Hufrehe ECS EMS Borreliose

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 Betreff des Beitrags: Pummels Tagebuch
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 20:54 
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Mein Araber mit dem Spitznamen Pummel ist 22 Jahre alt und ich leiste ihm Gesellschaft, seit er 8 Jahre alt ist.

Er hat immer im Offenstall/Laufstall gestanden, bis wir 2014 in unseren aktuellen Stall eingezogen sind. Hier war kein Offenstallplatz mehr frei und weil er sich gut in die Herde mit Boxenhaltung eingewöhnt hatte und ein echter Stubenhocker ist, sind wir geblieben. Inzwischen hat er eine Paddockbox bezogen und er nutzt seinen eigenen Paddock sehr gerne als Ausguck aus der Box raus. :mrgreen:
Die Haltung ist im Winter tagsüber (ca. 9 Std) Paddock mit Strohraufe und nachts Stall mit täglich von mir vorbereitetem Futter, im Sommer tagsüber Weide (ca. 8-9 Std) und nachts Paddock mit Strohraufe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pummels Tagebuch
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:31 
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Pummel war immer gesund, tendenziell eher zu füllig und sehr lauffreudig, v.a. im Gelände.

Im vorigen Stall (Einzug 208) hatte er eine gute Figur, da Haltung, Futter und v.a. Futtermenge auf leichtfuttrige Pferde zugeschnitten war. Aber mit den ausgedehnten Kräuterwiesen und der sorgfältig hofeigen hergestellten Heulage trat erstmalig Kotwasser auf. Das war auch bei anderen Pferden der Fall, so dass die Hofbetreiber auf Heu umstellten. Es blieb aber dabei, dass immer mal wieder kurz Kotwasser auftrat.

Schlimm, d.h. über einen Zeitraum von 3 Wochen und als Folge verschlechterte Hufe, wurde es 2013. Also TA geholt, aber großes Blutbild und Kotuntersuchung waren unauffällig. Inzwischen weiß ich, dass sehr wahrscheinlich der Stress in der Herde der Grund war, ein Neuzugang hat meinen gemobbt und er wurde zum Außenseiter. Da es ihm offensichtlich nicht gut ging, haben wir den Stall gewechselt.

Im neuen und aktuellen Stall war das Thema Kotwasser anfangs erledigt, obwohl es sich um "normale Grasweiden" eines Bauernhofes handelt. In die Herde hatte er sich gut eingelebt und blühte richtig auf. Er hatte/hat mehrere Kumpel und ist sozial aktiv. Als das Kotwasser wieder anfing, habe ich 2015 einen neuen Versuch unternommen, eine Ursache zu finden und Blutbild sowie eine darauf basierende Ernährungsempfehlung in Auftrag gegeben. Es wurden auch Mängel (Zink, Phosphat) gefunden, aber nichts Gravierendes. Die Futterumstellung gemäß Empfehlung war nur ein Teilerfolg. Die Mineralveränderung tat ihm gut (Erhöhung Eggersmann, Kur mit F4F), die anderen Veränderungen habe ich schnell wieder abgestellt, da das Pferdchen nicht mehr wusste, wohin mit seiner Energie.

2016 habe ich versucht, das Kotwasser mit Kräutergabe positiv zu beeinflussen. Das funktionierte zumindest anfangs... Leider gab es über einen langen Zeitraum sehr viel Wechsel und dadurch andauernden Stress in der Herde und immer mal wieder Kotwasser beim Pummel.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pummels Tagebuch
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:42 
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Zum Spitznamen:

Nach unserem Stallwechsel war Pummel weiterhin ein passender Spitzname. Da die Weidezeit sehr lang ist und das Gras nur wenig rationiert wird, war die Lösung, ihn zusammen mit Leidensgenossen stundenweise auf ein kleines Stück Magerweide zu stellen. Keine optimale Lösung, aber es war anfangs die einzige Option.

Dann änderte sich die Herdenzusammensetzung und die Dicken waren in der Mehrheit. Zumindest für 2 Sommer haben wir es organisatorisch geschafft, der Herde eine Gras-Fresspause mittags auf dem Paddock zu gönnen. Gleichzeitig brauchte Pummel keine Diät mehr und seit ca. 2 Jahren muss ich mehr Futter geben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pummels Tagebuch
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 22:49 
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Beginn der Krankheiten

Im Sommer 2016 hat sich Pummel vermutlich selber einen Fesselschaden zugezogen. Ich bemerkte ein leichtes Lahmen und war guter Dinge, die gering auftretende Beeinträchtigung sehr früh erkannt zu haben. Daraus wurde dann erst knapp 1 Jahr Pause und weil die Lahmheit wieder auftrat eine Verlängerung bis Ende 2017. Das jeweils anschließende langsame Antrainieren wurde immer wieder von anderen Krankheiten/Verletzungen unterbrochen: mehrmals Kratzer im Auge, mehrmals Hufgeschwüre, starker Juckreiz durch Milbenbefall, verstärkte Mauke (immer leichte Anfälligkeit im Frühjahr), kleine Entzündungen an Haarfolikeln und Schleimhaut (Maul).

Insgesamt 2 Blutuntersuchungen in 2017, nichts Auffälliges, aber festgestellter Zinkmangel (tritt bei den Böden hier in der Gegend öfter auf).

Seit Dezember 2017 habe ich mich gegen den Rat meines TA dazu entschieden, Pummel wieder zu reiten, da er beim Weidegang immer vorweg gerannt ist, ohne erkennbare Einschränkungen, und er anfing mehr Muskeln abzubauen als während der ersten Pause. Die Bewegung und Beschäftigung tat ihm sehr gut, aber die kleinen Erkrankungen hielten an. Es kam zusätzlich noch ein lang anhaltender Husten dazu, der sich kaum abhorchen ließ, aber kurzzeitig unter Belastung zu deutlicher Atemnot führen konnte.

Im Sommer 2018 war Pummel dann kaum noch wiederzuerkennen und kein bisschen arabisch mehr: schlapp, müde, lustlos. Blutbild zeigte kleine Mängel, die aber keine Erklärung für diese Veränderungen sein konnten. Fütterung von Zink beseitigte die Mängel, belegt durch eine Blutbildkontrolle. Also habe ich weitere Tests bemüht: Borreliose war negativ, aber ACTH erhöht mit (53,1 pg/ml im August 2018). Auf Cushing hatte ich nur wegen der Schlappheit und des Muskelabbaus getippt. Auf Anraten des TA habe ich Pummel direkt mit 1/4 Tablette Prascend antherapiert und nach 10 Tagen war wieder Leben im Pferd! Antrainieren verlief super und wir sind im Herbst fast täglich durch den Wald gedüst. Im Oktober gab es noch ein ziemlich schlimmes Hufgeschwür und im Dezember noch eins, das der Hufschmied zufällig entdeckt hat. Heute habe ich einen deutlichen Spalt im Tragrand entdeckt und bin froh, dass Montag der Hufschmied kommt. :shock: Ansonsten geht es ihm gut und er hat keine anderen Zipperlein mehr, zumindest bisher...

Als Nebenwirkung vom Prascend bekam Pummel dauerhaftes und starkes Kotwasser und ab und zu Durchfall - kein Vergleich zu dem Problem früher! Nachdem ich mir so nach und nach immer mehr Wissen über Cushing angeeignet hatte, habe ich erst versucht, über das Futter Pummel zu unterstützen und das Kotwasser zu regulieren. In einzelnen Studien/Doktorarbeiten wird als seltene Nebenwirkung Kotwasser beschrieben. Mit unmel. RüSchni war das Problem kurzzeitig weg, aber nicht dauerhaft. F4F und Bierhefe haben auch nichts verändert.

Nachdem mir aufgefallen war, dass er vermehrt trinkt und pinkelt, habe ich mir Sorgen wegen IR gemacht und im November 2018 ein EMS/Cushing Profil veranlasst.
ACTH 28,2 pg/ml
Insulin 2 mU/l
Glucose 88 mg/dl
Triglyceride 27 mg/dl
Y-GT 11 U/l
Daraufhin habe ich die Dosis Prascend auf 1/8 runtergesetzt, obwohl ja eigentlich das Ziel erreicht war, ACTH in den Normbereich zu bekommen. In den folgenden Wochen war das Pferdchen munter wie zuvor und der ACTH-Test im Dezember bestätigte einen Normwert von 28.1

Das ist der aktuelle Stand. Es geht Pummel gut, er läuft sehr schön und scheint langsam etwas Muskeln aufzubauen. Er hat einen leicht aufgeblähten Bauch, ist aber ansonsten schlank (er war im Sommer eingefallen und ich habe ihn mit Heu aufgepäppelt, dann war er im November aber ein bisschen zu rund und wurde wieder normal gefüttert). Hoffentlich ist mit dem Huf nichts Schlimmes, meine Reitlehrerein fand es heute nicht besorgniserregend und er lief super. Ich werde bis Montag aber nicht ausreiten (nur Paddock/Halle mit weichem Boden) und täglich den Huf kontrollieren/reinigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pummels Tagebuch
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 22:51 
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Ich vergaß: Seit der Reduzierung der Prascend-Dosis ist das Kotwasser fast weg, leider nicht ganz.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pummels Tagebuch
BeitragVerfasst: 13.01.2019, 11:07 
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Fütterung

Pummel ist ein genügsamer Araber mit einem Stockmaß von ca. 1,50m und einem Gewicht von 430-460 kg. Er wurde immer nur mit Gras im Sommer und Heu/Stroh im Winter gehalten. Dazu gab es "normales" Mineralfutter. Seit er in einer Box steht, schätze ich die Heumenge im Winter auf abends 4 kg und morgens 3 kg ein. Stroh steht tagsüber zur freien Verfügung und nachts knabbert er an seiner Einstreu aus Futterstroh.

Als es vor ca. 2 Jahren begann, dass er mehr Futter brauchte, habe ich mit Heucobs 60-120 g je nach Bedarf zugefüttert und zum täglichen Mineralfutter gab es eine Handvoll Hafer dazu.

Inzwischen bekommt er abends 6 kg und morgens 3 kg Heu, Stroh steht weiterhin zur freien Verfügung. Insgesamt ist die Heu-/Strohqualität gut (ich rieche immer am Heu und Stroh, bevor ich davon nehme), eine Kontrolle der Inhaltsstoffe ist sinnlos, da wir einen Rundballen zu schnell aufbrauchen.
Seit der Diagnose im August 2018 ist Hafer abgesetzt und das Mineralfutter gegen F4F getauscht. Anfangs habe ich noch Heucobs als Zusatzfutter genommen, inzwischen aber nur noch Rübenschnitzel. Mittags/Nachmittags gibt es 60 g unmel. RüSchni mit F4F (Menge reduziert auf 300-400 kg), 1 ML Bierhefe, 1/8 Tablette und 1 Schuss Leinöl (das ist bald alle und wird durch Leinpellet ersetzt). Diese Zusammensetzung der Fütterung erhält er seit ca. 1 Monat, also kurz nach der letzten ACTH-Kontrolle.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pummels Tagebuch
BeitragVerfasst: 13.01.2019, 22:31 
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Hier einmal ein Foto von Pummel im September 2016, als der Fesselschaden noch recht frisch war und wir nur kurze Spaziergänge unternehmen konnten.

Bild

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