[center]
[/center]
[center]
Ritas Geschichte.[/center]
Ich habe Rita vor etwa 10 Jahren richtig kennen gelernt, denn da habe ich angefangen auf dem Hof, auf dem sie lebte, zu reiten. Ihre Freunde waren zu der Zeit Lilly, Vanessa und Samuray, ihr Sohn.
Soweit ich weiß, hatte sie Jahre vorher schon einmal einen heftigen Hufreheschub. Danach war jahrelang gar nichts…
So, wie es sich viele –leider immer noch- vorstellen, lebten die Pferde „artgerecht“: 24 h Koppel, im Winter tags auf die Koppel und nachts im Stall (Laufbox). Da gabs dann Heulage.
Es kam, wie es kommen musste: Rita bekam im Herbst/Winter 2003 Hufrehe (Fast zeitgleich mit Vanessa). Was mich doch recht erstaunt hat: Zu dieser Jahreszeit? Hufrehe gibt’s doch nur im Frühjahr! Wegen dem Eiweiß im Gras…Überfütterungsrehe konnte es nicht sein. Kraftfutter gab es nicht für die Ponies und da war sie auch nie dran. Da es lange nicht richtig besser wurde und Ritas Fell ziemlich lang und durchs Schwitzen lockig war, hat der TA den Dexa-Test wegen Vd. auf Cushing (Hä? Irgend so’ne komische Krankheit. Wenn sie die hat, muss sie eingeschläfert werden, da man das Medikament nicht bezahlen kann!!!). Der Test war negativ.
Damals hatte ich noch kein Internet. Außerdem war ja klar: Der Tierarzt ist der Experte und weiß was er tut. Und die Besitzerin hat ja schon seit vielen vielen Jahren Pferde! Hufschmied? Der war doch gut! Ich habe mir nie Gedanken gemacht, dass noch viel mehr dahinter steckt…
Wir hatten Glück: Rita hat sich wieder erholt. Nach kurzer Zeit (!!!) konnten wir wieder reiten und alles lief prima. Rita war immer schlank und fit. Sie war solange ich mich erinnere auf der Koppel eher Einzelgänger, obwohl sie den zweithöchsten Herdenrang hatte. Wir sind ausgeritten, Kutsche gefahren, auf dem Platz geritten. Ein Dressurpony war Rita nie. Im Gelände war sie immer sehr flott unterwegs. Kein typischer Norweger! Einmal haben wir einen Wanderritt gemacht. Im August 2005 habe ich mit ihr ein kleines Geschicklichkeitsturnier mit gemacht. Wir haben zusammen den zweiten Platz gemacht! Und ich habe zu Rita gesagt: Nächstes Mal machen wir den ersten Platz! Dazu kam es leider nie.
Im Herbst/Winter 2005 dann wieder der Schock: Hufrehe! Aber warum? Wieder die Jahreszeit...Rita ist nicht dick und den ganzen Tag sind sie auch nicht auf der Koppel…
Endlich hatte ich die Möglichkeit, mich im Internet schlau zu machen. Ich landete in einem Forum und bekam schnell Informationen, Hilfe und Unterstützung. Meine Sorgen wurden geteilt.
Schnell kam ich darauf, dass Rita vielleicht doch Cushing hat (und endlich wusste auch ich, was das überhaupt ist und dass man das Medikament tatsächlich bezahlen kann…).
Als ich aber der B. das alles erzählte…und das man nicht gleich wieder reiten soll und die Pferde nicht gleich aufs Gras dürfen und Röntgenbilder gemacht werden müssen und….Heulage nicht gut ist…und…oh man, WAS KANN MAN ALLES FALSCH MACHEN???
Als ich den TA mal Infos aus dem Internet geben wollte, war dieser richtig böse: Er würde seinen Job schon richtig machen…Danach war ich sauer, wütend und fühlte mich völlig hilflos. Ich wusste nicht mehr, wie ich meinem geliebten Pferdchen helfen sollte!
Dazu muss ich sagen, dass ich im Nachhinein rausgefunden habe, dass der TA der B. schon diverse Dinge gesagt hat, die sie ändern muss, die ich gar nicht mitbekommen habe. Ich war oft nicht dabei, als er sich die Pferde angeschaut hat. Beispiel: Heulage ist nicht so gut für Rehleins, sie soll Heu füttern. Vanessa sollte gar nicht mehr auf die Koppel…Es gibt Grassamen, die für Rehepferde besser geeignet sind…auch hat er im April 2006 zu Röntgenbildern bei Vanessa geraten (endlich…). Warum nicht bei Rita? -Ich weiß es nicht!
Seit den Röntgenbildern haben wir auch einen anderen Schmied, den wir bis heute haben.
Im Sommer 2006 ging es Rita wieder richtig gut. Wir haben angefangen im Schritt auf ebener Straße zu reiten. Vanessa sollte ein Jahr erstmal gar nicht mehr geritten werden und dann erstmal geröngt werden.
Ritas Fellwechsel wird immer schwieriger. Rita ist weiter gertenschlank. Sie hat Augenbeulen. Einmal ist sie beim putzen (Ich glaub, das war 2006) im September einfach umgefallen…und gleich aufgestanden und hat verdattert geguckt. An den Beinen hatte sie so merkwürdige „Huppel“. –Wenn sie einen Reheschub hatte, waren die Huppel viel dicker…Meine Vermutung mit dem Cushing wurde weiter ignoriert.
Mein Wissen wurde durchs Internet immer mehr. Nur was nützte es, wenn ich meinem Pflegepferd nicht helfen konnte??? Wie oft war ich verzweifelt, hab geheult…war wütend und wollte alles hinschmeißen…zum Glück hatte ich die Leute im Forum und vor allem EINE Freundin, die mich wirklich verstanden hat- Zumindest hat sie mir zugehört und hat nicht mit blöden Ausreden widersprochen, wie andere! Die Anderen haben sich immer die bequemste Lösung für einen Reheschub ausgesucht…war ja auch einfacher! Trotzdem habe ich nicht aufgegeben. Einmal noch war ich kurz davor…aber das kommt später!
Am 01. März 2007 hatte Rita wieder einen schlimmen Reheschub. Der TA war in Hamburg in der TK zum operieren und konnte nicht kommen. Seine Aussage war: Er bräuchte keinen Test mehr, denn man könnte ja so erkennen, dass Rita Cushing hat. Ach was, auf einmal???
Ich war so wütend, fühlte mich hilflos und hatte ein merkwürdiges Gefühl. Dieses Gefühl, dass man manchmal hat, wenn etwas Schlimmes passiert. Ich habe Rita geputzt, gekrault, habe geheult. Ich habe mit dem Handy Fotos von ihr gemacht und eine kleine Strähne von ihrer Mähne abgeschnitten. Am 02. März war ich arbeiten, als die B. mich anruft. Rita würde jetzt erlöst werden. Der TA meint, es habe keinen Sinn mehr…aber ich habe doch gesagt, ich zahle das Medikament! …ich habe es doch gesagt…Nein. Ich konnte es nicht glauben. Ich konnte ihr nicht helfen, konnte nicht auf ihrem letzen Weg dabei sein. Ich konnte sie nicht retten. Ich sehe heute noch ihre blitzenden Augen. Noch heute kommen mir die Tränen, wenn ich an die Tage vor fast einem Jahr denke…Wir haben verloren. Ich hatte nicht die Macht, ihr zu helfen, obwohl ich es besser wusste! Noch heute habe ich Schuldgefühle deswegen. Ich war damals eine Woche nicht bei den Pferden. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich auch länger nicht gegangen. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, nicht mehr zu reiten. Alles aufzugeben. Ich war kraftlos, mutlos. Meine Freundin hat mich fast dazu gezwungen mitzukommen. Noch heute, wenn ich im Stall stehe und an Rita denke, kommen mir die Tränen. Die Erinnerungen lassen mich nicht los.
Wäre Rita mein Pferd, hätte ich helfen können: Cushing-Test, Röntgenbilder, erstmal kein Reiten, (Heu haben wir damals ja schon ausschließlich gefüttert, keine Graskoppel mehr, keine Heulage)
Ich bin froh, dass ich heute noch auf dem Hof bin. UNSER Management ist momentan gut. Ich verstehe mich total gut mit der Besitzerin. Oft diskutieren wir über etwas. -Doch im Endeffekt meinen wir das Gleiche! Wir achten auf die Figur der Pferde, messen das Gewicht mit dem Maßband zur Kontrolle. Koppel gibt’s nur begrenzt. Wir achten zum Beispiel auf die Wetterbedingungen. Ritas Sohn und Lissy sind immer noch auf Diät, die anderen Ponies und Pferde sehen gut aus. Lissy kommt nur noch mit Maulkorb auf die Koppel. Pony und Menschen haben sich daran gewöhnt

) Die B. hat zwischendurch schon das Loch im MK zu geklebt, damit es kleiner ist! Vanessa wurde im Mai 2007 nachgeröngt. Sie wird wieder geritten. Sie läuft super; ist putzmunter.
Rita bleibt mein geliebtes Pony. In meiner Erinnerung lebt sie ewig weiter! Ich werde die gemeinsamen schönen Jahre nie vergessen. Sie war für mich DAS Pony!
Warum ich euch diese Geschichte erzählen wollte?
Ritas Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass ein Pony gehen musste, das man vielleicht hätte retten können und das vielleicht noch viele schöne Jahre gehabt hätte, wenn man bei ihr URSACHENFORSCHUNG (Cushing, EMS, IR) gemacht und die Behandlung ermöglicht hätte.
Die Röntgenbilder haben Vanessa das Leben gerettet. Genauso wie die „Heudiät“.
Das Bewusstsein, die Pferde auf Diät zu halten und die Haltung dementsprechend zu ändern, ist bei uns völlig selbstverständlich geworden.
Heute bin ich schlauer. Ich würde immer Röntgenbilder machen lassen, damit der Schmied richtig arbeiten kann UND Ursachenforschung betreiben, damit so etwas möglichst nie, nie wieder passiert!
Die Leute in diesem Forum haben mir viel geholfen. Sie konnten mich verstehen und haben immer ein offenes Ohr! Danke noch mal!
http://blogs.dhd24.com/JinieBlog1/