Erst einmal ein liebes Hallo von einer Neuen. Ich heiße Yvi, bin 37 Jahre alt und habe eine nunmehr 12jährige Haflingerstute, seit sie Jährling ist.
Sie ist ein schlanker Typ, und ich habe immer darauf geachtet, dass sie nicht zu fett wird. Seit knapp 3 Jahren sind wir nun aber in einem Stall mit Vollweide im Sommerhalbjahr, ist ist dicker geworden, und vor 3 Wochen hatte sie leider ihren ersten und gleich sehr heftigen Reheschub.

Nun bin ich verunsichert, weil wir sofort alle Maßnahmen ergriffen haben und sie immer noch nicht sichtbar besser läuft (m.E. eher im Gegenteil). Wenn es einfach seine Zeit dauert, ist es für mich okay, allerdings wird mir eigentlich immer gesagt, es muss besser werden, und wenn es das nicht tut, weiß auch keiner....
Fakt ist wohl, dass es ein untypischer Reheverlauf ist, da sind sich alle bisher Hinzugezogenen einig. Aber welche Rehe verläuft schon typisch?
Ich will versuchen, zusammenzutragen, was seitdem passiert ist.
1. Tag (Mo) typisch "rehe-lahm" von der Weide geholt, kam zwar mit, ließ sich aber ungewohnt ziehen, Wendungen fast unmöglich.
Sofort TA geholt.
Seitdem steht sie in der Box (nunmehr 3 Wochen) auf dicker, weicher Matratzenstreu.
Aderlass, Schmerzmittel/Blutverdünnung/Entzündungshemmer gespritzt
Verdacht auf EMS (bestätigt). Sofort strengste Diät (3x 1 Handvoll Heu vom Vorjahr, etwas Futterstroh, sonst nichts)
Seitdem sehr stark abgenommen
Hippopalazon verordnet, ab dem 2. Tag zweimal täglich verabreicht
Täglich 2x Hufe kühlen (nach 1 Woche noch 1x täglich mit Coldpacks aus dem Eisfach, seit nunmehr 3 Wochen)
Im Laufe der ersten Woche keine Besserung, Ende der Woche TA wieder, Blutuntersuchung (EMS bestätigt, sonst unauffällig)
Hufpolsterverbände an den Vorderhufen Fr-Mo, ohne Besserung
Nach einer Woche (Mo): TA-Kontrolle. Trotz Maximaldosierung (2x täglich 12 ml) Hippopalazon sehr schlechtes Laufen, beginnende Magenauffälligkeit = Runterdosierung auf 6 ml und Magentabletten für 3 Tage
Hufbeschlag mit Dallmer Klebeschuhen vom Spezialisten, Trachten etwas hochgestellt (nur mittlere Höhe, da meine Stute eh auf beiden Vorderhufen steil steht). Umgehende Besserung sollte eintreten - bis heute ausgeblieben.
Hufbeinabsenkung laut Schmied bereits am Kronrand fühlbar. RöBis laut TA noch zu früh.
Do der 2. Woche: TA wieder da, er meinte eine leichte Besserung in der Bewegung zu sehen, die ich aber nicht bestätigen kann. Laufen m.E. schlecht wie eh und je, allerdings erstmals einige freiwillige Schritte und "muntereres" Verhalten in der Box. Eisen/Erhöhung m.E. keine Verbesserung gebracht. Magen wieder ok, Schmerzmitteldosierung beibehalten (2x täglich 6 ml Hippo)
Nach 2 Wochen Telefonat mit TA - es müßte besser sein, ist es aber nicht. Ich soll sie jeden Tag ein paar Schritte führen, damit sie nicht "einrostet". Vorgegebene Strecke ist ca. 60-80 m lang. Sehr widerwilliges Stehen auf dem Putzplatz mit wechselseitigem Beineanheben während des wenige Minuten dauernden Boxenausmistens.
Anfang der 3. Woche Wechsel von Hippopalazon 2x 6 ml auf Metacam 1x für 400 kg (Stute wiegt schätzungsweise 460). Deutliche Entlastung für mich, nicht jedoch für den Geldbeutel.
Ist-Zustand seit 3 1/2 Wochen:
- Boxenruhe
- Schmerzmittel Metacam dosiert auf 400 kg für Hafi
- tägliches Kühlen
- geklebte Eisen/Trachtenerhöhung seit 2 Wochen
- strengste Diät bei wenig Futterstroh und 3x täglich 1 Handvoll Heu
Nach wie vor liegt sie sehr viel in der Box, auch wenn Trubel auf dem Hof ist. Laut Kolleginnen nicht mehr so viel und lange wie am Anfang, kann ich aber nicht bestätigen. Schmerzen merkt man ihr vom Verhalten in der Box nicht an, wirkt munter und relativ ausgeglichen. Stehen auf Beton (Putzplatz) nach wie vor sehr widerwillig mit ständigem "lüften" der Hufe, möchte lieber sofort zurück in die Box. Kurze Strecke Führen möglich, aber seit 3 Wochen relativ unverändert lahm auf beiden Vorderhufen - sehr fühliges, vorsichtiges Aufsetzen, regelrechtes Wegsacken bei Tritt auf Steinchen im tiefen Sand, offenbar sehr tagesformabhängig (heute vormittag z.B. laut TA halbwegs okay, heute Abend m.E. schlimmer als je zuvor).
Braucht sie einfach Zeit und ich Geduld, oder müßte nach 3 Wochen angesichts all der Maßnahmen eine deutliche Besserung eintreten? Nächster Versuch wäre, sie in einen weichen Außenpaddock zu stellen (ca. 4-5 m im Quadrat), ggf. sogar mit ruhigem Beipferd. Soll sie das Schmerzmittel weiter bekommen?
Ich habe sehr viel recherchiert, verschiedene TÄ zu rate gezogen und tu wirklich alles in meiner Macht stehende. Von Außenstehenden bekommt man viele Tipps mit fraglichem Erfolg und viel finanziellem Einsatz, der mir einfach nicht möglich ist. RöBis wären laut Aussage mehrerer TÄ auch nicht therapierelevant, man wüßte es dann nur genau...
Langsam bin ich sehr verzweifelt. Finanziell bin ich schon länger in einer schwierigen Situation. So schwierig, dass ich ernsthaft überlegt habe, meine geliebte Stute zu verkaufen, die ich von klein auf hatte und die den Großteil ihres Lebens bei mir hinterm Haus gelebt hat (natürlich pferdegerecht und nicht allein). Allein der Gedanke daran führte immer wieder zu Tränen. Dann hatte ich in einen preiswerteren Stall gewechselt und meine Arbeitsstunden aufgestockt, um sie behalten zu können. Damit bin ich als alleinerziehende Mutter aber nun am Limit. Nun habe ich ein krankes Pferd zuhause, das ich nicht mehr in gute Hände vermitteln kann und das mich jede Woche schier endlose Summen kostet. Ich habe höllische Angst, die Therapie irgendwann aufgeben zu müssen, einfach weil ich sie nicht mehr bezahlen kann.
Würde mich über Tipps sehr freuen...
Liebe Grüße
Yvi