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Zellstimulationstest bei Sommerekzem
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Autor:  Maja02 [ 19.07.2010, 08:08 ]
Betreff des Beitrags:  Zellstimulationstest bei Sommerekzem

Quelle: www.vet-magazin.com

Diagnose und Therapie bei Pferden mit Sommerekzem

Durch den Zellstimmulationstest Equine Cast 2000 von DPC Bühlmann ist es nun möglich, einen "Sommerekzemer" saisonunabhängig, frühzeitig und mit höchst möglicher Sicherheit zu erkennen.
Zu Beginn der warmen Jahreszeit stellt sich für unsere Pferde eine jährlich wiederkehrende Plage ein das Sommerekzem. Besonders häufig tritt das Ekzem bei nordeuropäischen Pferderassen auf; so sind bis zu 25% der Isländer davon betroffen. Daher ist das Sommerekzem seit Jahren bei Tierärzten und Pferdehaltern ein viel diskutiertes Thema. Ein Pferd mit einem Sommerekzem ist ein bemitleidenswertes Geschöpf.

Nicht nur, dass seine Haut entstellt ist und dem Tier ein erbärmliches Aussehen verleiht. Viele Pferdehalter "doktern" dann selbst, ohne vorherige Diagnose an ihren Pferd herum, probieren sämtliche auf dem Markt erhältlichen "Heil- und Wundermittel" aus oder belasten es unnotwendiger Weise mit schweren Medikamenten, wie Cortison.

Ausgelöst wird das Sommerekzem durch verschiedene Arten stechender oder beißender Insekten, der Familien Culicoides (Gnitze), Simulium (Kriebelmücke), Culex (Stechmücke), Tabanus (Bremse) und Stomoxys (Stallfliege).

Durch den Stich oder Biss des weiblichen Insekts gelangt dessen Speichel in die Blutbahn des Pferdes und kann so, abhängig von der genetischen Disposition des Tieres eine allergische Reaktion verursachen. Bei einer Allergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems gegenüber körperfremden, ansonsten harmlosen Stoffen. Das Immunsystem benötigt nur einige wenige Minuten, um auf den körperfremden Stoff (das Allergen), zu reagieren. Der Allergologe unterscheidet vier Allergentypen, im Fall des Sommerekzems ist die Allergie vom Typ I (Soforttyp) für die Symptomatik verantwortlich. Der Soforttyp ist eine allergische Reaktion, die auf das Allergen mit einer ungebremsten Überproduktion von IgE Antikörpern reagiert. die an bestimmten immunkompetenten Zellen (sog. Mastzellen und basophile Granulozyten) gebunden sind. Im Zusammenwirken mit dem spezifischen Allergen (Speichel des Insekts) entsteht eine Kettenreaktion in den Zellen. Es kommt zur Freisetzung von pro - inflammatorischen Mediatoren (wie Histamine, Sulfidoleukotriene (SLT), Prostaglandine und Zytokine). Diese Stoffe sind beim Pferd für die Entstehung des Sommerekzems verantwortlich.

Einer allergischen Reaktion, die sich im klinischen Bild als Sommerekzem zeigt, geht immer eine "Sensibilisierung" des Pferdes gegenüber dem Allergen (Speichelsekret der Mücke) voraus. Dass heißt, das Immunsystem reagiert nach dem Erstkontakt zwar mit einer unkontrollierten Produktion von IgE Antikörpern (allergische Reaktion), die auch an Mastzellen und basophilen Granulozyten gebunden werden, ohne das es aber zu einer Freisetzung der pro – inflammatorischen Mediatoren kommt und folglich auch noch zu keiner Ausbildung des Sommerekzems.

Die "Vorbereitung" für eine künftige, massive Allergie, mit dem bekannten klinischen Bild des Sommerekzems, findet somit im "Verborgenen" statt. Erst bei wiederholten Kontakten mit den Erregern kommt es zur Ausbildung des Sommerekzems mit allen quälenden Symptomen, wie unerträglicher Juckreiz, offene Wunden und Sekundärinfektionen.

Heute gibt es keinen Grund mehr, dass ein Pferd dem Sommerekzem hilflos ausgesetzt bleibt. Es ist daher an der Zeit die neuen, Erfolg versprechenden Ergebnisse aus Forschung, Entwicklung in Praxis anzuwenden.

Durch den basophilen Zellstimmulationstest Equine Cast 2000 ist es nun möglich, einen "Sommerekzemer" saisonunabhängig, frühzeitig und mit höchst möglicher Sicherheit zu erkennen.

Diese diagnostische Abklärung bildet die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Derzeit gilt die spezifische Immuntherapie (SIT), besser unter dem Namen Hyposensibilisierung bekannt, als einzige kausale und erfolgsversprechende Therapie beim Sommerekzem. Bei der SIT wird ein aufbereitetes Allergenextrakt aus dem Speichel der Mücke Culicoides sp. dem Pferd über einen längeren Zeitraum in ansteigender Dosis injiziert. Das Pferd wird somit an zunehmend höhere Allergen-Konzentrationen gewöhnt, mit dem Ziel, eine allergische Reaktion zu verhindern. Die SIT wird seit vielen Jahren beim Menschen Menschen und auch bei Hunden erfolgreich eingesetzt. Der Vorteil der spez. Immuntherapie ist auch, dass der Beginn einer neuen Sensibilisierung verhindert wird. Inzwischen gibt es auch bei der Behandlung des Sommerekzems positive Therapieerfolge zu berichten, wie die Arbeit von B. Hunsinger "Diagnostik und spezifische Immuntherapie allergisch bedingter Erkrankungen" (Pferdespiegel 4/2003) beweist: 71 Sommerekzemspatienten wurden über einen Zeitraum von 6 Monaten mittels SIT behandelt. Das Resultat der durchgeführten spezifischen Immuntherapie zweigte, dass bei 71,8 % der Pferde ein Therapieerfolg verzeichnet werden konnte, wobei "Therapie" hierbei als symptomfrei bis deutliche Verbesserung der klinischen Symptomatik definiert ist. Über die Hälfte der Pferde (54,9%) zeigte nach einer 6 monatigen Behandlungsdauer einen guten Therapieerfolg, weitere 16,9% eine Besserung der Symptome. Sofern der Behandlungsbeginn in den ersten zwei Jahren der Krankheit erfolgt, steigen die Erfolgsaussichten noch weiter: bei 75% der Pferde bessern sich die Krankheitssymptome deutlich (Quelle: Untersuchungen der Tierärztinnen B. Hunsinger und R. Wagner)

Voraussetzung für eine Erfolg versprechende spezifische Immuntherapie ist eine abgesicherte Diagnose, die vor allem beim Sommerekzem möglichst früh nach erstmaligem Auftreten klinischer Symptome erfolgen soll.

Ein weiterer wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Therapie ist der frühe Einsatz der spezifischen Immuntherapie nach Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen.

Es ist daher empfehlenswert, bereits bei Tieren mit mittelschweren Symptomen (länger als 3 Monate im Jahr) die Behandlung zu beginnen, sowie die Behandlung über mindestens 1 – 2 Jahre konsequent durchzuführen. Eine darüber hinausgehende längere Behandlung ist empfehlenswert, da die Erfahrung zeigt, dass nach dem Absetzen der Therapie innerhalb von 1 – 2 Jahren mit einem Rezidiv zu rechnen ist.

Die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Immuntherapie stellt weiterhin eine Zusammenstellung des patientenspezifischen Allergenextraktes aufgrund einer Allergietestung bei Vorliegen deutlicher klinischer Symptomatik und, bei saisonaler Klinik, der Behandlungsbeginn in der allergiefreien Zeit dar.

Bei optimaler Durchführung hat der Tierarzt mit der spez. Immuntherapie bei einem großen Prozentsatz der an allergischen Erkrankungen leidenden Patienten einen potenten Baustein zu Abschwächung klinischer Symptome an der Hand, der sich durch extrem geringe Nebenwirkungen auszeichnet.

DPC Bühlmann kann somit helfen, ein Sommerekzem nicht nur mit Sicherheit zu diagnostizieren, sondern auch optimale Hilfestellung bei der Bewältigung dieser Allergie zu gewährleisten. Früherkennung einer vorliegenden Allergiebereitschaft und Sicherheit über den Gesundheitszustand beim Erwerb eines Pferdes sind wichtige Voraussetzungen für Erwerb und Haltung von Pferden.

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