Offenstall, dreimal täglich gefüttert mit Heu, das wir von einem Bauern beziehen.
Ansonsten füttere ich eine Handvoll Müsli, MIneralfutter und auch Karotten in kleinen Mengen (werde ich jetzt lassen).
Das bekommt sie auch nicht täglich, weil ich nicht jeden Tag am Stall bin, aber so vier bis fpnfmal die Woche.
Ich selbst mache hauptsächlich Bodenarbeit mit ihr und gehe spazieren, außerdem geht sie im therapeutischen Reiten mehrmals die Woche und hat eine RB die sie zweimal die Woche im Gelände reitet.
Im Sommer hat sie Koppel stundenweise, allerdings haben wir die Pferde im August wenn wir im Urlaub sind über Nacht auf der Weide.
Ich frage mich halt, woher das kommt, ich meine sie frisst eigentlich nur Heu!?
Sahrah
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von Sahrah »

Entschuldige, Kathi! Hallo Kathi,
das Profil wurde nicht gemacht . Was ist das denn?
LG
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schnulli
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von schnulli »

Guten Morgen und auch von mir herzlich willkommen hier.

Du fragst, warum es so viele Cushing-Pferde gibt: klare Antwort. Weil man einfach mehr dazu geforscht hat und die Erkrankung inzwischen ganz gut kennt. Früher wurde halt einfach gesagt:" ach, das liegt am Alter". Das kommt auch noch dazu. Die Pferde werden einfach inzwischen älter.

Du schreibst, du hast ein Problem damit, ein Medikament zu geben, was lebenslang gegeben werden muss. Hmm, meine Hündin hat ein SchilddrüsenProblem, so wie ich selber auch. Wir müssen beide lebenslang L-Thyroxin nehmen. Ansonsten wird unser Leben ungemütlich. Oder auch Diabetiker, die lebenslang Insulin brauchen.

Das mal kurz von mir. Nun warte ich mal auf eine genauere Vorstellung und vor all m das Blutergebnis.
Viele Grüße

Uli
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eff-eins
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von eff-eins »

Du fragst woher das kommt, sie frisst eigentlich nur Heu...
Cushing kommt nicht durch falsches Futter oder zuviel Zuckerlastiges, das wäre EMS.
Ein Organismus kann Läuse und Flöhe gleichzeitig haben und manche Erkrankungen ähneln sich weshalb Diagnostik betrieben werden muss damit das " jucken" aufhört.
LG Kathi
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Sahrah
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von Sahrah »

Hallo zusammen.
das mit den chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen stimmt natürlich. Nur dass es hier eindeutige Diagnosen gibt.
Der ACTH Test kann anscheinend aus verschiedenen Gründen falsch sein.
Und von allen möglichen Symptomen hat Flaga nur diese Probleme beim Fellwechsel gehabt letztes Jahr. Anonsten ist sie munter und fröhlich, hatte nie Probleme mit Rehe oder sonst irgendein Problem.
Also die Frage woher es kommt, ich habe schon was über Cushing als eine "Wohlstandserkrankung" gelesen. Also klar Islönder haben auch auf Island ganz andere Bedingungen. Von daher ist es vielleicht ein Fehler, sie hier halten zu wollen. Darüber habe ich nie nachgedacht und jetzt ist sie ja nun mal da.
Was mich einfach stört, ist, dass dieses Medikament erst für Menschen zugelassen war, dann wegen der Nebenwirkungen verboten wurde und jetzt zu einem wesentlich höheren Preis an Pferde gegeben wird.
Ja, diese ganzen Futter Egänzungsmittel, die beworben werden sind auch teuer und vermutlich oft unnütz.
Meine Stallkollegin erzählte mir heute, dass ihre Freundin das Medikament abgesetzt hat bei ihrem Pferd, weil sie es sich nicht mehr leisten konnte und dem Pferd ging es danach besser als vorher.
Ich möchte hier wirklich keinen Ärger machen, ich bin sehr indifferent, auch wenn das hier vielleicht anders klingt, weil ich hier meine Bedenken teile.
Das Egebnis der Blutuntersuchung habe ich noch nicht, sobald es da ist, stelle ich es ein.
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eff-eins
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von eff-eins »

Schade das ein Medikament auf Grund von Kosten abgesetzt wurde/ werden musste.
Wenn es dem Pferd aktuell besser geht als unter Prascend stimmte evtl. die Dosis nicht.
Eine vielfach gemachte Erfahrung ist das Cushis nach dem Antherapieren mit Peascend binnen weniger Tage wieder aufmerksamer und fast wie in einen Jungbrunnen gefallen wirken.

Es gibt allerdings auch unsinnige Empfehlungen von TÄ die zum sofortigen Antherapieren raten wenn das ACTH im s.g. Graubereich angesiedelt ist.
Unreflektiert sollte man sich nicht dazu entscheiden, das ist absolut legitim und manchmal ist ein Nachtesten ein paar Wochen später eher angezeigt als überstürzten Aktionismus walten zu lassen oder gar Profitorientiert entscheidet.

Einfach absetzen sollte man es übrigens nicht so sondern allenfalls sehr langsam ausschleichen.

Wir missionieren niemanden sondern können nur fachlich Belegtes, Studienergebnisse oder Wissen aus entsprechenden Dissertationen sowie gemachte Erfahrungen weitergeben.
Entscheiden tut letztendlich der Besitzer und dieser muss schlimmsten Falles auch mit den Konsequenzen leben.

Ohne Näheres zu kennen können wir dir da schlecht weiterhelfen.
Gesagt sei aber das Cushing eine schleichende Erkrankung ist.

Schwanger ist man auch schon in der 8 SSW aber hat noch keinen Bauch oder Milcheinschuss, auch das BHCG steigt noch weiter an.
Nichtsdesto Trotz ist man richtig schwanger.
Ein bisschen schwanger gibt es nicht, und auch kein bisschen Cushing.
LG Kathi
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Sahrah
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von Sahrah »

Hallo zusammen,

nun habe ich die Blutwerte.
ERstmal es sind alle Blutwerte im Normalbereich, ebenso die Leberwerte, Muskulatur, Niere, Elektrolythe.
Die Glukose eher im unteren Bereich, Proteinsoffwechsel normal, keine Entzündungsparameter.
Der Selenwert ist etwas zu niedrig mit 0,78 mit einem Referenzbereich von 0,89 bis 2,54.
Der ACTH Wert liegt bei 42 pg/ml.

Wie kann ich den Insulinstoffwechsel , bzw. eine Insulinresistenz erkennen? Denn das wäre doch ein HInweis auf Rehegefahr, oder?
Kann ich das aus den Blutwerten erkennen oder berechnen oder braucht es dazu eine eigene Untersuchung?
Danke schon mal!
Grüße Regina
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Re: Cushing Diagnose -Erfahrungen

Beitrag von eff-eins »

Bei allen getesteten Parametern bitte immer die entsprechende Messeinheit und am besten auch die Referenz ( von Labor zu Labor unterschiedlich) dazu schreiben.

Das ACTH ist in einer Höhe wo man nicht antherapiert sondern es im Blick behält und nach z.B. 3 Monaten erneut testet.
Ab Sommersonnenwende steigt das ACTH bei allen auch gesunden Pferden kontinuierlich an um im September sein jahreszeitliches Hoch zu erreichen.
ACTH unterliegt Tages wie jahreszeitlichen Schwankungen!
Bei nicht oder unterdosiert therapierten Cushis steigt es zu der Zeit jedoch ungleich höher an als bei Gesunden weshalb das ein guter Zeitpunkt zur Diagnostik ist.
ACTH ist zu Beginn der Erkrankung nicht unbedingt schon dauerhaft erhöht.

Auch gibt es Cushis denen man es so schon ansieht wo aber weder das ACTH noch ein Dexamethason Suppressionstest Beweisführend ist.
Das ist sehr selten, heißt aber das ein innerhalb der Referenz befindliche ACTH ein Cushing nicht per se generell ausschließt.
Mir bekannt ist ein Fall hier im Forum.

Um zu schauen ob eine Insulinresistenz oder Insulindysregulation vorliegt testet man
Glukose, Insulin und Fruktosamine ( Langzeitzucker) und die Triglyceride ( Fettstoffwechsel).

Man darf dann nicht die Einzelwerte und deren Referenz beurteilen sondern muss Insulin in Interpretation zur Glukose sehen.
Leider winken noch immer TÄ Pferde mit einem Insulinwert knapp unter 20 als vermeintlich gesund durch obwohl in der Interpretation vielleicht sogar eine komplette Insulinresistenz vorliegt.
Wir nutzen dafür den IR Rechner.
Es sollte nicht unter Nahrungskarenz ( wurde früher so gemacht, hat sich nicht etabliert da unrealistisch!) getestet werden sondern Heunüchtern. Heu darf und muss!
Lediglich auf Weidegang, Kraftfutter oder Leckerlie sollte 12 Stunden zuvor verzichtet werden.
Dann bekommt man sehr realistische Werte und hat einen guten Überblick über den Kohlenhydratstoffwechsel.
LG Kathi
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