Pferdefutter kritisch beurteilt bzgl. Vor- und Nachteilen:
Hufrehefutter aus der Sichtweise Endverbraucher/Hersteller bezüglich der Zusammensetzung und Bewerbung.
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Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

03.09.2021, 12:01

Noch kurz als Ergänzung: Ein Blutbild ist natürlich nur eine Momentaufnahme und nur bedingt aussagekräftig. Besser wäre es, die Futterration zu berechnen und eine Heuanalyse als Grundlage zu haben neben dem klinischen Bild.

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

03.09.2021, 12:19

Gordo hat geschrieben:Noch kurz als Ergänzung: Ein Blutbild ist natürlich nur eine Momentaufnahme und nur bedingt aussagekräftig. Besser wäre es, die Futterration zu berechnen und eine Heuanalyse als Grundlage zu haben neben dem klinischen Bild.


Genau deswegen sagt man "teste das Futter und nicht das Pferd"
Das Pferd und sein Blutbild ist ja nur das Ergebnis dessen was von oben hinein kam und nur teilweise im Blutkreislauf und somit einfach nachweisbar umherschwirrt.
Vieles lagert sich zudem in Geweben und Organen an und es besteht tatsächlich mitunter gar kein Mangel den das Blutergebnis aber vorgaukelt.

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

04.09.2021, 06:09

Und ich werde jetzt auch endlich mal eine Heuanalyse angehen, denn der Lieferant bleibt derselbe und die augenscheinliche Qualität ist konstant.

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

29.09.2021, 14:59

wie viel Sonnenblumenkerne sind denn in Ordnung? Sie haben ja so viele positive Eigenschaften, dass ich sie gerne jetzt im Aufbau wieder zufüttern würde. Sind 40g zu viel?

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

29.09.2021, 19:40

Nein, 40 Gramm sind völlig in Ordnung :2daumenhoch:

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

30.09.2021, 06:32

Perfekt, danke!

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

10.12.2021, 09:13

Was haltet ihr denn von natürlichen MiFus? Ich lese immer wieder man soll den Rehleins natürliche MIneralfutter ohne synthetische Zusätze füttern. Stimmt das?
Angeblich belasten die synthetischen den Stoffwechsel

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

10.12.2021, 10:10

Alles was der Organismus nicht nachweislich benötigt weil es im Mangel ist belastet natürlich den Stoffwechsel.

Was bezeichnest du als natürliche und was genau als synthetische MiFu, hast du jeweils ein Beispiel?

Fakt ist das, um das am Beispiel Zink zu benennen, bestimmte Aminosäuren, insbesondere Methionin, Cystein oder Histidin, einen deutlich fördernden Einfluss auf die Zinkaufnahme haben.
Es geht letztlich ja insbesondere um die Bioverfügbarkeit die in Abwesenheit mancher Hilfsstoffe (wie z.B. Aminosäuren) trotz analysierter, vorhandener Inhalte nicht ausgenutzt werden kann.

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

10.12.2021, 10:15

PS:
Bei den Spurenelementen z.B. wird zumeist zwischen Chelat (eine organische Verbindung; auch bei höheren Dosierungen bleibt die gute Bioverfügbarkeit erhalten) und Sulfat (eine anorganische Verbindung; bei höheren Dosierungen kann es zu einem deutlichen Rückgang der Bioverfügbarkeit kommen) unterschieden.

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

10.12.2021, 10:30

Also , synthetisch sind alle MiFus, die ausgewiesene Mengen an Mineralstoffen haben. Z,B. Zink 10.000. Diese sind wohl hinzugefügt und nicht natürlich.

Als natürliches Mineral wird zum Beispiel gerne das Huminomineral von CDVet empfohlen. https://www.die-beraterapotheke.de/equigreen-huminomineral-pulver-f-pferde-4-kg-15234413?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_content=15234413_DBA&gclid=CjwKCAiAksyNBhAPEiwAlDBeLPpRTIIQ5a6dZf8ISUj0M40tJ2_jaRAlj_hmPnwzdO9gzpbwpxZdBhoCnJIQAvD_BwE
Ich habe das mal zur Erläuterung kopiert, hoffe das ist erlaubt.
Synthetische Zusatzstoffe sind künstlich (synthetisch) hergestellte Vitamine und Mineralien. Man erkennt sie in den Futtern an ihrer Deklaration unter der Kategorie Zusatzstoffe (oder auch ernährungsphysiologische Zusatzstoffe). Ihre Mengen können sehr genau angegeben werden (in IE = internationale Einheiten oder mg=Milligramm), da man sie künstlich in dieser Dosis dem Futter hinzufügt.
Organisch gebundene Zusatzstoffe sind ebenfalls künstliche Zusatzstoffe. Diese werden nur in einem chemischen Verfahren (das Chelatieren) an ein natürliches Molekül gebunden.
Ergänzung hierzu von Katrin Knecht:
"Das betrifft eher Mineralien als Vitame ( Stichwort Chelate). Und da werden wirklich einfach die Mineralstoffe an organische Moleküle wie Aminosäuren, Zuckerarten, Zitronensäure, Ameisensäure etc. gebunden damit sie besser aufgenommen werden. Nur leider erkennt die Zelle bei diesen Verbindungen dann nur das organische Molekül und nicht dass da noch ein blinder Passagier mit dran hängt und nimmt das ganze auf auch wenn gerade kein Selen, kein Zink, kein Magnesium, kein Calcium etc. in der Zelle benötigt wird. Dies belastet dann den Zellstoffwechsel, weil der dann schauen muss wie er den blinden Passagier schnellstmöglich wieder hinausbefördert. Diese chelatierten organischen Verbindungen müssen quasi zwangsverstoffwechselt werden. Also auch dann aufgenommen werden, wenn sie gar nicht benötigt werden und in Zellen die eigentlich schon genug abbekommen haben. Kommt aus der Milchkuhfütterung wo am Tag 80l Milch abgemolken werden und es daher immer einen Mineralstoffmangel gibt."
Natürliche Zusatzstoffe sind die Vitamine und Mineralien, die von Natur aus in einem Lebensmittel enthalten sind. Diese können nicht genau beziffert werden, da die Natur keine perfekte Dosierung bietet. Betrachten wir zum Beispiel das Gras, so hat es in den frühen Monaten des Sommers eine andere Zusammensetzung als im Spätsommer. Oft schwankt es sogar im Tagesrhythmus, da die Pflanze lebt und ebenfalls ständig mit Prozessen beschäftigt ist.
Wo ist also das Problem?
Wenn man das so hört, dann ist das hinzufügen von synthetischen Zusatzstoffen eigentlich ja perfekt, weil wir so genau bestimmen können, was unser Tier aufnimmt. Und das wir das müssen, ist auch der Weg, den die Futterhersteller (egal ob Pferd, Hund oder sonstiges Getier) uns seit Jahren weis machen möchte. ABER: Die Aufnahme von synthetischen oder organisch gebundenen Zusatzstoffen bringt Probleme mit sich. Dazu anbei mein beigefügtes Bild. Man möge mir mein völlig fehlendes Geschick im Bereich Malen entschuldigen.
In der Grundsituation besitzt jede unserer Zellen im Körper Rezeptoren für alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe. Diese Rezeptoren sind spezialisiert auf jeweils einen Stoff (dargestellt durch die verschiedenen Oberflächen). Benötigt die Zelle diesen Stoff, so gibt sie den Rezeptor frei. Wenn im Blut nun der dafür passende Stoff „vorbeischwimmt“, kann angedockt werden und in die Zelle einverleibt werden. Der Prozess geschieht so lange, bis die Zelle erkennt, dass der Vorrat aufgefüllt ist und den Rezeptor schließt. Ein Vorgang, der den Stoffwechsel des Tieres nicht belastet. Überschüssige natürliche Stoffe im Blut werden über die Entgiftungsorgane ohne große Belastung ausgeschieden.
Der Vorgang bei synthetischen Zusatzstoffen: Die im Labor hergestellten Moleküle besitzen eine andere Oberfläche, als die natürlichen (warum das so ist, kann ich nicht erklären). Wenn nun also die Zelle zum Beispiel unser Vitamin A im Beispiel benötigt, aber kein natürliches Vitamin A findet, so muss die Leber das synthetische Molekül für den Rezeptor passend umbauen. Das kann die Leber, aber es belastet sie und sorgt dafür, dass unser „Stoffwechseltrichter“ immer weiter gefüllt wird. Die Ausscheidungsprodukte aus diesem Umwandlungsprozess müssen die Entgiftungsorgane aufwändig aus dem Körper transportieren. Wenn diese Organe aber bereits durch andere Faktoren (Krankheiten, überschüssiges Futter, Medikamente) belastet sind, so kann der Umwandlungsprozess der Tropfen im Fass sein, der es zum überlaufen bringt. Umgedreht ist ein Körper, der ständig synthetische Stoffe umwandeln muss, damit beschäftigt und kann schwerer auf schwankende Futtersituationen oder andere Stoffwechselprozesse reagieren. Ganz salopp gesagt ist das eine schlechte Bioverfügbarkeit. Dahinter steckt aber eben deutlich mehr.
Diese Erkenntnis ist keine neue und auch nicht von mir gemacht. In der Humanmedizin gibt es dazu schon etliche Studien und man geht hier sogar schon wieder weg von den synthetischen Zusatzstoffen.
Organisch gebundene Zusatzstoffe waren dann die Antwort der Futtermittelindustrie auf die lauter werdenden Stimmen, dass synthetische Zusatzstoffe nicht das Mittel der Wahl sind. Hier wird in einem chemischen Prozess ein Trick angewandt: Man bindet mehrere synthetische Moleküle an ein natürliches. Es entsteht ein Chelat. Die synthetischen Stoffe werden so für die Zelle ohne Umwandlungsprozess zunächst aufnehmbar. Hört sich gut an, birgt aber eine riesige Gefahr. Denn dieses Prinzip ist schon Troja zum Verhängnis geworden. Die Zelle erkennt bei der Aufnahme das eine natürliche Molekül. Das sie gleichzeitig zahlreiche synthetische Moleküle aufnimmt, stellt sie erst in der Zelle fest. Im besten Fall kann die Zelle die überzähligen Moleküle ausscheiden und dem Entgiftungsstoffwechsle zuführen (Belastung identisch wie bei den reinen synthetischen Zusatzsoffen). Im schlimmsten Fall jedoch entsteht eine Zellvergiftung oder gar der Zelltod.
Welche Folgen das haben kann, ist nur bedingt erforscht. Man weiß heute, dass man zum Beispiel durch die Gabe von organisch gebundenen Selen eine Insulinresistenz im Körper herbeiführen kann.

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

10.12.2021, 11:25

Hm.... :kinn: ich kann an dem benannten Mineral nichts Besonderes finden das mich veranlassen würde es zu kaufen oder für besser zu befinden als hier Empfohlene.
Es enthält u.a. Klinoptilolith dessen Gabe zumindest umstritten ist ....HIER

Was den Sonnenblumenkernkuchen betrifft betonte ich ja das vorher Geschriebene:
Die Bioverfügbarkeit von z.B. Zink variiert beträchtlich. Insbesondere pflanzliche Kost ist zumeist eine schlechte Zinkquelle. Zink bildet mit den in Pflanzen enthaltenen Ballaststoffen, vor allem der Phytinsäure, schwerlösliche Komplexe, die einer Resorption entzogen sind. Verantwortlich für diesen Effekt sind insbesondere Phytate vom Typ des Inositolpenta- bzw. -hexaphosphates. Die Zufuhr von Zink kann demzufolge auch dann ungenügend sein, wenn Analysen der pflanzlichen Kost ausreichende Zinkgehalte andeuten [2]. QUELLE

Was ich bei dem Bericht den du in Kopie eingestellt hast vermisse sind Quellenachweise zu Studien die angesprochen werden.
Auch die Aussage "Man weiß heute, dass man zum Beispiel durch die Gabe von organisch gebundenen Selen eine Insulinresistenz im Körper herbeiführen kann" finde ich so in den Raum gestellt wenig hilf/lehrreich.

Für mich persönlich ist das kein aufklärender Text zu einem Produkt das mich mit belegbaren Fakten überzeugen soll/ könnte sondern eher Werbewirksam mit einer dezenten Spur Panikmache vor all dem Bösen das man seinen Tieren so reinfüttert.

Ich denke es erfordert viel Zeit, Mühe und Verständnis um die Zusammenhänge von MiFu wirklich verstehen und fachlich bewerten zu können.
Ich persönlich habe schon viel Zeit investiert, bin nicht ganz blöd aber habe vielleicht gerade mal 1% Wissen in mich aufgenommen.
Damit kann ich dir keine fachlich adäquate Hilfe sein sondern nur meinen persönlichen Eindruck über verschiedene MiFu zum Ausdruck bringen und auf Inhalte hinweisen die sich bewährt oder aber als eher negativ (insbesondere bei Stoffwechselkranken EMS/IR Tieren) herausgestellt haben.

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

17.01.2022, 11:50

Ein Tipp, für die die MeboSyn füttern: Aktuell ist der 5 kg Eimer für 80,50 im Shop erhältlich!

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

19.01.2022, 09:09

Alpenquarter hat geschrieben:Was haltet ihr denn von natürlichen MiFus? Ich lese immer wieder man soll den Rehleins natürliche MIneralfutter ohne synthetische Zusätze füttern. Stimmt das?
Angeblich belasten die synthetischen den Stoffwechsel


HIER habe ich einen ganz interessanten Artikel zu "organisch" und "anorganisch" gefunden....

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

19.01.2022, 10:15

Danke, das war sehr aufschlussreich

Re: Die Fütterung des "Rehe"-Pferdes

16.02.2022, 14:55

Kennt jemand dieses Futter : Nature's Best Kräuter Light?

Im Rahmen meiner Fortbildung muss ich mir auch verschiedene Futtermittel anschauen und bin über dieses gestolpert. Auf den ersten Blick finde ich die Zusammensetzung gar nicht so schlecht oder übersehe ich gerade etwas gravierendes abgesehen von den Karottenflocken? :kinn:

Kräuter light
Ergänzungsfuttermittel für Pferde
Pferdetyp: Pferde mit Stoffwechselproblemen, Hufrehe,
Übergewicht, Magenproblemen, Luzerne-, Getreide-, oder
Melasseunverträglichkeit
Eigenschaften:
• Getreide freies Strukturmüsli
• Stärke- und zuckerreduziert
• Hoher Gehalt an Spurenelementen
• enthält Kräuter zur Unterstützung der Atemwege und des
Verdauungstraktes
Inhaltsstoffe: Rohprotein 11,2 %, Rohfett 4,5 %, Rohfaser 33,3 %,
Rohasche 8,1 %, Calcium 0,9 %, Phosphor 0,5 %, Natrium 0,2 %
Zusammensetzung: Sonnenblumenschalen, Wiesen Lieschgras,
Sonnenblumen-Extrationsschrotfutter, Süsslupinenflocken,
Erbsenflocken, Karottenflocken, Leinkuchen, Monocalciumphosphat,
Leinöl, Natriumclorid, Calciumcarbonat, Magnesiumoxid, Spitzwegerich,
Bockshornkleesamen, Fenchelsaat, Oregano
Stärke: 2,53 %
Zucker: 3,38 %
Zusatzstoffe:
13.180 I.E Vitamin A (3a672a).; 1.960 I.E. Vitamin D3 (3a671).; 200 mg
Vitamin E/ all-rac-alpha Tocopherylacetat (3a700); Eisen als
Eisen(II)sulfat, 25 mg Monohydrat (3b103); 1,5 mg Jod als Calciumjodat
wasserfrei (3b202); Kupfer als Kupfer(II)sulfat,15 mg Pentahydrat
(3b405); 15 mg Kupfer als Kupferglycinat (3b413); 60 mg Mangan als
Mangan(II)oxid (3b502); Zink als Zinksulfat, 45 mg Monohydrat (3b605);
80 mg Zink als Zinkglycinat (3b607); 0,2 mg Selenium organisch aus
Saccharomyces cerevisiae CNCM I-3399 (3b8.12); 0,2 mg Selen als
Natriumselenit (3b801).
Fütterungsempfehlung:
Die Angaben beziehen sich auf die Ergänzungsfütterung von NATURE’S BEST Kräuter Light zu
Heu und Stroh pro Tag.
Erhaltungsbedarf Leichte Arbeit
Ponys 0,4 – 0,8 kg 0,8 – 1,2 kg
Kleinpferde 0,6 – 1,0 kg 1,0 – 1,4 kg
Großpferde 0,8– 1,2 kg 1,2 – 1,6 kg
Zusätzlicher Fütterungshinweis:
• Der Weidegang sollte bei Pferden mit hohem Reherisiko
gegebenenfalls reduziert werden.
• Die tägliche Kraftfuttergabe richtet sich nach Beanspruchung,
Qualität des Grundfutters sowie der individuellen Umsetzung
der Nährstoffe.
Wann füttere ich NATURE’S BEST Kräuter light
NATURE´S BEST Kräuter light ist ein faserreiches
Müsli, welches speziell für Allergiker und
stoffwechselerkrankte Pferde mit Hufrehe, EMS
und Cushing konzipiert wurde. Es eignet sich
ebenfalls für leichtfuttrige Pferde mit
empfindlichem Magen oder PSSM-Träger und
erkrankte Pferde.
Vorteile für Ihr Pferd:
Die Rezeptur ist frei von Getreide, Luzerne und
Melasse, enthält hochwertige Kräuter, die die
Atemwege und die Verdauung positiv beeinflussen
können. Nature’s Best Kräuter light ist vollwertig
mineralisiert und vitaminisiert.
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