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 Betreff des Beitrags: EMS und Atemwegserkrankungen?
BeitragVerfasst: 09.05.2024, 09:57 
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Registriert: 01.10.2023, 17:41
Beiträge: 8
Hallo liebes Forum,

meine in 7 Tagen 20 jährige Haflingerstute habe ich seit 3 Jahren. Sie ist ein sensibler Schatz, groß und kräftig gebaut und ein echtes Arbeitstier. Sie hat EMS (laut Sichtbefund der Ärztin, Leberwerte immer wieder erhöht, vor allem Verdauungsprobleme!). Eigentlich war ich immer der Meinung gewesen, hinsichtlich Atemwege sei sie fit. Aaaaber, sie zeigt vereinzelt einen Husten beim Antraben. Und einmal hat sie Schleim ausgehustet! Vor zwei Montaen TÄ da gehabt, sie hörte ab und stellte fest, Luftröhre verschleimt und ganz leicht auch die Lungenspitzen. Wir haben Ventriplus verabreicht und ich habe den Hartwig Inhalierer gekauft und mit Sole inhaliert. Es schien besser zu sein. Stute ist mal mehr oder weniger fit. Vor 4 Wochen beispielsweise eine Phase, da wollte sie galoppieren, galoppieren und noch mal galoppieren. Mittlerweile leidet sie aber unter diesen ständigen Wetterwechseln, mal geht es besser mal schlechter von der Fitness her. Und ich bemerke beim ersten Galopp eine Schweratmigkeit. Ich mache immer Päuschen, dann wieder Trab und Galopp, dann wird das besser und besser. Es läuft klares Sekret aus der Nase, nur ab und an etwas weißes Minibisschen Schleim. Uuuund sie hat klaren Schleim im Maul, teilweise läuft der auch aus dem Maul.
So. Ich überlege, ob bei EMS ein Zusammenhang zwischen chronischen Atemwegsproblemen und Verdauungsproblemen besteht. Ich plane eine Bronchoskopie zu machen. Weil der sporadische Husten sagt ja nix darüber aus, ob die Lunge vielleicht total dicht ist. Habt ihr damit Erfahrungen ? Danke für euer Feedback. Ach so, sie bekommt Heu, steht auf Stroh (ich überlege, sie in Absprache mit der TÄ auf Eva Puzzlematten zu stellen), Mineralfutter, derzeit sonst nix. Liebe Grüße!

Ach so. Natürlich versuche ich auch das Leber- und Verdauungsproblem in den Griff zu bekommen. Mit Hilfe der TÄ und THP. Ich pausiere im Moment aber die Kräuter, da die Leberkur ja nicht dauerhaft gegeben werden soll, nicht wahr…


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 Betreff des Beitrags: Re: EMS und Atemwegserkrankungen?
BeitragVerfasst: 09.05.2024, 13:44 
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Registriert: 24.02.2012, 16:47
Beiträge: 11484
Als EMS kompatibles Hustenmittel hat sich Sabol bewährt das zudem sehr effektiv ist und sogar dauerhaft gegeben werden könnte.

In der Summe dessen was du berichtest würde ich ein kombiniertes EMS/ ECS Profil veranlassen.

Eine Sichtdiagnose ist keinesfalls Beweisführend für eine Stoffwechselschräglage.
Es gibt rappeldürre Pferde die hoch Insulinresitent sind und EMS haben.
Es gibt Schneckenfette wo die Blutwerte trotzdem im physiologischen Bereich liegen.
Auch kann man nach eingeleiteter Therapie ( Cusing= Prascend) oder Änderung der Haltung/ Fütterung( bei EMS, IR) mit späterer Blutabnahme überprüfen ob es einen Therapieerfolg gibt.

EMS und ECS haben sich überlagernde Symptome weshalb man es unbedingt gegeneinander abklären sollte.
Auch kann ein Stoffwechsel/ Organismus Läuse und Flöhe gleichzeitig haben.
Mit dem Profil kannst du mit einer einzigen Blutabnahme morgens am Heunüchternen Pferd ( bitte KEINE Nahrungskarenz, die ist nur bei Funktionstasten nötig) Pferd EMS, PPID ( cushing) und die IR abklären lassen.

PPID brodelt lange im Verborgenen bis Cushing typische Symptome auftreten, auch ist das ACTH zu Beginn noch nicht unbedingt dauerhaft erhöht.

ACTH unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen, steigt bei allen - auch gesunden Pferden- ab Sommersonnenwende kontinuierlich an um im September sein jahreszeitliches Hoch zu erreichen.
Bei einem nicht therapieren oder unzureichend therapieren Cushi steigt dies allerdings ungleich höher als bei gesunden Pferden.
Die Folge ist ein Eingriff in den Kohlenhydratstoffwechsel, das Insulin steigt und " zack" Hufrehe.

Dein Hafi ist 20, hat mitunter erhöhte Leberwerte, zeigt teilweise Schwäche, hat Atemprobleme....
Das können, muss aber nicht, Symptome eines Cushing sein.
Hirsutismus, Muskelatrophien uvm. sind Kardinalsymptome, treten aber erst sehr viel später auf.
Erstes Symptom ist leider nicht selten Hufrehe.

Auch Verdauungsprobleme treten bei Stoffwechselschräglagen eher auf die sich unter passendem Management oft relativieren.
Weniger ist mehr, Kontinuität in den Futtermitteln sehr wichtig.

Ich würde jetzt aktuell eher zum Profil als zur Bronchoskopie raten.
Denn auch hier heißt es Ursachenforschung um zu schauen ob die Lungenprobleme nicht vielleicht ein Symptom von xy sind.

Stroh ist bei Atemproblemen m.E. nicht die Einstreu der Wahl.
Ich weiß nicht wie flexibel du das entscheiden kannst wenn du Einsteller bist was du nehmen möchtest.
Bewährt hat sich Waldboden bei unserer Hustinette das auch je nach Nutzung des Stalles ( Offenstall oder Box) bis zu 8 Monate liegen bleiben kann.
Unser hat im Offfenstall 10 Monate gelegen und hätte noch nicht zwingend gewechselt werden müssen

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LG Kathi

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 Betreff des Beitrags: Re: EMS und Atemwegserkrankungen?
BeitragVerfasst: 09.05.2024, 14:00 
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Registriert: 01.10.2023, 17:41
Beiträge: 8
Hallo und danke für die schnelle Antwort!
Cushing, also ACTH habe ich zwei Mal testen lassen, war unauffällig. Was nicht heißen soll, dass sie es nicht haben oder entwickeln könnte.
Du hast wohl recht mit der Diagnostik, ich hoffe meine TÄ spielt mit (ich hatte das schon mal angesprochen mit EMS und IR, sie sagte, da es kein Medikament dagegen gibt, machen sie die Testung gar nicht, das wäre nur rausgeschmissenes Geld für den Besitzer…aber andererseits, der Kunde ist König. Wenn ich darauf bestehe, müsste die Praxis das doch machen, nicht wahr?)
Sabol habe ich gerade gegoogelt. Ich hoffe, Stuti bekommt von dem Schwarzkümmelöl keinen Durchfall. Aber die Bewertungen sind gut.
Inhalieren mit Sole ist begleitend auch sicher sinnvoll? Leider hasst Stütchen die Inhalation, hat mir den Inhalator schon umgeschmissen. Naja, da muss ich sie wohl oder übel dran gewöhnen.
Ja, Hufrehe ist mein Schreckengespenst….


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 Betreff des Beitrags: Re: EMS und Atemwegserkrankungen?
BeitragVerfasst: 09.05.2024, 16:22 
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Administrator
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Registriert: 24.02.2012, 16:47
Beiträge: 11484
Ich hab Schwarzkümmelpresskuchen explizit für die Verdauung eingesetzt.
SK hat einen positiven Effekt auf den Darm und die Verdauung.
Von daher bin ich da optimistisch das es ihr nichts tut.

Meine Ponys haben bei Heuwechsel mitunter mit Kotwasser reagiert wenn es zu spät gemöht und holzig war.
Seit ich Treberfreie Bierhefe, Schwarzkümmel Presskuchen und Speedi Beet permanent füttere ist, tot toi toi, 2 Jahre in Folge nichts mehr gewesen.

Ich finde es ja immer nett wenn ein TA nicht vornehmlich Profitorientiert berät aber dass das EMS Profil rausgeschmissen Geld ist empfinde ich als nicht korrekt.

Man kann EMS und IR nicht an der klinischen Beurteilung festmachen!!
Wenn man das Schaffen von Fakten, die zu Therapiekontrollen herangezogen werden können, lieber durch Kristallkugeldiagnostik ersetzt ist das nicht in Ordnung.

Es gibt EMS/IR-ler deren Insulin trotz pingelig eingehalten Management ums verrecken nicht zu senken ist und immer wieder Hufreheschübe zu beklagen sind nicht weit genug herunter geht.
Spätestens dann müssen andere Maßnahmen wie Metformin ( umstritten= Die Wirkung einer Vordosierung mit Metformin auf die Insulinreaktion auf oralen Zucker bei insulindysregulierten Pferden zeigt die mangelnde Wirksamkeit von Metformin (dosiert mit 30 mg/kg) auf die Insulinreaktion auf einen oralen Zuckertest ) oder Thyroxin in Erwägung gezogen werden bevor ich mein Pferd in den Himmel schicken muss.

Wenn mein Pferd EMS- ler ist kann auch der Wechsel auf neues Heu vom aktuellen Jahr schwierig werden wenn es zuviel Zucker hat.
Ich sehe der Kamm schwillt und teste und WEIß dann es vielleicht ü 10% Zucker und ich es einstündig waschen oder anderes Heu suchen muss um die Gesundheit meines Pferdes nicht zu gefährden.

Ansteigende Werte zeigen mir das das Heu unpassend ist, der Stallwechsel mit der dort gängigen Fütterung nicht klappt, die Bewegung nicht moderat genug ist und und und....

Bei Cushis deren ACTH plötzlich trotz immer gleichbleibenden Management knapp über der jahreszeitlichen Referenz liegt und man eine Dosisanpassung in Betracht ziehen muss sind die Werte aus dem KH Stoffwechsel auch hinweisgebend.
Ist das Insulin trotz alles wie immer gestiegen sagt mir das es besser ist die Prascenddosus minimal anzuheben um das ACTH in die Referenz zurückzuführen.
Handhabe ich bei meinen beiden EMS ECS IR Ponys seit nunmehr 13 Jahren so, und das aus gutem Grund.

Du zahlst, du bist Besitzer und nur du sagst was gemacht oder unterbleiben soll. Daran ist der TA gebunden oder riskiert nicht mehr in Anspruch genommen zu werden.

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